Montag, 27. April 2026

Mauretanien und Senegal ab 14.3.2026

 Ich ging nochmals in die Schule, um den Kindern beim Schreiben zu helfen. Zum Teil ist es eine Katastrophe, sie können kein e und kein l in Schreibschrift schreiben. Selbst beim i tun sich einige schwer. Sie sind extra heute Vormittag gekommen, weil ich gesagt hatte, ich übe nochmal mit ihnen. Eigentlich ist samstags für sie kein Unterricht. Von 20 Kindern waren 16 anwesend. Ein toller Schnitt, tun sie es doch freiwillig. Am Schluss bekam jedes Kind ein Geschenk, weil sie in die Ferien gehen.

Ich ging nach Hause und fand auf meiner Empore ein „Blütenmeer“. Es waren wohl wieder die Jugendlichen, die mir schon einmal Blüten auf die Treppe gelegt hatten.

Am Nachmittag wie immer Langeweile. Bis auf den kurzen Moment, wo zwei junge Frauen kamen und mir etwas zeigen wollten in meiner Fahrerkabine. Ich verstand erst einmal nichts bis ich mich aus dem Container bewegte und zum Fahrerhaus ging. Sie fanden meinen Teddybären, der mich seit mehr als 35 Jahren begleitet hat. Ich holte ihn heraus, gab in der einen Frau und sie bedankte sich. Ok, eigentlich wollte ich ihn nicht verschenken, aber gut, tu ich eben ein gutes Werk. Eine halbe Stunde später kam eine der beiden zurück und brachte mir einen Schal und ein Armband als Dankeschön. So hatten wir alle etwas von der Begegnung. Danke dafür.

 



Putz- und Waschtag, nochmal ausnutzen, denn morgen bekomme ich die Wasserlieferung. 10 Euro für 500 liter Wasser, ohne Entsorgungskosten. Gut, dafür bekomme ich es frei Haus geliefert und die Kommunity in Chattado verdient etwas Geld. Besser, als es der öffentlichen Hand zu geben. Ich wundere mich immer wieder über den Sand, der hier hereinkommt. Denn eigentlich hatte es nicht gestürmt und ich bin weit entfernt von den Dünen.

Am Nachmittag fuhr ich mit Aurora in das nahegelegene Dorf, und vorher besichtigten wir es vom Berg aus, den es zu erklimmen galt. Eine schöne Aussicht erwartete uns und ein Dorf, komplett anders als alle Dörfer, die ich vorhergesehen hatte. Hier stehen viele Lehmhäuser und Häuser oder Hütten aus Palmwedel. Leider konnte ich nur die archäologische Seite fotografieren, auch wenn sie nicht groß ist. Und natürlich diese wunderschöne Umgebung mit den Palmen, dem Sand und den Felsen.

 











Wieder ein Tag im Kindergarten, alles wie gehabt. Die Kinder können die Stifte nicht richtig halten und malen in den vorgesehenen Rahmen geht auch nicht. Gut, kann mein Enkelkind vielleicht auch noch nicht, werde ich mal testen mit ihm. Hab ja jetzt genug Anleitungen bekommen 😊

Am Nachmittag ereilte mich die Nachricht, dass das erste Paket angekommen ist und morgen abgeholt werden soll. Ist zwar nicht das wichtigere, aber immerhin. Wir haben verabredet, dass man mir das Paket am Freitag bringt, weil ein Freund von Antonio sowieso nach Atar fährt und so brauche ich nichts zu zahlen. Das Paket mit der Pumpe soll nächste Woche hier sein.

Am Abend dann bekam ich Besuch, nicht nur von Ali, der mir mein Mittagessen für morgen bringt, sondern auch von Lehbib, dem Polizisten, der mir damals kein Ticket geschrieben, sondern sich nett mit mir unterhalten hat für mein Falschparken. Er machte sich Sorgen und wollte mal sehen, wie es mir geht. Außerdem brachte er eine Tragetasche voller Obst mit. Und wie wir uns so unterhielten kam er auf den Gedanken, eine seiner Freunde anzurufen mit dem Ergebnis, dass ich hier wohl am Mittwoch sowohl mein Visum als auch das Passavant für die Fahrzeuge verlängern lassen kann. Na wunderbar, spart mir eine Fahrt und Hotelübernachtungen in Nouakchott. Ich bin zwar nicht komplett überzeugt, dass das möglich ist, aber er versicherte es mir mehrfach. Also am Mittwoch wollen wir zusammen in die Büros gehen, da er am Mittwoch nicht arbeitet.

 Im Kindergarten wurde den Kindern mitgeteilt, dass ich den letzten Tag hier bin. Alle sahen mich sehr traurig an und verabschiedeten mich dann herzlichst. Ich werde die kleinen Rotznasen vermissen. Rotznasen, ja, das ist richtig, denn trotz ständiger Wärme läuft vielen von ihnen dauernd die Nase. Davon war ich ja auch vor drei Wochen krank geworden. Jetzt scheint mein Immunsystem wieder zu funktionieren. Ich gehe davon aus, dass viele Kinder aufgrund der hohen Luftverschmutzung Probleme haben.

Langeweile war angesagt. Trotzdem muss man zwischendurch mal etwas arbeiten, so z.B. die Steuererklärung vorbereiten. Und dabei gelegentlich nachsehen, ob es Neuigkeiten bezüglich der Pakete gibt. Und siehe da, es scheint, dass das zweite Paket ebenfalls eingetroffen ist. Jedenfalls sagt die Sendungsverfolgung dieses. Das wäre ja genial, dann kann Antonio morgen beide Pakete abholen und direkt zum Bus bringen der mir dann die Pakete direkt nach Atar mitbringt. Das ist hier offensichtlich üblich, ich kenne das ja schon aus Nepal und Laos, Kambodscha und Vietnam. Nur muss ich dann mal sehen, wer mit mir zur Busstation geht und das schwere Paket trägt. Alternativ werde ich mir für die 500 m ein Taxi nehmen müssen.

 Mein Polizist ging mit mir zum Amt um das Visum verlängern zu lassen. Klar, macht sie, aber erst nächste Woche. Ja, das Visum reicht ja auch noch bis zum 29.3. und die Pakete dürften auf dem Weg sein. Wahrscheinlich kann ich sie heute Abend abholen und morgen dann die Reparatur durchführen. Das wäre perfekt. Mal sehen, was wird.

In jedem Fall aber bin ich heute das letzte Mal in der Schule, denn ab morgen haben die Kinder zwei Wochen Ferien, weil Ramadan heute endet. Ich habe noch einmal mit 5 Schülerinnen gearbeitet, versucht, ihnen zu erklären, sie man den Stift zum Malen und Schreiben hält. Es ist unglaublich schwierig, denn sie haben sich die falsche Haltung angewöhnt. Und auch das Ausschneiden einer Figur fällt ihnen schwer, obwohl sie bereits im zweiten Schuljahr sind.

Auf dem Rückweg sprach ich mit Aurora über ein kleines Mädchen, das ich in der Stadt schon zweimal gesehen hatte. Sie hat die vorderen beiden Zähne im oberen Kiefer waagerecht stehen und kann den Mund dadurch nicht schließen, essen und sprechen dürfte ausgesprochen schwerfallen. Wir sprachen über Zahnärzte hier und sie erzählte mir von einem Projekt, das sie mit zwanzig Frauen durchgeführt haben. Es ist sechs Jahre her und alle zwanzig Frauen haben ihre Zähne gemacht bekommen. Auch Zahlersatz wurde bezahlt. Sie sprach auch davon, welche Kosten angefallen waren. Dann sagte ich ihr, sie möge sich doch bitte darum bemühen, dass dieses Mädchen die Zähne gerichtet bekommt. Ich wäre bereit, die Kosten zu übernehmen. Mal sehen, was daraus wird. Ich werde jedenfalls nachfragen, denn dieses Kind hat ohne einen guten Zahnarzt in ihrem Leben keine Chance. Hoffentlich klappt es.

 

Die Reparatur ist gelungen, wenn auch mit einer großen Schweinerei. Ich musste dafür meine Garage soweit herrichten, d.h., das Quad herausbringen, das Regal rechts leerräumen, das Regal auf die andere Seite bringen und die Revisionstüren öffnen. Was bin ich froh, dass wir die haben einbauen lassen. Sonst hätte ich hier und jetzt keine Chance auf den Einbau der Pumpe gehabt. Dann wurde die Pumpe getauscht von einem hiesigen Mechaniker, die Tanks aufgefüllt und die Anlage entlüftet. Dabei passierte es dann. Im Fahrerhaus auf der Erde ist das Lenkgetriebe, und da ist ein Ventil, wo die Luft herauskommt bei laufendem Motor und natürlich das Öl ebenfalls. Auf dieses Ventil steckt man einen Schlauch, der dann am anderen Ende in die Tanks geht und so entsteht ein Kreislauf und die Anlage entlüftet sich bei laufendem Motor. Jetzt ist die Pumpe natürlich reichlich am drehen und bewegt das Öl in dem Kreislauf. Und wenn dann der Schlauch von dem Ventil rutscht und das Öl mit Druck aus dem Ventil spritzt bis unter das Dach der Fahrerkabine hat man anschließend reichlich zu tun. Da bin ich dann mal wieder froh, dass nur Blech um mich herum ist und kein Stoff oder sonstige Materialien, die das Öl postwendend aufsaugen würden. Meine Haare und ich waren jetzt jedenfalls in Öl geduscht. Zum Schluss rutschte auch noch der Schlauch aus den Tanks und die zweite Sauerei war da, wenn auch nicht so groß wie die erste. Ich hatte ja den Schlauch extra hoch über die Motortür gelegt. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist den herunterzunehmen, ist für die zweite Sauerei verantwortlich. Wenn man nicht alles selbst macht 😊

Zum guten Schluss war Duschen und dreimal Haarewaschen angesagt. Ali versuchte dann noch mein Passavant für das Fahrzeug zu verlängern, was ihm aber nicht gelang. Man wollte, dass ich mit dem Fahrzeug zu ihnen fahre. Er sagte, ich könne es nicht fahren, es würde gerade repariert. Interessierte nicht, so bekam er keinen Stempel. Daraufhin hat mein Polizist Bilder vom Fahrzeug gemacht, ist zum Amt und siehe da, sobald Uniform kommt geht plötzlich alles. Und das Ganze ohne Kosten.

Am Nachmittag besuchte ich nochmals Leonie im Camp Ground Bab Sahara und wir unterhielten uns. Sie hatte etwas Stress und damit wenig Zeit. Dafür bekommt sie heute Abend eine Flasche Rose von mir, denn sie steht hier was Alk. anbetrifft ziemlich auf dem Trocknen, wenn ihr nicht gelegentlich einige Touristen etwas abgeben. Da ich ja jetzt sozusagen schon mit einem Fuß im Senegal bin und noch genügend habe ist das kein Problem für mich und Leonie freut sich. Sie brauchte mir nicht wirklich helfen, hätte aber jederzeit alles ihr Mögliche gemacht. Und da kann man durchaus mal danke sagen.

 

Ich fuhr relativ früh los und gleich zur nächsten Tankstelle um aufzutanken. Denn bis nach Nouakchott wäre es knapp geworden. Dann ging es los, allerdings nicht weit. Nach 5 km bildete sich weißer Rauch und ich kam mir vor wie in einer Wolke. Angehalten, Marcel angerufen und ihm das Problem geschildet. Es bildete sich vornehmlich Rauch auf der linken Seite. Er meinte, schnell mal den Vorfilter säubern, könnte sein, dass ich mir Wasserdiesel eingekauft habe. Gemacht, getan, ist ja keine große Arbeit. Der Vorfilter sah relativ sauber aus. Nach dem Einbau fuhr ich die nächsten 10 km um dann wieder stehenbleiben zu müssen. Diesmal qualmte es reichlich, Öl war ausgetreten und ich hatte Schwierigkeiten, den Motor auszustellen. Schließlich klappte es und ein Anruf bei Marcel brachte die Erkenntnis, dass ein Weiterfahren nicht angesagt ist. Ich kontrollierte den Ölstand und stellte fest, dass es sich reichlich vermehrt hatte. Damit war klar, dass da nicht nur Öl in der Ölwanne ist. Die Vermutung lag nahe, dass Diesel von irgendwoher ins Öl gelangt. Und da der Motor auf der linken Seite qualmte vermutete Marcel, dass eine Einspritzdüse defekt ist. Na, hoffentlich habe ich jetzt nicht noch einen größeren Schaden. Wir werden sehen. Natürlich war kein Mechaniker zu bekommen heute, ist ja der große Feiertag nach Ramadan, da arbeitet keiner. Ich meldete mich bei Ali, der immer hilfsbereit ist. Er sagte, er werde einige Mechaniker fragen, hatte aber letztendlich keinen Erfolg und verschob das Ganze auf morgen. Bin gespannt, ob ein Mechaniker von Atar bereit ist mir zu helfen. Solange konnte ich dann Langeweile schieben.

 

Morgens rief Ali an und sagte mir, er habe keinen Mechaniker gefunden der sich des Problems annehmen will. Hier gibt es nur „einfache“ Schrauber und keine Spezialisten. Folglich blieb nur noch die Möglichkeit Antonio in Nouakchott zu fragen, ob er Mechaniker auftreiben kann. Er tat sein Bestes und fand zwei, die sich am Nachmittag auf den Weg machten und natürlich erst am Abend ankamen. Schrauben war dann nicht mehr angesagt, das verlegten wir auf morgen.

Ali hatte aber am Vormittag noch einen Mechaniker gefunden, der zumindest mal den Ölwechsel vornehmen wollte. Gesagt, getan, und das Problem ist schon mal erledigt und wir müssen uns morgen nicht auch noch darum kümmern. Denn wenn die Mechaniker morgen fertig wird heißt es Abfahrt, 420 km nach Nouakchott.

 

Den ganzen Tag brauchten die Schrauber, um den Motor halbwegs auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu bauen. Hätte nicht gedacht, dass das so aufwändig ist. So bleibt uns nichts anderes übrig, als nur noch ein Stück zu fahren damit ich morgen nicht den ganzen Weg nach Nouakchott zu fahren habe. Um neun Uhr abends war Feierabend, ich holte noch schnell Brot und Bananen, wir hielten kurz hinter der Stadt an einer ruhigen Stelle an, aßen noch etwas und legten uns schlafen. Auf ein Neues morgen.

 

Schon gegen Mittag fuhren wir herein in die Hauptstadt von Mauretanien und trafen dort meinen Retter Antonio. Er freute sich, mich zu sehen, und ich freute mich noch mehr, war ich ihm doch einen großen Dank schuldig für das Besorgen der Pakete und das Schicken der Mechaniker. Ich umarmte ihn, sagte reichlich danke und lud ihn zum Mittagessen ein, was er gerne annahm. Da ich wußte, dass er morgen auf große Reise geht, war mich auch klar, dass er andere Dinge im Kopf hat als mich noch durch die Hauptstadt zu chauffieren. So gingen wir in ein Fischrestaurant essen und ich zahlte die Rechnung. Wobei, das war eigentlich falsch. Antonio sagte mir, dass das in Mauretanien anders läuft. Einer läd ein zum Essen. Der Andere bezahlt und so hat man sich den Restaurantbesuch geteilt. Nein, nein, nicht mit mir. Das Bezahlen ließ ich mir nicht nehmen, hatte er doch so viel für mich getan.

Weiter ging es Richtung Grenze, und 40 km davor am Rande des Nationalparks fand ich ein schönes Plätzchen zum Stehenbleiben. Und hier übernachte ich jetzt und warte auf die Dinge, die morgen angesagt sind.

 




Und schon wieder kam ich nicht an mein Ziel, wo die anderen Reisenden bereits auf mich warten.

Aber eins nach dem anderen. 40 km zur Grenze, bedeutet, 1,5 Stunden fahren, denn es war Schotter- und noch mehr Buckelpiste angesagt. Schön langsam da, wo die Schlaglöcher sind. Denn ich wußte ja, dass mein Stoßdämpfer nicht mehr in guter Verfassung ist. Das ist die nächste Baustelle die ich zu erledigen hab, so dachte ich. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewußt, dass noch was anderes dazwischenkommt. Und so fuhr ich zur Grenze, erledigte die Formalitäten auf Seiten Mauretaniens, wechselte Geld, kaufte eine SIM-Karte und wollte losfahren. Ich fuhr rückwärts, wohl wissend, dass kein PKW hinter meinem LKW steht. Und dann gab es einen Knall. Ich dachte zunächst, ich hätte einen PKW gerammt, stieg aus und da war kein Auto. Mein Stoßdämpfer war noch wie gehabt. Also einsteigen und weiterfahren, und es knallte nochmals. Aber nur, wenn ich eine Linkskurve fuhr. Und da der nächste Grenzübergang geradeaus war fuhr ich erst einmal dorthin um die Einreiseformalitäten für den Senegal zu erledigen. Und dann ging es geradeaus bis zur nächsten Linkskurve, und wieder gab es einen Knall, nur diesmal nicht so laut. So kann ich nicht fahren, stieg aus und sah, dass von der zweiten Achse in der Mitte, da wo die Aufhängung ist, alle Schrauben gebrochen sind. Ich ging zum nächsten Laden und fragte die Männer nach einem Mechaniker, der das Problem beheben könnte. Sie kamen mit, besahen sich den Schaden, fingen an und glaubten, sie könnten die Aufhängung wieder in die richtige Position schieben, stellten fest, dass das blödsinnig ist und bestellten den Mechaniker. Der kam, sah sich den Schaden an und fuhr los, um Schrauben zu kaufen und einen Dreher mitzubringen, der die abgebrochenen Schrauben aus den Halterungen schraubt. Alles dauerte natürlich seine Zeit und nichts ging reibungslos vonstatten. So waren sie mit der Arbeit bei Sonnenuntergang fertig und ich kann mich hier auf einen netten Abend vorbereiten. Gut, dass diesmal die Straße breit genug ist und ich nicht unbedingt mittels Taschenlampen an den Fenstern für meine Sicherheit sorgen muss.

Jetzt habe ich erst einmal genug von Reparaturen und hoffe, dass die nächste auf sich warten läßt. Klar, die Stoßdämpfer müssen getauscht werden, die neuen fahre ich ja inzwischen spazieren. Aber das hat Zeit, bis ich aus Deutschland zurück bin.

 












Die Strecke waren 233 km, und die fuhr ich soweit es ging, nämlich nur 222 km. 11 km vor Ankunft hörte ich erneut ein Knacken in der Rechtskurve, hielt an wo es ging und schaute nach. Alle Schrauben waren aus der Halterung heraus, die die Mechaniker gestern reingeschraubt hatten. Was lief da gestern falsch? Wieder stand ich am Stadtrand mit der Möglichkeit, Hilfe zu bekommen. Und die kam auch schnell. Es dauerte keine zwei Minuten da war der „Nachbar“ von mir parat, er sprach einigermaßen englisch, fragte, was mein Problem ist und holte einen Mechaniker, der 50 m weiter seine Werkstatt hat. Er kam sofort, sah sich den Schaden an und fing an zu reparieren. Glaubte ich jedenfalls. Er nahm alles soweit auseinander wie er meinte, dass es notwendig sei, baute alles wieder zusammen und bekam die Schrauben nicht wirklich fest. Klar, er hatte ja schief zusammengebaut. Als ich ihn fragte, warum noch Lücken zu sehen sind verstand er, dass ich nicht ganz blöd bin und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Dass er für diese Arbeit kein Geld bekommt war ihm wohl auch sofort klar. Mein sog. Nachbar kam wieder und fragte nach dem Ergebnis und ich erklärte ihm, dass das ja mehr Verschlechtern als Verbessern war, ich dafür nichts bezahle und jetzt einen Mechaniker brauche, der ganze Arbeit leistet, und bitte sein Handwerk versteht. Er sagte, er hat einen LKW-Schrauber an der Hand der weiß, was er tut, er werde ihn gleich mal anrufen. Gesagt, getan, ich erklärte ihm, welche Schrauben wir brauchen und er versicherte mir, dass der Mechaniker morgen früh gegen 10 Uhr hier sein will. Afrikanische oder Deutsche Zeit? Deutsche meinte er, ich lass mich überraschen. Am Abend war ich dann überrascht als ich Besuch bekam. Meine Freunde kamen, brachten mir ein Feierabendbier und etwas zu essen, das ich eigentlich mit ihnen zusammen am Lake Rose essen wollte, allerdings schon heute Mittag und nicht erst heute Abend. Sie fuhren dann auch ein Stück weiter um die Nacht in der Nähe zu verbringen und wollen morgen wiederkommen und meine Papiere abholen, die ja noch nach Dakar müssen um den Stempel abzuholen.


 

Morgens kamen Carlos, Magy, Christian und Nina, holten mein Carnet, mein Passavant sowie die anderen Papiere in Kopie und fuhren damit nach Dakar, um dort noch zu bleiben. Ich sagte ihnen, dass ich dann ebenfalls nach Dakar kommen würde.

Der Mechaniker kam, allerdings erst um ein Uhr. Er hätte noch die Schrauben besorgen müssen, was er sonst noch gemacht hat bis eins entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe auch nicht nachgefragt. Jedenfalls fingen wir an zu arbeiten, ich musste mithelfen, da er alleine war. Das Ergebnis war, dass er feststellte, dass die Gewinde in den Schraubenlöchern kaputt sind. Klar, hatte man ja vorgestern ausgebohrt und offensichtlich stark beschädigt. Sonst wären ja die Schrauben nicht herausgeflogen. Der Mechaniker sagte, er müsse einen Dreher besorgen, der neue Gewinde einschneidet. Zum Glück hatte er gleich die 14er und 16er Schrauben mitgebracht. Nach Rückkehr vom Dreher sagte er mir, der Dreher würde nicht zu mir kommen, ich müsste dahinfahren. Die Idee fand ich nicht wirklich gut, aber ich habe mal wieder keine andere Chance. Er baute alles zusammen und fixierte alles mit Spanngurten, so dass ich morgen die 10 km zum Dreher fahren kann. Es ist nur eine Rechtskurve, das wird wohl funktionieren.

 

Meine Freunde teilten mir mit, dass Dakar die „Hölle“ ist und sie keinen Platz für meinen KAT dort, wo sie stehen, hätten. Ich entschloss mich auch aufgrund der Tatsache, dass ich morgen nochmals die Reparatur durchführen lassen muss, nicht nach Dakar zu fahren und fand einen schönen Platz, an den ich, wenn alles fertig ist, fahren werde.

 

Statt um 8 kam der Mechaniker um 9 Uhr an und wir fuhren gleich los zum Dreher. Nach einiger Kurbelei stand ich so, dass man problemlos die Reparatur durchführen konnte, parallel zur Straße so dass die Fußgänger noch daneben hergehen können. Wir schraubten wieder soweit möglich gemeinsam alles auseinander damit der Dreher die Gewinde auf 16 erweitern kann. Dann mussten die Schrauben eingemessen werden, denn sie waren zu lang. Zwischendurch war beten angesagt, denn es ist ja Freitag und da wartet gegen frühen Nachmittag das Freitagsgebet auf den Muslim. Kein Problem, mach ich auch eine Pause. Gegen drei Uhr war alles geregelt, geschraubt und bezahlt und wir konnten uns für die Abfahrt in den LKW setzen. Der Mechaniker fuhr noch ein Stück mit um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Und es war ok. Ich fuhr dann noch 25 km weiter zu meinem Stellplatz an den Strand den ich dann den anderen Mitreisenden mitteilte. Sie wollen morgen zu mir kommen, weil sie genug haben von Dakar.

Angekommen am Strand kontrollierte ich die Achse, und alles Schrauben waren da, wo sie sein sollten. Hoffentlich bleibt das jetzt mal so. Ich muss jetzt noch einmal ein Stück fahren zum nächsten Campingplatz um von dort aus meinen Urlaub in Deutschland anzutreten.

 

Ich machte meinen Haushalt indem ich mal wieder beim Bettenabziehen anfing, über Fensterputzen zum Badezimmer mich vorarbeitete und dann noch den Fußboden wischte. Die übliche Hausarbeit eben, so neben dem Wäschewaschen, was auch mal wieder notwendig war. Gegen Mittag trafen die beiden Trucks ein und wir freuten uns, dass wir noch einige Tage gemeinsam verbringen können bevor ich nach Deutschland fliege am Dienstag. So verbrachten wir einen ruhigen Tag zusammen und hatten uns viel zu erzählen.

 







Auch heute gestaltete sich der Tag ruhig, mit viel Erzählen und Spazierengehen. Letztendlich aber war jeder mit seinem Plan für die nächsten Tage beschäftigt. Ich musste mich auf die Reise vorbereiten und die anderen Reisenden auf die nächsten Tage und die Plätze, die anzufahren sind.

 










Morgen geht es los, wobei, eigentlich heute Abend, denn der Flug geht um 1 Uhr heute Nacht. Ich fuhr früh los und wollte auf dem Campingplatz noch einige Dinge erledigen wie Wasser tanken und meinen Rucksack für Deutschland packen. Leider war bei Ankunft am Platz dieser besetzt von einer Schulklasse, die Fahrradtraining hatten. So musste ich vor dem Tor warten bis ca. 2.30 Uhr, um hineinfahren zu können. Was macht man in der Zeit ausser essen? Nichts. Dann konnte ich hereinfahren und auch gleich meine Wassertanks auffüllen, damit ich bei Rückkehr sofort losfahren kann. Das Wasser scheint nicht das Beste zu sein, aber besser als nichts. Durch das Wäschewaschen sind die Tanks nur noch weniger als halb voll. Dann Rucksack packen, Abendessen, duschen und auf das Taxi warten, das mich gegen 9 Uhr zum Flughafen bringen will. Hoffentlich kommt es pünktlich damit ich das Flugzeug nicht verpasse. Bei meinem Glück wäre es eigentlich eher wahrscheinlich, dass es zu spät kommt. Wir werden sehen.

Samstag, 14. März 2026

Mauretanien ab dem 18.2.2026

 Wir wollten früh nach Atar aufbrechen, dort einkaufen, Geld holen, tanken und dann zu unserem See fahren. Es kam mal wieder anders als geplant. Wir fuhren los, diesmal insgesamt drei LKW, die anderen beiden LKW fuhren bereits eine halbe Stunde vor uns los, sie wollten nach Atar und dann zügig in den Senegal. Wir wollten ja nach dem Ausruhen zu den Krokodilen.

Also Abfahrt, und 12 km vor Atar machte meine Lenkung komische Geräusche, ich hielt an und merkte, dass Öl ausgelaufen war, ziemlich viel. Erst konnte ich nicht genau erkennen ob es Öl oder Diesel war, aber es war fast geruchlos und auch die Stellen die in Mitleidenschaft gezogen waren deuteten nicht auf Diesel hin. Folglich musste es Hydrauliköl sein. Und richtig, ein Behälter war fast leer. Wir füllten ihn auf und ich fuhr bis Atar, am großen Kreisverkehr mitten in der Stadt ging dann gar nichts mehr. Ich fand noch einen passenden Parkplatz und mir war klar, dass das hier ein größeres Problem ist. Hatte ich ja schon lange nicht mehr. Dann kam ein Mechaniker, füllte die beiden Tanks bis oben hin voll und ich konnte die nächste Sauerei wegmachen, denn natürlich war es mit Nachfüllen des Öls nicht getan. Ok, hätte klappen können, hat es aber nicht. Eine kurze Nachfrage bei meinem Mechaniker Marcel in Deutschland ergab, dass ich eine neue Servopumpe brauche, die natürlich nicht in meinem Ersatzteillager zu finden ist. Dann war klar, ich kann mich hier einrichten bis das Ersatzteil aus Deutschland geliefert wird. Hoffentlich passiert es zügig den Zoll. Es kam dann noch ein Guide, der fast perfekt englisch spricht und versicherte mir, dass das Ersatzteil umgehend, sofern es in Mauretanien angelangt ist, nach Atar geholt werden kann. Er hätte noch einen Mechaniker an der Hand, der üblicherweise an Militärfahrzeugen schraubt. Der würde mir die Pumpe einbauen. Danke, das war die Lösung die ich brauchte. Dann kamen noch einige Mädels die mit mir quatschen wollten, gerne doch, kann ja nur denen und mir helfen.

Bei Dunkelheit sah ich einen Polizisten hier in der Nähe sitzen. Ich ging zu ihm, erklärte ihm meine Situation und er meinte, ich würde hier sicher stehen, weil das Gebäude, vor dem ich stehe, nachts bewacht ist. Perfekt, dann mal gute Nacht.

 

Ich hoffe, das Paket ist bereits auf dem Weg, wissen tue ich das immer noch nicht, weil ich keine Mitteilung von Marcel bekommen habe. Wird schon klappen.

Morgens musste ich erst mal das Öl soweit es ging aus dem Motorraum entfernen und den Müll von gestern beseitigen. Elias kam und brachte mir zwei Brote, etwas kleiner als Baguette und ungemein lecker. Ich esse das Brot gerne auch direkt warm aus dem Ofen ohne Belag. Dann war Einkaufen angesagt, Mittagessen kochen und lesen. Am Nachmittag wollte ich zum nahegelegenen Park wandern. Auf dem Weg dorthin sprach mich eine Frau an, die offensichtlich nicht aus Mauretanien stammt. Sie sprach englisch und fragte mich, ob ich hier wohne. Ich erklärte ihr meine Situation und sie erläuterte, was sie hier macht. Sie gehört zu einer christlichen Mission, kommt eigentlich aus dem Libanon und ist in verschiedenen Ländern bereits tätig gewesen und jetzt eben hier in Atar. Sie leitet im Armenviertel eine Nachmittagsschule für die Kinder der armen Menschen hier. Ich sagte spontan ihr helfen zu wollen und sie freute sich riesig. Wir gingen noch zusammen zum Markt, kauften einen Sack voll Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren und Tomaten, packten alles in ein Taxi und fuhren zu der Schule. Die Gegend kannte ich bereits, war ich doch dort schon um den KAT mit Wasser aufzufüllen. Mir war vor zwei Wochen schon von dem Polizisten, der mir eigentlich einen Strafzettel verpassen wollte, gesagt worden, dass es hier ehr arme Menschen hin verschlägt. So hatte ich das auch gesehen. Wir gingen in die Schule und die Kinder warteten schon auf uns. Ich musste in vier Hefte Buchstaben und Wörter mit zwei Buchstaben schreiben. Die Kinder haben keine eigenen Hefte, denn sie würden diese möglicherweise den Tieren zum fressen geben. Es gibt auch nur ein Schulbuch für die französische Sprache, und das gehört einem Schüler der es mitbringt und zur Verfügung stellt. Ich kümmerte mich dann um vier kleine Mädchen im Büro von Aurora ( der Name der Lehrerin) die schreiben und lesen lernen sollten. Sie mussten die Buchstaben a, i, b und l lernen und Verbindungen wie la, lo, li, le lesen können. Unglaublich schwierig für die Kinder die Buchstaben und Buchstabenverbindungen zu schreiben. Aber es machte ungemein Spass, mir, und offensichtlich auch den Mädchen. Anschließend gingen wir zurück in die Klasse und natürlich waren die Mädchen jetzt besser als die Jungen. Eins zu null für das weibliche Geschlecht.

An Abend bekam ich noch Besuch von Ali, dem Guide, der mir helfen will und wir unterhielten uns noch eine Zeit lang. Macht die Sache hier in jedem Fall einfacher.

 

Das Paket ist noch nicht auf dem Weg, Marcel ist krank und ich muss länger warten.

Die beiden anderen Trucks kamen heute Morgen um noch einige Besorgungen zu machen, mit mir noch einmal zu Mittag zu essen und dann weiterzufahren nach Matmata zu den Krokodilen. Ich glaube, denen fiel der Abschied schwerer als mir. Ich bin es gewohnt allein zu sein und auch auf Ersatzteile zu warten. Trotzdem wäre ich natürlich gerne mitgefahren und werde die Drei vermissen.

Mittagessen gibt es trotz Ramadan hier in einer Großküche (nun ja, die riesigen Töpfe stehen im Hof und werden über Feuer heiß gemacht. Viele Geschäftsleute holen sich hier das Mittagessen ab. Es gab Couscous mit Möhren, Kartoffeln und Fisch. Einfach lecker für weniger als 3 Euro incl. einer großen Flasche Wasser. Natürlich war das jetzt kein Sternerestaurant, aber das Essen war reichlich und sehr schmackhaft. Da kann man über einige Unzulänglichkeiten hinwegsehen.

Dann kam der Abschied, wir umarmten uns und wünschten einander für die nächste Zeit alles Gute und hoffen auf ein schnelles Wiedersehen in Nouakchott mit fahrbaren LKW.

Am Abend bekam ich wieder Besuch von Ali, er versprach mir für Morgen ein Abendessen zu bringen. Bin gespannt.

 









































Mein zweiter Tag in der Schule und schon war ich zu spät. Nicht in der Schule, aber Aurora hatte mir gesagt, ich solle gegen viertel vor neun an einem bestimmten Ort nahe meinem Stellplatz sein, ich hatte natürlich viertel nach neun verstanden. Und als ich gerade gehen wollte stand sie an der Tür und so beeilten wir uns ein Taxi zu bekommen um zur Schule gefahren zu werden. Ca. drei km der Weg, Kosten für uns zusammen ca 60 Cent. In der Schule angekommen erklärte mir Aurora meinen Job und nach und nach kamen die Mädchen und ein Junge zum Lernen. Sie waren schon jugendlich, also wesentlich älter als vorgestern. Es macht schon Spaß zuzusehen, wie sie versuchen französisch zu sprechen und, was für die Mädels viel schwieriger ist, zu schreiben. Sie haben sich offensichtlich gefreut, dass eine Touristin ihnen hilft. Ich hatte Bonbons mitgebracht, Stifte und Seife zum Hände waschen. Ich hatte sie selbst geschenkt bekommen, kann aber hier mit meinem kleinen Waschbecken keine Seife hinlegen. Und so findet sie sicher eine gute Verwendung.

Der Nachmittag war dann natürlich langweilig, weil ich auch bei 34 Grad im Schatten keine Lust verspürte noch großartig mit Putzen und Aufräumen anzufangen. Lediglich einkaufen war ich noch, sollte ich doch am Montag für die Kids, die zum Spielen kommen, Kekse kaufen. Das kann warten bis die Temperaturen hier etwas heruntergehen, was übermorgen der Fall sein soll. Morgen ist Sonntag, da hat die Schule zu und ich kann mit leichten Arbeiten beginnen. So der Plan.

 









Schule war heute keine, und Kindergarten auch nicht. Also konnte ich mal anfangen zu putzen. Ich versuchte, allen Sand aus jeder Ecke zu fegen und wischen, allein, es gelingt nicht. Aber es sieht alles schon mal etwas sauberer aus als vorher. Auch schon ein Erfolg.

Zwischendurch bekam ich Besuch, ein Ehepaar, das ich bereits in der Türkei kennengelernt habe und die mich an meinem LKW wiedererkannt hatten. Wir verabredeten, dass ich sie am Nachmittag auf dem Campingplatz besuchen komme. Sie waren nicht allein, sondern fuhren zusammen mit Johannes, einem Österreicher. Wir plauderten eine ganze Weile bis ich mich verabschieden musste, denn ich erwartete mein Abendessen heute von Ali, dessen Schwester für mich kochen wollte. Es hat sich gelohnt und war so viel, dass es noch für morgen reicht. Eine ganz andere Küche als ich sie aus den Restaurants kenne, wo man eigentlich immer das Gleiche vorgesetzt bekommt.

Mit Silvia, Helmut und Johannes hatte ich mich noch für morgen Abend zum Abschiedsessen verabredet.

 

Der Kindergarten ruft. Obwohl, eigentlich ist es kein Kindergarten. Die Missionsstation hier hat einen großen Spielplatz und einen Kindergarten mit drei Gruppen. Dies hier sind allerdings Kinder aus der Stadtmitte und nicht aus dem Armenviertel. Sie sind drei, vier und fünf Jahre alt und die Eltern zahlen dafür, dass die Kinder jeden Tag hier betreut werden. Meine Arbeit bestand darin, die Kinder aus dem Armenviertel, die einmal in der Woche hierher kommen um sich auszutoben an den Spielgeräten, mit zu beaufsichtigen, was einen Riesenspaß machte, nicht nur mit sondern vor allem den Kindern. Sie bekamen gar nicht genug vom Schaukeln und Rutschen und lachten ohne Unterlass. Leider dauerte der Spaß für die Kinder nur eine Stunde, dann wurden sie wieder nach Hause gefahren. Morgen geht es weiter mit dem Spass und einer anderen Kindergruppe aus dem Armenviertel.

Am Nachmittag war ich aus mir unerklärlichen Gründen unglaublich müde und damit hatte es sich mit Putzen und Aufräumen. Lesen und schlafen war angesagt bis zum Spätnachmittag, als ich mich dann zum Campingplatz aufmachte um zu quatschen und mit den anderen zu essen. Ein Drei-Gänge-Menü kam auf den Tisch, leider wieder in Restaurantqualität. Es schmeckt, ist aber nicht abwechslungsreich. Außer, dass es diesmal noch einen Salat gab und einen Kaffeepudding zum Nachtisch. Man hatte mich eingeladen, wofür ich mich herzlich bedankte und dann verabschiedeten wir uns, weil die Drei morgen weiterfahren wollen.

 




Mein Paket wurde gestern abgeschickt, per Express, ist aber heute noch nicht in Soest angekommen. 300 km, in der Zeit kann man es mit dem Fahrrad von Frankfurt nach Soest bringen. Ich bin ziemlich sauer, weil natürlich der Expresszuschlag gezahlt wurde und es im Schneckentempo voran geht. Unglaublich.

Kindergarten war wieder angesagt, eine halbe Stunde eher, dafür 1,5 Stunden toben für die Kinder. Da ich mich um 5 bis 7 Kinder auf ihren Schaukeln kümmerte war es ganz schön anstrengend für mich. Ich wollte ja mein Bestes geben und die Kinder wollten gar nicht tauschen und kamen immer wieder zu mir gerannt um geschaukelt zu werden. Danach war Schubladen aufräumen und saubermachen angesagt. Gut, dass ich nur drei Schubladen habe, und so konnte ich mich zeitig meinem Buch zuwenden.

Von Ali gab es wieder zwei Teller mit Abendessen, eine Suppe, Salat, Fisch, Pommes, Pfannkuchen und Gebäck mit Fleisch drin. Reicht für heute und für morgen.

 



Platz für 10 Kinder, eine Erzieherin und ein Fahrer




Das Paket ist bei meinem Sohn angekommen, der es zu DHL brachte für den Versand nach Mauretanien. Das erste Paket wurde heute in das Flugzeug gebracht und ist folglich ebenfalls auf dem Weg. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass es bereits in Mauretanien ist, weit gefehlt. Damit ist klar, dass ich mich noch eine Weile hier aufhalten muss.

Vormittags war nichts zu tun und so räumte ich weiter Schränke und Schubladen auf. Nicht so lange, denn es muss ja noch übermorgen was zu tun sein. Morgen ist Staukästen entsanden angesagt.

Am Nachmittag hatte ich wieder Schule, diesmal mussten die Kinder Rechenaufgaben üben, das kleine Einmaleins, diesmal als Zahlen geschrieben. Ich musste die Aufsicht führen. Anschließend wurde eine Blume auf einem DIN-A4 Blatt ausgemalt, die nächste Woche ausgeschnitten wird. Am 6. März ist der Tag für die Mütter und die sollen dann die Blume bekommen von den Kindern.

Ali hat mich heute Abend versetzt, weiß der Himmel, was der macht, auf den war bislang immer Verlass. Kommt bestimmt morgen wieder.

 

Nachdem ich mich am späten Vormittag aus dem Bett geschält habe war Sport angesagt und diesmal anstelle des Duschens erst einmal Staukästen aufräumen und vom Sand befreien. Klar war Duschen danach angesagt, denn ich konnte den Sand mit der Schaufel und dem Kompressor herausholen. Jetzt ist alles wieder schön aufgeräumt und ziemlich sandfrei. Mal sehen, wie lange das so bleibt. Obwohl, die nächsten Tage wird sich nicht viel tun, ich kann ja nicht wegfahren.

Am Abend kam Ali mit dem Abendessen. Leider hatte ich schon gegessen und stellte alles in den Kühlschrank für morgen. Ich kann nicht abends um halb neun noch essen, vorher verhungere ich. Ist einfach nicht meine Zeit, und schon gar nicht kann ich mit vollem Magen ins Bett gehen.

 






























Die Pakete sind angeblich im Flugzeug bzw. in der Transportbox für das Flugzeug. Hoffentlich hebt es bald ab damit ich in der nächsten Woche die Pakete abholen kann.

Heute war Frühschicht in der Schule bzw. den Kindergarten angesagt. Denn freitags gibt es für die Kinder eine warme Mahlzeit und anschließend einen Joghurt und heute einen Keks von mir. Ich betreute die kleinen Kindergartenkinder, spielte mit ihnen und sang und tanzte nach Musik. Dann war Essen verteilen angesagt und spülen. Es gab Nudeln mit Möhren und Huhn. Sicherlich wäre mehr Gemüse und weniger Nudeln gesünder gewesen, aber das Gemüse ist hier sehr teuer und es muss ja alles bezahlt werden. Die Mission lebt nur von Spendengeldern.

Am Nachmittag bekam ich dann zweimal Besuch. Einmal von einem Ehepaar, das ich aus Saudi Arabien kannte und die mein Fahrzeug gesehen hatten. Sie bleiben nur eine Nacht und wollen morgen gegen Mittag weiterfahren. Dann hielten zwei Franzosen mit ihren riesigen Trucks an, sie fahren jeweils mit Familie, d.h. jeweils zwei Kindern, nach Südafrika. Damit war es nicht ganz so langweilig wie die Tage davor.

 

Schule war angesagt, so dachte ich. Aber wenn die Chefin nicht da ist und den Lehrerinnen mitteilt, was ich machen soll, dann braucht man mich offensichtlich nicht. Ich ging zur Schule und wurde kurz vorher umringt von Schülerinnen, die mich bis zur Tür begleiteten. Es war noch niemand da, klar, die Chefin kam heute nicht. Also kommt man später. Die Zeit nutzten die beiden Mädels um meine Haare zu sortieren. Wahrscheinlich haben sie noch nie so glatte und vor allem blondgraue Haare angefasst. Es machte ihnen sichtlich Spaß. Dann kamen die Schülerinnen, heute nur ungefähr 12 und die Lehrerinnen, welche dann nichts mit mir anzufangen wussten. Also machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause, die ersten 800 m in Begleitung von 5 Mädels, die mich an die Hand nahmen und glücklich aussahen.

Am KAT angekommen besuchten mich kurz darauf Rolf und Gabi um mir auf Wiedersehen zu sagen. Sie fahren weiter und vielleicht trifft man sich ja unterwegs nochmal, sie wollen ebenfalls in den Senegal und dann weiter nach Südafrika. Auch sie sind langsam unterwegs. Damit vergeht wieder ein langweiliger Tag und von den Paketen ist noch nichts in Sicht. Lt. DHL warten sie immer noch auf den Transport nach Mauretanien. Seltsam finde ich das schon.


Zu meinem Glück hat der Sandsturm sich gelegt und es gibt wieder freie Sicht, zumindest halbwegs, denn richtig freie Sicht gibt es hier scheinbar nie und sandfrei scheint die Luft hier auch nie zu sein. Jedenfalls war heute Waschtag, vier Maschinen Wäsche, und die mussten trocknen. Bei dem Sturm gestern wäre sie sicherlich schnell getrocknet, aber anschließend hätte ich den Sand herausschlagen müssen. So ist es besser. Die Waschmaschine funktioniert einwandfrei, hoffentlich noch lange. Und wieder ist anschließend Staub und Sand entfernen angesagt, denn es staubt 24 Stunden täglich.

Am Abend dann hatte ich das Gefühl krank zu werden. Gut, der Zeitpunkt ist nicht so schlecht, denn ich habe hier außer Kinderbetreuung sowieso nichts zu tun. Schnupfen und leicht erhöhte Temperatur. Mal sehen, was das noch wird.

 

Fühlte mich noch sehr schwach am Morgen und hab bis gegen zwei Uhr im Bett verbracht. Geht ganz gut, werde nicht gestört hier, hab genügend zu essen und trinken und Bücher habe ich sowieso reichlich.

Dann bin ich aber doch aufgestanden und hab mal nach dem Rechten gesehen, war einkaufen und hab meine Nachrichten gelesen. Ups, Ralf und Gaby haben auch ein Problem mit dem LKW. Eine Schraube vom Abgaskrümmer ist gebrochen. Mal sehen, ob man helfen kann. Und wie gerufen hatte ich Nachrichten auf Insta und facebook von followern, die mir helfen wollten. So konnte ich Kontakte herstellen zwischen denen und Ralf, vielleicht kann ihnen ja ein Mechaniker vermittelt werden der die Reparatur in Mauretanien durchführen kann. Alternativ wollen sie nach Marrakesch oder Agadir, was jeweils ca. 2.500 km entfernt ist. Macht eigentlich keinen Sinn.

Dann kam Ali noch am Abend und erklärte mir, dass er morgen losfahren will um die Pakete abzuholen. Ich sagte ihm, dass das meiner Meinung nach noch zu früh ist, denn mindestens das letzte Paket dürfte noch nicht in Mauretanien angekommen sein. Er wollte trotzdem los und ich kann ihn wohl kaum davon abhalten. Er fährt auch nicht nur für mich, sondern noch für andere, so dass ich die Kosten seines Aufenthaltes nicht alleine tragen muss.



Wie ich schon vermutete ist das letzte Paket noch nicht in Mauretanien. Vielmehr bekam ich gestern spät abends noch eine Nachricht von DHL in der mitgeteilt wurde, dass das Paket noch gesondert untersucht wird in Deutschland. Wozu auch immer. Und dass das zwei Tage und mehr in Anspruch nehmen kann. Das wollte ich dann mal genauer wissen und rief DHL an. Ist zwar etwas schwierig die Telefonnummer herauszubekommen, aber dann hatte ich schnell einen Mitarbeiter am Telefon der mir sagte, dass das Paket tatsächlich gestern Abend auf den Weg gebracht wurde nach Mauretanien, es aber noch bis Ende der Woche dauern könne. Nun gut, es ist auf dem Weg, und damit schon mal nicht mehr im gesonderten Check. Natürlich ist Ali längst in Nouakchott und muss jetzt natürlich meinetwegen dort länger verweilen. Leider auf meine Kosten. Aber gut, das Hotel wird nicht die Welt kosten, auch nicht in Nouakchott.

 

Langeweile macht sich breit. Es gibt nichts mehr wirklich zu tun. Ach ja, ich musste eine Klappe von den Oberschränken neu verschrauben. Das Bambusholz sieht zwar schön aus, aber es ist verleimt, und die Schrauben der Scharniere saßen in der Leimschicht, so dass sich die Leimschicht gelöst hat. Ein neues Verkleben brachte nicht den Erfolg, auch ein zusätzliches Verschrauben der Platten nicht. Ich musste die Scharniere versetzen und etwas höher festschrauben. Jetzt ist alles wieder soweit in Ordnung.

Am Nachmittag war wieder Schule angesagt, meine fünf Mädchen mussten ihre letzte Woche gemalten Blumen ausschneiden. Katastrophe. Die Kinder sind in der dritten Klasse und können nicht mit einer Schere umgehen. Am Ende musste ich die Blumen ausschneiden. Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit, durch Mangelernährung machen sich hier stark bemerkbar. Auch die Feinmotorik ist nicht vorhanden, was sich auch beim Ausschneiden gezeigt hat. Ich hatte genau das schon beobachtet als die Kinder einzelne Buchstaben und dann Wörter in ihre Hefte schreiben sollten. Oft fehlt sicher auch eine Brille.

 

In der Schule hatte man mich gebeten, auch heute zu helfen. Denn morgen ist der große Tag für die Kinder, der Muttertag. Und jedes Kind will bzw. soll der Mutter ein Geschenk übergeben. Ein selbst gemaltes Bild, das allerdings noch auf einen gesonderten Zettel geklebt werden muss. Die Blumen von gestern wurden verwertet und andere mussten noch ausgeschnitten werden. Kann ich ja schon und so war ich fleißig am schnippeln und kleben. Gegen Mittag war alles fertig und Aurora sagte mir, ich solle mich ausruhen, denn, ja, sie hat ja Recht, ich bin immer noch krank. Und morgen ist der große Tag, mit mehr als 100 Gästen und bitte ohne mich.

Der Nachmittag war zum Einkaufen, wobei das immer recht schnell erledigt ist, ist ja alles fußläufig und damit innerhalb kurzer Zeit erledigt. Regt man sich in Deutschland über die Obstpreise auf sollte man mal in Atar einkaufen gehen. 4 kleine Birnen, 4 kleine Äpfel und 5 Bananen machen 8 Euro. Über Weintrauben und Kakifrucht braucht man nicht weiter zu sprechen. Nach anderen Preisen wage ich gar nicht zu fragen. Mauretanien hat kaum eigene Anbauflächen und fast alles muss eingeführt werden, was sich natürlich auf die Preise niederschlägt.

 

 Ich kann im Bett bleiben, weil ich nichts zu tun habe. Lesen ist angesagt, Kaffeetrinken und Frühstücken im Bett ist auch mal nett.

Am Nachmittag dann chillen und bis zum Abend warten, denn dann kamen, wie bereits angekündigt, 6 Freunde von Carlos, Spanier, die Mauretanien im Schnelldurchgang machen und heute in Atar ankamen und im Camp Bab Sahara übernachten. Sie luden mich zum Abendessen und für eine Gesprächsrunde ein. Gerne doch. Ich traf dort noch einen Deutschen aus Bochum und so wurde es ein netter Abend.

 

Ich ging wieder in die Schule und wurde unglaublich von den Kindern begrüßt. Alle wollen mir die Hände reichen, obwohl der Unterricht eigentlich schon angefangen hatte. Aurora teilte mich einer Klasse zu, die einen französischen Text von der Tafel abschreiben musste. Nur wenige aus der Gruppe schrieben mit wenigen Fehlern ab. Ein Mädchen bekam nichts hin, außerdem ist sie Linkshänderin, was ich hier schon oft beobachtet hatte. Und weil ich mir keinen Rat wußte, nahm ich sie mit, und sie bekam eine Stunde Einzelunterricht im Schreiben von mir. Ob es hilft, ich weiß es nicht, denn die Vergesslichkeit ist hier durch die Mangelernährung stark ausgeprägt, und gerade dieses Mädchen scheint sehr liebebedürftig zu sein. Aurora sagte mir, sie fragt jeden Tag nach mir. Viel Spaß hatten wir in der Pause, als ich mit den Kindern das Lied „alle meine Enten“ auf Deutsch einstudierte mit den entsprechenden Bewegungen dazu. Sobald man sich mit den Kindern irgendwie im Spiel beschäftigt sind sie voll dabei. Auch auf unserem Weg zur Hauptstraße um ein Taxi zu winken machte ich mit den Mädchen ein „Laufspiel“, sie hatten einen riesigen Spaß. Auch wenn ich nicht nachhaltig helfen kann, so zeigen mir die Kulleraugen der Kinder doch, dass für den Moment alles richtig ist, und das ist ein herzliches Dankeschön von ihnen.

Vor der Schule hatte ich mit DHL telefoniert und erfahren, dass die Servopumpe am Montagabend in Nouakchott ankommen soll. Hoffentlich bekommt Ali die am Dienstag und kann dann sofort nach Atar zurückkommen. Leider wird das Paket mit den Stoßdämpfern vermißt. Es sollte schon am 28.2. in Nouakchott angekommen sein, wo auch immer es ist, jedenfalls nicht in Mauretanien. Also musste ich einen Nachforschungsantrag ausfüllen. Das wird mich möglicherweise noch länger in Mauretanien aufhalten. Auch wenn ich die Pumpe schon mal einbauen lassen kann und dann sowieso Richtung Nouakchott mich auf den Weg machen muss, solange die Stoßdämpfer nicht angekommen sind muss ich wohl warten. Gut, dass ich den Flug nach Deutschland noch nicht gebucht habe. Die Taufe meines Enkelkindes werde ich wahrscheinlich verpassen.

 

Was macht man, wenn nichts los ist? Richtig, Langeweile schieben, lesen und essen. Am Nachmittag dann ein etwas größerer Spaziergang. Später dann ein Lichtblick, Aurora kam mich besuchen, weil sie ein Stück spazieren gehen wollte. Da komm ich doch gleich mit und zeige ihr einen schönen Weg. Sie wohnt sein Oktober letzten Jahres hier und kannte diese Ecke noch nicht, obwohl es nur eine kurze Entfernung ist von ihrem Haus. Sie freute sich darüber einen Weg gefunden zu haben, den sie auch mit den Kindern gehen kann, denn er führt über den Damm am Fluss entlang, wo kein Auto und kein Motorrad fährt. Außerdem brachte sie mir Schokolade mit, weil ja der Weltfrauentag ist. Danke, die nehme ich doch gerne.

 













































Anfrage bei DHL kommt zu dem Ergebnis, beide Pakete sollten bereits hier sein bzw. heute Abend ankommen. Nun ja, mal sehen. Jedenfalls war ich nicht im Kindergarten heute, sondern hatte eine private Führung durch eine kleine Kinderklinik, geführt von der Mission. Die Ärztin ist aus Madagaskar arbeitet hier seit 3 Jahren und ist seit 15 Jahren in Mauretanien. Die Mütter kommen mit den kleinen Kindern um sie wiegen und untersuchen zu lassen. Wenn ein Kind krank ist wird es entweder hier ambulant versorgt oder ins Krankenhaus geschickt. Das ist für die armen Familien hier ein Problem, denn sie müssen die Kinder mit Lebensmitteln versorgen und haben das Geld für das Taxi nicht. Das Krankenhaus ist außerhalb der Stadt. Und so nutzen alle dieses kleine Hospital um Hilfe zu bekommen. Da es hier in Mauretanien ein großes Problem mit der gesunden Ernährung gibt, viele Familien können sich Obst und Fleisch gar nicht, Gemüse nur wenig leisten, bekommen die Kinder und auch die Mütter hier eine kalorien- und vitaminreiche Mahlzeit. Es war ein besonderes Erlebnis für mich, mir das hier ansehen zu dürfen.

Am Nachmittag dann noch ein langer Spaziergang, besser, als faul auf der Haut zu liegen.

 










Keine Nachricht, lt. DHL sollen die Pakete allerdings in Mauretanien sein, wurde mir am Telefon mitgeteilt. Nun, ich bekomme täglich andere Informationen, leider nie die richtigen. Ali hat nochmals nachgesehen, allerdings wieder ohne Ergebnis. Ich habe ihm gesagt, er solle nach Atar kommen, es hat ja so keinen Sinn.

Am Morgen war ich wieder im Kindergarten und habe geholfen bei den drei- bis vierjährigen. Sie sollten Punkte miteinander verbinden, was für viele Kinder ein großes Problem darstellt. Und dann kommt noch das Problem mit der Konzentration, die nicht immer vorhanden ist. Leider habe ich jedoch keinen Vergleich zu den Kindergartenkindern in Deutschland, so dass ich nicht weiß, ob sie auf dem Stand der deutschen Kinder grundsätzlich sind oder nicht. Jedenfalls freuen sich die Kinder, wenn ich komme und sie umringen mich und nehmen meine Hand. Ein besonderes Hochgefühl bereitet ihnen offensichtlich, wenn ich meine Haarspange entferne und sie meine Haare anfassen dürfen. Klar, wir sprechen hier von Kindern, die schwarze krause Haare haben, da ist mein Haar natürlich mal was ganz anderes. Und das noch anfassen dürfen scheint der Himmel für die Mädchen zu sein.

Auch hier bekommen die Kinder ein nahrhaftes Getränk jeden Morgen.

Am Spätnachmittag war ich in der Mission eingeladen zum Kaffee und Kuchen. Ich konnte mich mit der Ärztin aus Madagaskar, der Kindergärtnerin aus Rwuanda und Aurora, der Lehrerin aus dem Libanon unterhalten und bekam meine Fragen beantwortet. Es sind Frauen die religiös sind und ihr Leben den armen Menschen gewidmet haben. Hochachtung und Hut ab. Es sind keine Ordensschwestern in Tracht, sie haben normale Kleidung an und benehmen sich auch normal.

 

Wieder bekam ich von DHL falsche Informationen wie sich am Nachmittag herausstellte. DHL sagte, die Pakete seine in Mauretanien, jetzt stellte sich heraus, dass DHL gar nicht versendet, sondern Postal Service, sprich, die Deutsche Post. Also kann man die Pakete natürlich auch nicht bei DHL in Nouakchott finden. Jetzt habe ich andere Kontakte, die helfen. Ein Spanier, der hier in Mauretanien für Paketzustellungen UPS, DHL usw. zuständig ist will sich kümmern. Er meint sogar, er könne eine Pumpe für mich finden, da hier solche Fahrzeuge ebenfalls gefahren sind und er diese von der Rallye Dakar kennt. Mal sehen, was geht.

Im Kindergarten wie immer das Gleiche, spielen, helfen und tausend Kinderhände, die nach mir greifen 😊

Neben diesem Kontakt mit Antonio war ich am Nachmittag noch bei Leonie aus Holland, die hier den Campingplatz Bab Sahara innehat. Sie spricht natürlich alle notwendigen Sprachen um Kontakt mit mir und den Einheimischen zu halten. Mal sehen, ob sie noch was ausrichten kann. So finden sich am Ende immer Wege.

 

Ich komme mir vor wie in der Vorweihnachtszeit, wir warten auf das Christkind. Immer noch nichts von den Paketen. Sonntag in einer Woche muss ich nach Nouakchott und mein Visum verlängern lassen. Die Anderen wollen auf mich warten, aber das kann ich fast gar nicht verlangen. Nun, wir werden sehen.

Heute Morgen war Kindergarten angesagt und heute Nachmittag Schule. Katastrophe, wie schlecht die Kinder schreiben können. Die brauchen eigentlich Einzelunterricht. Natürlich, es fällt ihnen schwer, weil sie in arabischer Schrift von rechts nach links schreiben müssen und in lateinischer von links nach rechts. Bei der arabischen haben die Linkshänder Vorteile. Und allein in dieser Klasse hier sind von 20 Kindern 4 oder fünf Kinder, die mit links schreiben, was hier übrigens kommentarlos geduldet wird.

Heute war Ali wieder hier und brachte mir warmes Essen für morgen Mittag.

 

Kindergarten und gemeinsames Essen draußen stand heute auf dem Plan. Die Kinder bekommen Kartoffeln mit Möhren, Tomaten und Rindfleisch, dazu ein Stück Baguette und als Nachtisch einen Apfel. Fast alle essen die Schüssel leer, sogar die Kleinen, obwohl manche von ihnen noch Hilfe benötigen.

Der Nachmittag war wieder einmal langweilig, ist ja nichts zu tun für mich. Und Ali brachte heute Abend nur sich selbst und kein Mittagessen für morgen.