Donnerstag, 9. Juli 2026

Senegal ab dem 28.5.2026

 

Es waren nur 9 km zu fahren bis zum Auchan, dem großen Supermarkt in Ziguinchor, wir fuhren früh los, weil wir reichlich Lebensmittelvorräte auffüllen mussten. Und so verbrachten wir mal wieder eine längere Zeit mit Einkaufen. Das Meiste war vorhanden im Supermarkt, nur mal wieder keine Tomaten und einige unwichtige Dinge. Und für Tomaten muss man dann zum Markt fahren. Natürlich nicht mit dem KAT, denn die engen Straßen will man damit nicht verstopfen. Aber Carlos läd mich bei solchen Gelegenheiten gerne ein mitzufahren. Am Ende bekamen wir neben Tomaten noch anderes Gemüse und hatten dann alles erledigt. Es war noch früh, aber wir wollten trotzdem die Gelegenheit nutzen, ein Restaurant zum Mittagessen aufzusuchen. Es ist Feiertag hier, somit sind die Restaurants meistenteils geschlossen. Jeder will mit seiner Familie den Tag genießen. In einem Hotel am Fluß fanden wir einen Platz und ließen es uns auf der Terrasse schmecken. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Gäste in diesen Hotels sind und wieviel Personal „herumsteht“. Egal, kann mir nur recht sein, denn wir wurden fürstlich bedient.

Nach dem Essen ging es zu unserem vereinbarten Stellplatz am See, 40 km von der Stadt entfernt Richtung Strand. Natürlich war fast kein Wasser mehr im See, aber wir hatten ein schattiges Plätzchen für den Nachmittag und die Nacht gefunden. Für mich und meinen Rücken wurde es Zeit in die Horizontale zu kommen, denn ich hatte seit gestern wieder reichlich Schmerzen auf der gesamten linken Seite. Die Fahrt von Varela zur Grenze hatte sich wohl in meinen Muskeln und Knochen festgesetzt. Hoffentlich ist das jetzt kein Dauerzustand.


Ich fühlte mich schon etwas besser am Morgen, machte trotzdem nur sparsam Sport um meinen Rücken nur leicht zu belasten. Dann ging es zum Strand. Nur 30 km zu fahren, allerdings dauert es dann trotzdem eine Stunde, weil lediglich kurze Abschnitte der Straße mit neuem Asphalt belegt sind. Die restliche Straße hat reichlich Schlaglöcher oder gar keinen Asphalt. Angekommen am Ziel; Cap Skirring, sagte man uns, wir könnten nicht herunterfahren zum Strand, wir sollten eine andere Stelle nehmen. Carlos fuhr die Straße zum Strand herunter, ist mit seinem 4x4 weniger problematisch, kam allerdings schnell wieder zurück und sagte mir, dass er den Strand nicht erreichen kann. Wir gingen dann zu Fuß die Straße entlang, die unseres Erachtens zum Strand führt und bei der man uns sagte, dass der Mangobaum im Weg steht und wir daher den Strand nicht erreichen können. Nach der halben Strecke kehrten wir um und holten die Trucks. Carlos fuhr die Straße bis zum Ende um festzustellen, dass unten am Strand ein Hotel und eine Bar sind, wo wir nicht stehen können. Ein anderer Weg führte ins Nirgendwo. Aber genau dahin fuhren wir dann, suchten uns einen Platz und stellten fest, dass wir nur 100 m vom Strand entfernt stehen. Hier läßt es sicher ein paar Tage aushalten, auch wenn wir nicht beim aus dem Fahrzeug gehen direkt am Strand stehen.

Ein kleiner Spaziergang und ein kurzes Bad im Wasser zur Abkühlung war mir noch gegönnt, denn meinem Rücken geht es seit dem Nachmittag erheblich besser.


Hier läßt es sich aushalten. Ein Spaziergang am Vormittag links herunter, einer am Nachmittag rechts herunter, dann ein Abendessen mit gegrilltem Fisch, nachdem die Cashews im Feuer waren und alles ist entspannt.

 

 


























Eine Fahrt mit dem Quad durch den Ort, alles ist geschlossen, nur der Gemüsemarkt ist offen. Ich fuhr mit Magy ca 15 km weit und fand eine Stelle, an der die LKW ihr Wasser tanken. Vielleicht ist es auch für uns möglich, hier zu tanken. Wir werden sehen. Die Fahrt ging weiter zu dem Strand, an dem ein Hotel stand und man angeblich mit dem LKW stehen kann. Wir waren froh, dass wir das nicht ausprobiert haben. Wir haben definitiv den schöneren Standort gewählt.

 

















Die große Wäsche ist angesagt, für Carlos und Magy in der Wäscherei, meine Wäsche kommt in die Waschmaschine. Incl. meiner kleinen Kopfkissen, die dringend mal gewaschen werden müssen. Die ganzen Tage ist die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass man sich nach dem Duschen abtrocknet und trotzdem noch nass ist. Entsprechend schwitze ich die Kissen nass in der Nacht und tagsüber, wenn ich meine, ich müsste mal relaxen.

Der Spaziergang am Nachmittag diente dazu, die halbfertige Hotelanlage zu besichtigen. Ich liebe lost places, wobei ich mich immer wieder frage, warum es so viele nicht fertiggestellte Gebäude gibt. Ist denen das Geld ausgegangen? Hat die Korruption hier Einzug gehalten oder was war los. Am Ende verschandeln sie die Gegend, besetzen Plätze, die man besser hätte besetzen können und vergraulen letztendlich möglicherweise auch die Touristen.

 










































Wäsche ist abzuholen und gleichzeitig war Einkaufen angesagt. Hier gibt es einige Supermärkte, die allerdings auf Sparflamme sind was das Angebot angeht. Schon merkwürdig, denn hier ist ein großes touristisch erschlossenes Gebiet. Sogar einen Flughafen hat man hier, und es landen auch Flugzeuge, ich habe es selbst gesehen.

Ein Spaziergang am Strand brachte mir Verbrennungen an den Beinen. Warum? Weil ich natürlich wieder alles anfassen muss, u.A. eine Feuerqualle, die aussieht, als wäre es eine Plastiktüte voll mit Wasser. Gut, dass ich nur drei kleine rote Flecken habe, denn ich habe gehört, dass ein Zusammentreffen mit Feuerquallen hier auch tödlich sein kann.

Am Abend bekommen wir Besuch von einem Einheimischen, der sich schon gestern angekündigt hatte. Er brachte eine Flasche Rum und eine Flasche Rose und wir unterhielten uns den ganzen Abend. Er hat im Radisson-Hotel in Dakkar gearbeitet für 4 Jahre, spricht 5 Sprachen und hat seinen Job aufgegeben, weil er sein eigener Herr sein will. Er plant hier sich als Farmer niederzulassen.

 






Auf geht es mit dem Quad zur Grenze zwischen Senegal und Guinea-Bissau. Ist nur 7 km entfernt, das Meiste davon Sandpiste, denn die beiden Länder sind durch einen Fluss getrennt, auf dem nur eine kleine Fähre, sprich ein etwas größeres Fischerboot verkehrt. Aber interessant ist es schon.

Der Nachmittag war wieder zum Spazierengehen geeignet, und so ging ich Richtung Grenze, dahin, wo ich schon mal mit dem Quad hergefahren bin. Ich fragte mich, warum die Menschen hier die ganzen kleinen Muscheln aus dem Wasser holen, jetzt weiß ich es. Sie brauchen diese Muscheln zum Hausbau. Hier wird eben noch mit Naturprodukten gebaut. Reicht bei diesen klimatischen Verhältnissen offenbar ja auch aus.

 









































Mit dem Quad fuhren Magy und ich an das andere Ende dieser „Halbinsel“, 25 km, bis nach Nikine. Dies ist ein Ort, da will man nicht sein. Nur ein paar Häuser und Gärten, keine Einkaufsmöglichkeit und die Straße ist eine Sandpiste. Mitten im Ort baute man eine Brücke, wofür, stand nicht dabei, und ich habe keine Idee dazu. Außer, da ist ein kleiner Teich, aber der ist neben der Brücke und nicht darunter. Vielleicht ist das auch der Anfang eines riesigen Projektes, keiner wird es mehr wissen.

































































Aber der Weg dorthin war interessant, konnten wir doch ein kleines Museum besichtigen und riesige Bäume fotografieren. Natur pur eben. Wobei, der größte Baum stand inmitten eines kleinen Dorfes namens Diebering. Um diesen Baum drehte sich offensichtlich alles, denn er war Mittelpunkt eines Kreisverkehrs, Geschäfte lagen hier und der Obststand befand sich vor oder hinter dem Baum, je nach Sichtweise.













 

Am Nachmittag war dann einpacken angesagt, denn morgen geht es weiter Richtung Gambia.


Los ging es, aber erst einmal Diesel und Wasser tanken und dann zum Hafen von Cap Skirring. Dort ein wenig bummeln, Fotos schiessen und Mittagessen. Wir bestellten Fisch, der frisch gegrillt wurde, das Bier musste vom nächsten Supermarkt geholt werden und Wasser gab es keins. Aber geschmeckt hat es. Dann führte uns der Weg zurück zu unserem Standort am See, der keiner ist. Der wartet auf die Regenzeit. Jedenfalls sammelten Magy und ich reichlich Cashewnuesse und legten sie aus zum Trocknen. Denn die Nüsse sind an einer Frucht, die reichlich Wasser hat und zum Essen geeignet ist oder besser gesagt, zum Trinken. Denn schmecken tut nur das Wasser darin. Jedenfalls beschlossen wir, noch einen Tag länger hier zu bleiben, denn wir müssen ja die Cashews noch brennen.

 




























Cashews brennen heißt, sie im Netz über ein Feuer halten so lange, bis sie tatsächlich brennen. Denn die äußere Schale ist toxisch und muss verbrannt werden, um an die innenliegende Nuss zu kommen. Eine ziemliche Arbeit, und das bei der Wärme hier. Aber das Ergebnis läßt sich zeigen. Denn ich habe selten so leckere Cashews gegessen wie die selbst gebrannten. Leider sind nicht alle etwas geworden, einige sind verbrannt, weil das Feuer zu heftig war, andere sind nicht ganz geröstet, die musste ich dann in der Pfanne nachrösten. Das geht ganz gut und eigentlich auch ohne Fett, wobei ich ein bisschen Butter dazugebe, dann werden sie besser. Meiner Ansicht nach.

 

Weiter geht es, oder besser gesagt, zurück, denn wir müssen wieder nach Ziguinchor. Dort gibt es den Auchan, einen großen Supermarkt, der normalerweise alles haben sollte. Wie gesagt, normalerweise. Manchmal fehlen dann einige Produkte in den Regalen. Aber damit müssen wir dann leben. Leider geht es meinem Rücken heute nicht so gut, denn gestern die Aktion mit den Cashews war nicht gerade zuträglich. Ich hatte nicht immer die komfortable Sitzposition und das rächt sich dann heute. Egal, da muss man durch.

An unserem weiteren Haltepunkt angekommen tragen wir Christian und Nina wieder, und wir tranken gemeinsam ein Begrüssungsbier. Ansonsten ist hier alles ruhig und wir werden zwei Nächte anstelle von einer bleiben. Wird meinem Rücken sicherlich guttun.

 






Heute ist Zeit, da kann ich meine Liste abarbeiten. Vom Fensterputzen angefangen über Alkohol wegpacken (morgen geht es nach Gambia) bis hin zum Richten der Deckel der Highpipes war so ziemlich alles dabei. Auch die Reifen brauchten einen höheren Luftdruck und die Staukästen mussten wieder entsandet werden. Danach ging es in den Fluss zum Erfrischen. Salzwasser, damit hatten wir nicht gerechnet. Aber, mein Gott, warum nicht.

 























Wir bleiben noch einen Tag, einfach, um hier zu verweilen. Uns treibt ja keiner. Daher nutze ich die Zeit, um spazieren zu gehen. Mal wieder. Muss ja mein Bein endlich mal auf die Reihe bekommen und meinen Rücken. Ich kann mit dem linken Bein inzwischen fast soviel machen wie mit dem rechten, allerdings kann ich nicht lange stehen ohne Schmerzen zu bekommen. Der Doc sagte ja, ich solle mich bewegen.