Samstag, 1. August 2026

Senegal ab 7.7.2026

 Zurück in den Senegal, aber vorher noch zur Polizei. Denn Magy hatte ja Bilder und der Neffe des Eigentümers des Grundstücks kannte zwei der drei Diebe. Zwei Stunden verbrachten wir dort, erklärten alles, schrieben auf, fuhren zum „Tatort“, also unserem Stellplatz und zurück. Man schrieb meine Tel. Nr. auf um sich mit uns zu verständigen. Auch die Tel. Nr. des Neffen haben sie jetzt und ich hoffe, dass man das Diebesgut bei den Dieben findet. Denn die sind nicht das erste Mal auffällig geworden. Offensichtlich klauen sie Ziegen und verkaufen diese auf dem Markt. Scheint wohl einfacher zu sein als arbeiten zu gehen.

Die Grenze war nur 8 km entfernt und ein riesiges Chaos. Grenzübergänge sind ja meistens nicht ganz leer, aber hier kamen Busse mit Reisenden an, und an der Straße keine Parkplätze. So war klar, dass ein Fortkommen nur im Schritttempo, wenn überhaupt, möglich ist. Den KAT hatte man zwischendurch mal festgesetzt und ich musste warten, bis die Passagiere des Busses ihre Grenzformalitäten erledigt hatten. Alles ging aber dann doch zügig, keine Kontrollen, weder auf Seiten von Gambia noch vom Senegal. Allerdings wollte ein Grenzbeamter aus Gambia mich direkt heiraten und mit mir kommen. Leider hatte er keinen LKW-Führerschein 😊. Wir hatten eine Menge Spaß. Im Gegensatz zur Grenze vom Senegal, wo alles etwas ernster zugeht und man offensichtlich wenig Spaß versteht. Hier wollte man erst unsere Carnets, dann die Reisepässe und eine Herausgabe war scheinbar nicht geplant. Erst als ich einen anderen Polizisten bat, uns unsere Pässe wiederzugeben war der erste Polizist zwar nicht wirklich begeistert, gab sie uns aber dann doch. Wahrscheinlich hat er auf Geld gewartet, das er letztendlich nicht bekommen hat.

An unserem Zielort angekommen war alles ruhig und wir hatten einen angenehmen Resttag.

 

Auf in das Chaos, genannt Kaolack. Unglaublich, was hier los ist. Klar, die Straße ist eine der Hauptverbindungsstraßen durch den Senegal, und hier vornehmlich nach Gambia. Wir fanden trotzdem einen Parkplatz nahe des riesigen Supermarktes und kauften ein. Dann ging es im Schneckentempo weiter, für 40 km brauchten wir ca 3,5 Stunden incl. Einkaufen. Der Stellplatz war nahe der riesigen Erdnusslager gelegen. Hier konnten wir zusehen, wie die Schaufelbagger die 40 t LKW mit Erdnüssen befüllten. Senegal ist das größte Exportland für Erdnüsse. Sie werden zu Öl und Erdnusssoße verarbeitet.

Am Nachmittag kam der nächste KAT angefahren, ein 6x6 mit Bernd, ein deutscher Reisender, den ich schon auf dem Weg nach Gambia im Supermarkt getroffen hatte. Er gesellte sich zu uns und wird wohl auch zwei Nächte bleiben. Wir alle haben Wäsche zu waschen und einiges mehr zu tun. So verbrachten wir dann den Nachmittag mit vielen netten Gesprächen.

 

Die Waschmaschine stellte ich nach dem Duschen am Morgen an. Zu meinem Glück, denn bevor der Sandsturm losging am Nachmittag war die Wäsche trocken. Erst am Spätnachmittag war ein Spaziergang möglich, davor hieß es Fenster schließen und Sand aus dem Fahrzeug entfernen, der natürlich schon beim ersten Wind gleich durch die offenen Fenster hereingeweht kam. Dagegen gibt es keinen Schutz.

 
















Bernd hatte sich bereits um halb acht morgens verabschiedet, er wollte durchfahren zum Strand während wir noch einen Zwischenstopp einlegten. Wasser tanken und 80 km fahren braucht eben seine 3,5 Stunden hier im Senegal. Die Hauptstraße ist voll mit LKW, die zwischen 35 und 45 km/h fahren. Das Überholen ist nicht immer einfach, häufig mache ich das an den „verkehrsberuhigenden Maßnahmen“ die hier ständig anzutreffen sind. Magy hatte mal gezählt, bei ca 200 km Fahrstrecke waren es mehr als 170 sog. „Bumper“, die uns zwingen, mit geringer Geschwindigkeit, höchstens im dritten, besser im zweiten Gang drüberzufahren. Der ausgesuchte Platz liegt etwas abseits der Straße im Nirgendwo und läd auch nicht zum Spazierengehen ein.

Leider hat Carlos einen Schaden am Fahrzeug und so werden wir mal sehen, was in den nächsten Tagen wird und ob möglicherweise Carlos oder Magy nach Spanien fliegt um ein Ersatzteil zu holen.

 Wir fahren zum angeblich größten Baobab Senegals ca 30 km entfernt, aber auf dem Weg zum Strand. Dort treffen wir Bernd wieder, der hier auf uns gewartet hat. Der Baum hat schon was, allerdings wird er auch gleich touristisch ausgestattet mit Verkaufsständen etc. Leider bekommt man so kein Bild ohne Shops und Menschen, die sich hier niederlassen.

 









 Weiter geht es nach Joal-Fadiouth auf einen Stellplatz, von dem aus man auf die „Muschelinsel“ gehen kann. Bin gespannt. Mittagessen gab es im Fast-Food-Laden, dort gab es heute Reis mit Fisch und etwas Gemüse. Lecker, preiswert, und das Bier durften wir von der gegenüberliegenden Bar mitbringen 😊 Für heute war erst einmal ein Bummel entlang der Landzunge angesagt bis zum Ende. Leider liegt hier überall Müll herum und die Badegäste legen ihre Decken auf den Müll von gestern. Eine der schmutzigsten Ecken, die ich bislang im Senegal gesehen habe.

 















Wir laufen zur Muschelinsel, auf der Brücke werden wir zunächst angehalten von den Angestellten des Touristik-Büros, wir sollen 5.000 CFS zahlen, das sind umgerechnet 8 Euro, um auf die Insel zu dürfen. Klar, uns sieht man an, dass wir nicht von hier sind. Aber was ist mit den ganzen Schwarzen, die von überall her hierhin kommen. Die werden nicht angehalten. Und auf die Frage, warum wir zahlen sollen sagte man Carlos, weil die Insel vom Müll befreit wird. Wir zahlten nicht und wurden dann auch nicht mehr aufgehalten. Auch eine Kontrolle einer Eintrittskarte gibt es nicht. Die ganze Sache kommt mir sehr dubios vor. Und auf der Insel liegt dann reichlich Müll herum. Waren wohl nicht genug Touristen hier die bezahlt haben. Aber bitte, warum soll ich bezahlen damit der Müll von den Senegalesen beseitigt wird? Das erschließt sich mir nicht. 

 












Über die nächste Brücke geht es dann zum Friedhof dieser Insel. Hier ruhen Christen und Muslime nebeneinander, wobei, jede Religion hat hier ihren eigenen Bereich. So ganz „nebeneinander“ stimmt also nicht. Wie auch immer, es war schon interessant. 











 

Mittags konnten wir im Restaurant am Wasser essen, es wurde für uns Schweinefleisch gegrillt. Leider gab es als Beilage lediglich Zwiebeln und Brot und das Fleisch hatte eine dicke Speckschwarte, die ich nicht essen kann. So war mein Hunger anschließend nicht wirklich gestillt.

 

Einkaufen ist mal wieder angesagt, der Markt lag 3 km entfernt und Carlos ging es schlecht. Er hatte wohl zuviel von dem Schweinefett gegessen. Außerdem hatten wir ja noch kaltes Bier getrunken. Nun, jedenfalls kamen wir alle müde zurück und verbrachten den Rest des Tages am Fahrzeug.


Heute bleiben wir noch, damit Carlos sich auskurieren kann. Das bringt mir die Gelegenheit, hier etwas zu putzen und den KAT zu kontrollieren.

Am Nachmittag dann ein heftiger Regen, so dass das Wasser teilweise in Pfützen stehenblieb für die nächsten Stunden. Trotzdem machten gingen Magy und ich rund um die Halbinsel, zumindest von unserem Stellplatz aus zum Ende und auf der anderen Seite wieder zurück. Das Einzige, was wir fanden, war Müll, der ganze Strand hier liegt voll und leider auch der Bereich zwischen den Stränden, der eigentlich eine riesige Grünfläche mit Sträuchern, Bäumen und diversen Blumen ist. Die Menschen campen auf dem Müll von gestern, weil man keinen müllfreien Platz finden kann. Unglaublich, selten habe ich so einen vermüllten Platz gesehen.

 Auf dem Weg zum nächsten Platz nähe Ponto versuchten wir Wasser zu bekommen, der Druck war aber so gering, dass ich, obwohl nur 10 m Schlauch ausgelegt waren, kein Wasser in die Tanks bekam. Nicht dramatisch, ich habe noch genügend.

Wir wollen zum Baobabwald fahren, am Ziel angekommen standen dort keine Baobabs, vielmehr war die komplette Fläche eingeebnet und mit Sand aufgefüllt. So mussten wir uns einen anderen Platz suchen nahe am Wasser. Jetzt stehen wir auf einer breiten Straße die direkt zum Strand führt.

Der Strandspaziergang brachte die Erkenntnis, dass es hier auch reiche Menschen zu geben scheint, denn neben den Hotels sind einige Prachtbauten mit direktem Zugang zum Strand. Auf der anderen Strandseite ein riesiges langgezogenes Hotel, in dem sich trotz der Regenzeit noch Hotelgäste aufhalten. Die kann man hier gut erkennen, denn die sind weiß.

 




 Somone sollte der nächste Halt sein, es kam mal wieder anders als erwartet. Zuerst mußte Carlos seine Treppe reparieren, ok, dauerte nicht lange. Dann fuhren mir nach Mbour um im Auchan einzukaufen. Das ist jeweils ein riesiger Supermarkt in den großen Städten. Im Mbour gibt es sogar drei, jedenfalls nach google maps. Wir nahmen den dritten in der Reihe. Leider stellte sich heraus, dass dies hier kein Supermarkt ist. Also zurück zum zweiten in der Reihe. Hier gab es fast alles, was das Herz begehrt, außer, klar, wie immer, Tomaten. Die finden sich komischerweise nie im Auchan ein. Wahrscheinlich haben die keine Connection zum Bauern der die Tomaten liefern kann. Dann weiter an den von uns ausgewählten Parkplatz. Das letzte Stück zum Platz war so eng, dass gerade einmal der KAT durchfahren kann. Dann musste ein LKW der am Straßenrand parkte versetzt werden, ansonsten hätte ich die Kurve nicht bekommen. Auf dem Platz angekommen herrschte das Chaos, der Platz wird natürlich von allen Besuchern des Strandes genutzt und war bereits entsprechend voll. Ein Parken auf einer ebenen Fläche war nicht möglich. Ein kurzes Überlegen und wir verließen den Platz wieder, nicht ohne abermals den kleinen LKW umsetzen zu lassen. Der nächste Platz in Popenguine war ebenfalls ein großer Parkplatz, geteert und einigermaßen eben und mit Bernd, der auf uns wartete. Hier stehen wir jetzt jedenfalls besser als vorher, auch wenn ich nicht wirklich geradestehe. Damit war der Tag aber auch schon beendet, denn außer lesen und essen passierte nichts mehr.

 Ein kurzer Spaziergang in die nähere Umgebung und ich war überzeugt, dass ich zum Einkaufen das Quad herausholen muss. Gut, dass wir gestern vorgesorgt hatten. Am Nachmittag nochmals ein Spaziergang mit Magy zum Strand und mehr ist hier nicht zu tun. Nur ein paar kleinere Reparaturen, mein Mückennetz hat sich wieder gelöst, da muss ich nochmals mit Nähnadel und Faden dran. Dann müssen die Fenster wieder an den Scharnieren geölt werden usw.

 

















Eigentlich wollte ich mit dem Quad fahren, aber dann wachte ich mit Kopfschmerzen auf und verbrachte erst einmal den Vormittag im Bett. Am Nachmittag war, außer ein kleiner Spaziergang, nichts weiter angesagt. Ein ruhiger Tag, muss auch mal sein.

 



Meine Türklinke hat sich verabschiedet. D.h., die Schrauben haben sich gelöst, das Innenleben der Halterung ist zum Teil zerbrochen und kann so nicht mehr befestigt werden. Nach einigen Überlegungen hatten wir gemeinsam eine Lösung erarbeitet, die zwar nicht schön ist aber funktioniert. Damit war dann für mich das Quadfahren wieder abgesagt, zumindest am Vormittag. Es war bereits 11 Uhr bis alles wieder festgeschraubt war, ein Fahren vor dem Mittagessen lohnte sich nicht mehr und danach fehlte es mir an der nötigen Lust. Wir bleiben morgen noch hier, somit habe ich noch eine Chance mir die nähere Umgebung anzusehen die ich zu Fuß nicht erreichen kann.

Am Nachmittag holte ich dann doch das Quad heraus und fuhr mit Magy. Wir wollten zu einem extrem großen Affenbrotbaum mit kleineren Zwischenstationen. Eine schöne Fahrt, leider konnten wir dann nicht mehr anhalten wie dicke Regenwolken auf uns zukamen. Morgen versuchen wir es noch einmal in der Hoffnung, dass es dann nicht regnet.

Mit dem Regen ist es etwas merkwürdig. Wir fragen unser Handy und die darauf befindlichen Wetterapps und erhalten unterschiedliche Auskünfte bezüglich des Regens. Und die Aussagen wechseln auch ständig. Außerdem hält sich das Wetter mal wieder nicht an die Wetterapps so kann man sich hier auf nichts verlassen. Zum Glück regnet es noch nicht so viel, dass die Straßen nicht mehr befahrbar sind, und auch mit den Stellplätzen haben wir noch kein Problem.

 Die Runde mit dem Quad war nochmal zu drehen, wobei, wir sind dann noch weiter gefahren. Heute mussten wir im Park bezahlen. Wir waren wohl gestern zu spät losgefahren und haben damit jeder 2.50 Euro gespart. Heute wurden wir an jeder Stelle angehalten und nach dem Ticket gefragt. Wir fanden alle Punkte, die wir anfahren wollten, heute auf Anhieb und waren erst zum Mittagessen wieder am Stellplatz. 













































 

Der Nachmittag verlief dann ruhig, bis das Gewitter kam. Geregnet hat es allerdings nicht besonders viel. Eigentlich wundert es mich, wir sind ja hier schon in der Regenzeit. Dafür ist es noch verdammt trocken.


Am Morgen war mal wieder waschen, putzen und Kuchen backen angesagt. Auch meine Wassertanks füllte ich auf, damit es morgen nicht so lange dauert und wir die 90 km zum nächsten Halt incl. Einkaufen schaffen. Der letzte Tag mit Bernd, wir werden weiterfahren und Bernd bleibt hier, bis er am 28.7. nach Deutschland fliegt für ca drei Wochen. Dann will er nach Guinea-Bissau und Gambia so dass wir nicht wissen, ob wir ihn wiedertreffen werden auf unserem Weg. Nach unserem gemeinsamen Kuchenessen und Biertrinken verabschiedeten wir uns für die Nacht.

 











Früh schon füllte Carlos seine Tanks auf und um 9 Uhr konnten wir losfahren. Einkaufen im Auchan war ebenfalls heute schneller gemacht als sonst, denn ich hatte Magy die Vorgabe von 20 min gemacht. Schaffte sie natürlich nicht, aber sie beeilte sich diesmal tatsächlich, so dass wir gegen halb eins am Meer standen. Ein schöner Platz mit einem langen Strand zu beiden Seiten und nur wenigen bewohnten Häusern rundherum. Am Spätnachmittag kam doch tatsächlich ein Pärchen aus Spanien mit seinem Honda, vollgepackt mit allem, was man zum Reisen braucht, incl. Bett, und gesellte sich für den Abend zu uns. Die Frage nach einem kalten Bier wurde schnell bejaht, denn einen Kühlschrank haben die beiden nicht an Bord. Und so war dieser Abend gefüllt von Spanisch. Denn natürlich erzählte Carlos seine Anekdoten die ich bereits kenne auf Spanisch. Kein Problem, denn ich weiß, wie gerne er in seiner Muttersprache spricht.

 Heute wird Ladiba, das Mädchen aus Atar, Mauretanien, für das ich das Geld für die Operation bereitgestellt habe, operiert. Ich bin gespannt und hoffe auf ein gutes Gelingen.

Außerdem habe ich gestern noch Nachrichten von meiner Familie aus dem Iran bekommen. Allen geht es gut worüber ich mich sehr freue. Wann wir uns wiedersehen können und ob es in diesem Leben gelingt, man wird sehen. Derzeit ist jedenfalls eine Einreise in den Iran egal wie nicht möglich.

Einen Spaziergang machte ich am Morgen und stellte fest, dass am Strand reichlich große Häuser stehen, die entweder gar nicht fertiggestellt wurden oder fertig sind aber unbewohnt. Unglaublich, wie hier teilweise das Geld aus dem Fenster geschmissen wird. Ein herrlicher Strand, tolles Wetter und dann sowas. Was könnte man alles hier machen. Mir würde reichlich einfallen. Offensichtlich den Senegalesen nicht.

 








Auch heute schaffen wir es nicht bis Saint Louis oder besser gesagt zu dem Campingplatz kurz davor. Carlos kann mit seiner defekten Federung nicht schnell fahren, und schon gar nicht, wenn die Verkehrsberuhigungen auf der Straße sind. Nicht immer sind es Erhöhungen durch aufgeschütteten Teer, manchmal sind es auch Taue die über die Straße gespannt sind. So landen wir ca 45 km vor dem Ziel auf einer Sandwiese bei Akazienbäumen. Leider sind die Dorfbewohner genauso schnell wie wir und so sind wir umringt von Einheimischen. Eigentlich nicht problematisch, würden die Kinder des Dorfes nicht den ganzen Nachmittag in unmittelbarer Nähe von unseren Fahrzeugen verweilen und permanent rufen. Auch wenn man die Türen und Fenster schließt lassen sie uns kaum zur Ruhe kommen, und das kann schon mal ganz schön nerven. Erst am Abend hört es auf, als es langsam dunkel wird und ein paar Erwachsene ihnen den Weg nach Hause weisen.

 Nicht immer ist auf Ioverlander Verlass. Leider hatten wir uns heute darauf verlassen, dass ca 10 km von Saint Louis entfernt ein Campingplatz ist, der angenehme Preise aufruft. Als wir fast dort angekommen sind stellen wir fest, dass, egal wo wir es versuchen, kein Weg zum Platz führt. Zwei Einheimische gehen mit Carlos zum Platz und er spricht mit den Inhaberinnen. Diese erklären ihm, dass der Platz nur für Fahrradfahrer und sehr kleine Fahrzeuge geeignet ist. Leider steht in Ioverlander genau das Gegenteil. Wir drehen um und entscheiden uns, zu dem entfernter liegenden Campingplatz „Zebrabar“ zu fahren. Dieser ist teurer, die Fahrt mit dem Taxi nach Saint Louis länger, aber das müssen wir wohl hinnehmen, wenn wir hier einen sicheren Platz haben wollen. Angeblich soll die Gegend hier nicht wirklich sicher sein.

Jedenfalls bekommen wir einen schönen Stellplatz fast an der Lagune gelegen und wir gehen auch sofort ins Wasser. Angenehme Temperaturen, keine Wellen, aber nach ca. 10 m Matsch unter den Füssen im Wasser. Egal, zum erfrischen reicht es. Am Nachmittag noch einen Spaziergang gemacht, das reicht für heute. Morgen wird es anstrengend, Stadtbesichtigung ist angesagt.

 



















da suchte einer eine Mitfahrgelegenheit. Gezahlt hat er nicht





Mit dem Taxi geht es nach Saint Louis, die alt Stadt im französischen til. Das Taxi kostet für die Hin-und Rückfahrt insgesamt ca. 14 Euro. Der Fahrer fährt dafür ca. 80 km. Der Preis für einen Liter Super ist 1,30 Euro. Saint Lous ist eine Stadt, die auf dem Festland und zwei Inseln gebaut ist, die mit Brücken verbunden sind. Der Taxifahrer bringt uns zur letzten Insel und dort an das Ende, so dass wir einen schönen Spaziergang machen können. Offensichtlich ist die Insel zum Meer gelegen die mit der ärmsten Bevölkerung, die mittlere Insel beherbergt die reichen Bewohner und das Festland beherbergt offensichtlich alle Bevölkerungsschichten. Zumindest machen die Häuser einen entsprechenden Eindruck. Es scheint, als wenn diese Stadt nicht mehr in der Blüte steht, trotzdem hat man eine Vorstellung davon, wie es früher einmal war. Mittagessen war natürlich auch hier angesagt, für mich gab es eine Pizza. Mal was anderes als immer Reis mir Huhn, denn das bekommt man in allen Restaurants. Bevor es zurück ging konnten wir noch einkaufen. 
































Auchan heißt die Supermarktkette, die auch hier am Ort einen riesigen Laden hat.

 Das alte Kino erinnert an die Kolonialzeit, die Franzosen waren hier Kolonialherren. Viele Gebäude erinnern noch an diese Zeit, hatten die Franzosen doch ihren eigenen Baustil.







 

Ca 11 km entfernt liegt ein großes Reservat, das von der UNESCO unterstürzt wird. Und heute habe ich es auch unterstützt, denn ich bin dorthin, habe mir einen Guide genommen und das Reservat erkundet. Hier leben riesige Schildkröten, deren Nachwuchs im Norden Senegals ausgesetzt wird. Ebenso werden Gazellen akklimatisiert, denn sie kommen aus Spanien. Wenn sie sich an die Wetterbedingungen gewöhnt haben werden sie im Norden Senegals in die Wildnis entlassen. Leider müssen die Gazellen in einem Gehege leben, da sie ansonsten von den Schakalen gefressen werden.

Oryxantilopen leben hier frei, die Population ist auf 75 gestiegen und man hofft, dass sie weiter wächst. Diese Antilopen haben hier früher wild gelebt, bis sie keinen Lebensraum mehr hatten. Die Menschen kamen zu dicht an sie heran. So ging es nicht nur den Antilopen, sondern auch den Gazellen, den Warzenschweinen und vielen anderen Tierarten. So ist es aus meiner Sicht eine sinnvolle Aufgabe hier. Mehr als zwei Stunden sind wir gewandert und konnten Antilopen, Affen und natürlich viele Vögel beobachten. Klar, der Eintritt ist für hiesige Verhältnisse nicht wenig, aber es hat sich für mich gelohnt.

 


















Wir hatten gestern Abend noch Besuch von einem Senegalesen, der bei der Regierung arbeitet und sich um den abgesoffenen Bagger kümmern muss. Wir haben herzlich darüber gelacht, wobei der Schaden wohl ca 700.000 Euro beträgt, sofern man den Bagger komplett erneuern muss. Der andere Bagger kommt aus den USA und ist ein Bagger mit Ketten, der auch im Wasser schwimmen kann. Ajun zeigte uns ein Video, ich war beeindruckt. 


 

Ajun sagte uns noch eine Werkstatt, die Bremsbeläge tauscht. Dahin fuhren wir und ich ließ meine Beläge kontrollieren. Alles ok, ich brauche diese nicht austauschen lassen. Aber Carlos muss 2 Wochen nochmals dorthin und die Beläge der hinteren Achse tauschen lassen.

Wir fuhren weiter zu dem Ort, den ich uns ausgesucht hatte. Leider war der Platz nicht wirklich schön und von der Hauptstraße kann man unsere Fahrzeuge sehen. Das führt dann immer dazu, dass wir von morgens bis abends belagert werden. Wir wollen aber einige Reparaturen an den Fahrzeugen durchführen und können daher keine Zuschauer gebrauchen. Wir suchten uns einen anderen Stellplatz unweit des ersten, jetzt stehen wir direkt am Fluss, versteckt von Büschen und entfernt vom nächsten Dorf. Hier können wir hoffentlich für ein paar Tage stehen bleiben.

An Spätnachmittag noch ein kleiner Spaziergang am Fluss entlang und wir entdeckten ca 200 m entfernt zwei kleine Sandstrände, die allerdings von Einheimischen belegt waren. Ist nicht weiter dramatisch, denn in den Fluss werde ich nicht wirklich zum baden gehen.

 













Gestern war es ruhig, keine Kinder die uns anstarrten und uns "Tubab", das Wort für Weiße herüberschrien. Daher war mein Gedanke, hier mich mal den Lackschäden zu widmen. Es waren nicht viele Stellen, aber einige hatten es nötig bearbeitet zu werden. So eine Stelle im Fahrerhaus, auf dem Dach des Fahrerhauses und an der Klappe vom Batteriekasten. Außerdem hatte ich eine augenscheinlich üble Stelle am Rahmen, die aber schlimmer aussah als sie tatsächlich war. So war ich dann zum Mittagessen schon fertig. Am Spätnachmittag machte sich so langsam mein Schnupfen breit und ich fühle mich unwohl. Mal sehen, wie das morgen wird. Eigentlich wollen wir eine Tour mit dem Quad machen.

 Die Erkältung wird schlimmer, neben Schnupfen kommt jetzt auch noch Husten und damit fällt die Quadtour aus. Lediglich zum Einkaufen sind wir gefahren, das Dorf ist 4 km entfernt. Danach war mal Ausruhen angesagt und Erkältung pflegen. Krank bei 35 Grad im Schatten, kann nicht jeder. Ich schon, und das leider immer mal wieder. Wahrscheinlich habe ich zu lange direkt am Ventilator gesessen, eine andere Idee habe ich dazu nicht.

 Richtig krank heute. Den ganzen Tag auf dem Bett gelegen und versucht klar zu kommen mit meiner Nase und dem Husten. Fieber habe ich offensichtlich auch. Da ging heute gar nichts. 

Es kann nur besser werden.