Mittwoch, 28. Januar 2026

Mauretanien ab dem 30.12.2025

 

Wir waren angekommen in Mauretanien. Schon eine Nummer für sich. Von unserem Platz aus fuhren wir in die Stadt um Geld zu tauschen und SIM-Karten zu kaufen. Gefahren sind wir nur mit einem LKW, zu unserem Glück, wie wir später feststellen mussten. Denn, der Präsident fuhr durch die Stadt, keiner wußte woher und wohin, aber alles war im Wechsel gesperrt und wir mussten einige Umwege fahren um herein, und dann wieder aus der Stadt raus zu kommen.

Am ersten Bankautomaten bekamen Nina und ich Geld, die anderen nicht mehr, der Automat war leer. Die nächsten drei funktionierten nicht. Dann sagte uns ein Polizist, wohin wir gehen sollten. So bekamen auch die anderen Beiden ihr Geld. Dann zum SIM-Kartenshop, der uns zunächst einmal zum Copyshop schickte um das Visum und den Reisepass zu kopieren. Ich zahlte 50 MRU, gemeint waren aber 5, ein Unterschied von einem Euro. Fiel mir nicht auf, die nächsten zahlten dann nur 5. Liegt daran, dass man 2018 eine Null bei der Währung gestrichen hatte, hier aber gerne noch die alten Beträge genannt werden. Und so kaufte ich die SIM-Karte für 11 Euro, hätte aber nur 1 bezahlen müssen. Da die Anderen die SIM-Karte im nächsten Shop gekauft hatten fiel mein Fehler auf. Ich ging zurück und holte mir mein Wechselgeld. Der nette Herr war nicht wirklich glücklich, als er mir das Geld zurückgab.

Wir mussten die Karten noch freischalten lassen, das geht über das Internet, was man aber zu dem Zeitpunkt nicht hat. Finde den Fehler. Gut, dass Heike und Carsten Starlink haben. So konnten alle anderen ihre SIM-Karte aktivieren, nur bei mir funktioniert es nicht. Wäre auch komisch gewesen, wenn es sofort bei mir geklappt hätte. Mal sehen, was morgen wird.

 




Wenn das neue Jahr so anfängt wie das alte aufhört, dann will ich nicht mehr länger weitermachen. Natürlich klappte es auch heute nicht, trotz mehrfachem Mailverkehr mit dem Anbieter.

Ich ging spazieren, zwei Stunden, davon mindestens eine Stunde über offensichtlich einem alten Oelteppich, der sich hier auf dem Sand breit gemacht hatte. Eine schwarze Kruste überzieht den Sand, ich wüßte nicht, was das sonst sein soll. Zum Glück mach es die Schuhe nicht schmutzig. Auf dem Rückweg hatte ich noch einen Fisch geschenkt bekommen von einem Angler, der kam abends zusammen mit dem von uns vom Fischer gekauften Fisch auf den Grill.

Der Abend war dann entspannt, wir waren am Feuer, grillten den Fisch und das Fleisch, hatten noch Besuch von einem spanischen Ehepaar mit einem weißen Camper und feierten um 23 Uhr spanischer Zeit das neue Jahr. Dann wollte der weiße Camper den Sandberg wieder hochfahren mit samt seinem Anhänger. Ging natürlich nicht, denn das ist kein 4x4. Er erwartete dann von Carlos, dass der seinen Truck holt und ihn rauszieht. Wir haben dann mal freundlich gefragt, ob er noch alle auf dem Zaun hat. Natürlich wollte Carlos helfen, wir haben ihn aber strickt davon abgehalten und er hat eingesehen, dass es keine gute Idee ist. Also morgen früh um 8 Uhr ist neue Zeit für die Abfahrt.

 










Carlos hörte ich bereits um kurz vor 8, klar, er wollte zum Camper. Ich hab mir dann schnell meine Sachen angezogen und bin mit dem Handy hin um ein Video zu drehen. Ging alles reibungslos von Statten, obwohl der Camper noch nicht einmal einen Punkt hat um das Seil anzuhängen und Carlos das Seil an der Achse befestigen musste.

Später bekam ich von Carlos eine SIM-Karte von einem anderen Anbieter hier in Mauretanien. Zusammen mit Heike versuchte ich, diese zu aktivieren und Datenvolumen zu kaufen. Natürlich hatte dann der Anbieter ein Problem und meinte, er würde dieses schnellstmöglich beheben und ich solle mich noch gedulden. Mach ich doch gerne. So steht jedenfalls fest, dass das neue Jahr mit dem gleichen …… anfängt wie das alte aufgehört hat. Und natürlich mache ich weiter, aber solche Situationen bringen mich echt an den Rand meiner Verzweiflung.

 














Wir wechselten den Platz, konnten noch in der Stadt einkaufen und sind jetzt in dem Dorf Kansado, ca. 15 km von der Stadt entfernt. Hier ist ein schöner Platz und man kann die einlaufenden Schiffe sehen. Drei davon haben es nicht in den Hafen geschafft, sie stehen jetzt in der Nähe des Strandes und rosten vor sich hin. 

 












Ein ruhiger Tag, nur einen Spaziergang zu den drei Schiffen habe ich gemacht, die heute genauso aussahen wie gestern.

Am Vormittag sind wir zu dem Lebensmittelladen gegangen, der angeblich spanische und französische Produkte hat, der war allerdings geschlossen. Morgen wieder, so sagte mal uns. Dann trafen wir noch Christine und ihre Freundin, die mit einem Iveco 4x4 unterwegs sind. Die wollten allerdings an einem anderen Platz übernachten. Mal sehen, vielleicht trifft man sich ja wieder, zumindest Christine schien ziemlich nett zu sein.

 



Heute ging es zum Nationalpark am Ende der Landzunge. Hier sollte es Seehunde der besonderen Art geben, natürlich waren die nicht da als wir kamen. Nur reichlich Möwen, drei Pelikane, eine Eidechse und einen Krebs haben wir gesehen und fotografieren können. Trotzdem hat es sich gelohnt, denn es ist ein schönes Stück Erde. Der Eintritt betrug 4 Euro, die man verschmerzen kann

Eigentlich hatten wir besprochen morgen zu fahren, dann allerdings versagte die Wasserpumpe von Christian. Trotz Fehlersuche war eine Reparatur heute nicht mehr möglich, und so werden wir noch einen Tag länger hier verbringen. Kein Problem, denn ich habe genügend Sachen, die zu erledigen sind. Am Abend kamen noch Christine und ihre Freundin zu uns um einen schönen Abend mit uns zu verbringen.

 













Wasser ist ja gelegentlich ein Problem, und so auch heute. Ich putzte mir die Zähne, war gerade fertig und merkte an der Pumpe, dass da irgendwas nicht stimmt. Schnell war ich in der Jeans, stellte die Pumpe ab und ging heraus, um mir den Schaden anzusehen. Wieder das gleiche Filtergehäuse, das undicht war. Und nach dem Herausdrehen stellte ich fest, dass das komplette Gehäuse einen langen Riss hat. Klar, dass da das Wasser herauskommt. Gut, dass ich Ersatz habe. Und so probierten wir mehrere Varianten aus, bis endlich eine dicht war. Es dauerte natürlich und dann wurde es Zeit zu duschen, denn Christine wollte sich mein Fahrzeug von innen ansehen. Pünktlich wie die Deutschen eben sind erschien sie 3 Min. vor 10, kurz nachdem ich fertig war, wenn auch im KAT noch Chaos herrschte. Nach der Besichtigung verabschiedeten sich beide und wir tauschten noch die Telefonnummern aus, denn möglicherweise wollen sie mit uns in den großen Nationalpark.

Dann gingen wir zum Lebensmittelladen und siehe da, er hatte geöffnet. Einige europäische Lebensmittel konnte ich kaufen, um meinen Vorrat, der inzwischen teilweise reduziert ist, aufzufüllen, z.B. mit Cornflakes.

Auch Christian hatte sein Wasserpumpenproblem gelöst, wie üblich, wenn man alles ausräumt stellt sich heraus, dass das Problem kleiner ist als gedacht. Es war nur der Schalter, der keinen Strom mehr bekam. Besser so als anders und damit konnte der Tag dann relaxed ausklingen.

Wir tankten Wasser, dauerte diesmal etwas länger, weil nur 5 l per Minute durchflossen. Dann war noch Einkaufen angesagt und beim Chinesen essen gehen. Es war zwar nicht wirklich ein Restaurant, sondern eher eine billige Herberge, dafür war das Essen um so besser und preiswert war es auch noch. 3,50 incl. Getränke, da kann man nicht meckern.

Dann ging es weiter zum nächsten Halt hinter einer Düne, ca. 75 km zu fahren. Das Fahren hier ist nicht gerade angenehm, gelegentlich wird man vom Polizisten angehalten der nach einem speziellen Zettel fragt, genannt Fiche, und die Straße sind nicht so, dass man immer im sechsten Gang fahren kann. Daher kamen wir nicht gerade früh an. Egal, war sowieso kein berauschend schöner Ort.

 





Keine besonderen Vorkommnisse, dachten wir. Gegen 10 Uhr war Abfahrt angesagt, aber Carlos bekam seine Leiter nicht zusammengeschoben. Eigentlich geht das elektrisch, aber wenn irgendetwas nicht funktioniert ist reparieren angesagt. Dauerte diesmal nicht so lange. Die Strecke war 180 km lang, allerdings auf einer Straße, die immer wieder Überraschungen für uns hatte, außerdem fuhren wir die ganze Zeit im Sandsturm, was das Fahren nicht gerade erleichterte. Am Nachmittag kamen wir an, eigentlich eine Stunde später als geplant. Dann war zunächst nur im Fahrzeug sitzen angesagt, weil der Sandsturm erst gegen Abend nachließ. Dann aber konnten wir uns um das Feuer versammeln und noch einen netten, wenn auch kurzen Abend miteinander verbringen.

 












Die ersten Offroadstrecken in den Nationalpark, so war der Plan, und dort übernachten. Nach 55 km offroadfahren mit vermindertem Reifendruck kamen wir am Zipfel der Landzunge an. Dort erklärte man uns, wir seien jetzt im Nationalpark und müssten die Tickets lösen sowie den Campingplatz bezahlen. Wir erklärten ihnen, dass wir keinen Campingplatz benutzen müssen und freistehen wollen. Das sei egal erklärte man uns, wir müssten für die Nacht trotzdem zahlen. Wir waren mehr als irritiert, hatte man doch keinerlei Informationen darüber im Internet gelesen und gehört schon gar nicht. Man erklärte uns dann, wir könnten mit dem Ticket ja bis morgen früh bleiben oder, ohne Übernachtung, bis heute Abend 8 Uhr. Uns war aber klar, dass wir keinesfalls im Dunkeln zurückfahren wollten. Nach einigen Diskussionen, vornehmlich bezüglich der Gebühren für das Campen stiegen wir kurzerhand ein und verließen den Platz, um 15 km weiter am Strand zu stehen, wo die Fischer ihre Hütten gebaut hatten. Ein netter Nachmittag und Abend folgte, diesmal allerdings ohne Feuer. Zu unserem Glück, wie sich später herausstellte, denn, nachdem wir alle in die Fahrzeuge gegangen waren und es uns gemütlich gemacht hatten kamen die Ranger und forderten uns auf, innerhalb von 15 min. Abfahrbereitschaft herzustellen, sie wollten uns aus dem Park zurück nach Chami begleiten. Das war weiß Gott nicht unser Plan, aber uns blieb nichts anderes übrig als dem Fahrzeug die nächsten 45 km durch die Wüste zu folgen. Mitten im Sandberg blieb Carlos stecken und ich musste ihn mit drei Abschleppseilen, die aneinandergebunden waren, wieder herausziehen. Der Polizist wunderte sich zunächst, bekam aber von uns ganz klar die Ansage, dass es seine Schuld sei, denn so wie er führe könne keiner folgen und Carlos hatte in der Nacht die Spur des PKW nicht gesehen. Dann fuhr ich als Erste hinter dem Polizeifahrzeug her und schaltete die unteren LED-Lichtleisten an. Danach war alles sichtbar, und durch das Einschalten meiner kleinen orangenen LED-Leuchten, die rund um das Fahrzeug verbaut sind, konnten auch die anderen und gut sehen. Zur Polizeistation ging es und dort mussten wir das Ticket für den Nationalpark lösen, danach konnten wir uns einen Platz zum Schlafen suchen, was wir auch taten ca. 3 km vom Ort entfernt in der Wüste.

 













Und wieder Sandsturm, schon früh am Morgen, so dass an draußen aufhalten geschweige denn Weiterfahren nicht zu denken war. Bis in den Nachmittag hinein stürmte es, als es etwas ruhiger wurde liefen wir in die kleine Stadt um zu sehen, was es hier zu sehen gibt. Die Müllberge hatten wir ja bereits bei der Hinfahrt in den Nationalpark bewundert, jetzt galt es zu erkunden, wer diese Müllberge verursacht. Die Stadt war einigermaßen sauber, klar, der Müll liegt ja auch außerhalb. In Holzhütten wohnen viele Menschen hier und der Handel findet ebenfalls vielfach in kleinen Holzhütten statt. Hier regt sich alles, obwohl es Freitag und damit eigentlich der islamische Sonntag ist. Ruhetag scheint man hier nicht zu kennen. Ist Marokko teilweise noch europäisch angehaucht ist man hier im tiefen Afrika angekommen, so jedenfalls mein Gefühl. Mal sehen, was mich noch erwartet.

 

















In Anbetracht der Tatsache, dass wir noch etwas Zeit hier verbringen müssen bis wir die anderen Reisenden treffen machten wir es uns zunächst gemütlich in den Fahrzeugen, denn der Sandsturm läd nicht zum draußen verweilen ein. Ist weiter kein Problem, denn alle hatten wir was zu tun, Kleinigkeiten am Fahrzeug, im Innenbereich den Sand herausfegen und Einiges mehr. Am Nachmittag erkundeten wir zusammen das Städtchen und fanden eigentlich alles, was wir morgen brauchen, Lebensmittelläden, Wasserstelle und Restaurants. So werden wir morgen vor der Abfahrt hier ein paar Dinge zu erledigen haben.

Wir verlassen den Ort Chami und versuchen noch, Wasser zu tanken, Diesel zu tanken, Geld zu bekommen, einzukaufen und essen zu gehen. Nicht alles funktioniert. Die Gemeindeverwaltung hat geschlossen, also kein Wasser, die Geldautomaten nehmen keine Visa-Karte bzw. haben offensichtlich kein Geld im Automaten, die restlichen Vorhaben funktionieren. Und auch heute zeigt sich, dass wir in Afrika angekommen sind, weit ab von den touristischen Orten. Denn hier im Restaurant wird mit den Händen gegessen, Besteck? Fehlt. Pauschalpreis 140 MRU, ungefähr 3 Euro pro Person incl. Getränke. Und lecker war es auch noch. Einkaufen war auch ok, bekamen wir doch das, was wir brauchten, und was es nicht gab brauchten wir nicht. Diesel tanken musste ich dann mit dem fast letzten Geld, es reichte, um den großen Tank nochmals aufzufüllen. Das muss jetzt reichen bis Atar, wo es in der Wüste wohl alles wieder gibt, denn es ist ein touristischer Ort. Dann noch 80 km fahren, rechts ab in die Wüste und einen Stellplatz suchen und den Rest des Tages in Ruhe verbringen, mit einem kleinen Spaziergang und einem Feuer am Abend. Besuch bekamen wir von einigen

 



Wieder bekamen wir Besuch, diesmal allerdings nur von zwei Jungen, die offensichtlich noch nicht schulpflichtig sind. Sie schlichen um die Fahrzeuge herum, hatten Angst vor dem Hund und freuten sich, dass sie uns beim Holzsammeln helfen konnten. Zur Belohnung gab es etwas zu essen und zu trinken, und dann verließen wir uns wieder. Wir verbrachten einen entspannten Tag, am späteren Nachmittag sogar fast ohne Wind, die Temperaturen lagen bei 31 Grad und selbst am Abend nach Sonnenuntergang konnten wir noch in T-Shirts und kurzer Hose draußen sitzen. Morgen geht es zu unserem Treffpunkt, dort kommen hoffentlich am Spätnachmittag die anderen Fahrzeuge an um mit uns zusammen in die Wüste zu fahren.

 










Wir hatten gestern gehört, dass die Truppe, auf die wir warten, noch 240 km von der Grenze entfernt ist und vermuteten, dass sie heute ankommen. Daher fuhren wir zu unserem Treffpunkt bzw. zum nächsten Ort nahebei. Zunächst einmal war Wasser tanken angesagt, denn die nächsten zwei Wochen werden wir kein Wasser mehr bekommen. Wir waren kaum an der Wasserstelle angekommen als schon eine Horde Kinder zu uns kam, die Schule befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite und offensichtlich hatten sie gerade Pause, so unsere Idee dazu. Sie halfen uns, den Wasserhahn zu finden, der im Boden ist. Das Wasser sprudelte förmlich aus dem Schlauch, 20 l pro Minute, normalerweise laufen nur höchstens 10 l die Minute in die Tanks. So waren wir ziemlich schnell fertig, trotzdem wurde die Horde Kinder immer größer. Dann kam ein Auto mit Soldaten und so schnell wie die Kinder gekommen waren verschwanden sie wieder. Wir fuhren 200 m weiter um die Trucks dort zum Einkaufen stehen zu lassen. Keine gute Idee, denn jetzt waren nicht nur die Jungs bei uns, sondern auch noch reichlich Mädchen. Ich wurde mit einem Stein beworfen, der mich allerdings nur leicht traf. Carlos, Magy und Christian blieben an den Fahrzeugen, Nina, Carsten, Heike und ich gingen los zum Einkaufen. Carsten und Heike fanden in den ersten kleinen Läden ca. 400 m von den Trucks entfernt was sie suchten, Nina und ich gingen weiter und kauften in zwei größeren Läden ein. Nina wollte dann noch in einem Laden auf dem Rückweg Dosengetränke holen als ein Pickup kam mit einem Polizisten drin und Christian. Sie baten uns, so schnell wie möglich mitzukommen, der Polizist wollte uns zu den Fahrzeugen bringen. Gerne, so brauchten wir nicht tragen, und dann hörten wir, was zwischenzeitlich passiert war. Die Kinder hatten mit Steinen die Fahrzeuge beworfen und Carlos an dem Kopf getroffen. Daraufhin fuhren Carlos, Magy und Christian zur Polizei und baten um Hilfe. Ein Polizist ist dann mit Christian mit Höchstgeschwindigkeit durch den Ort gefahren um uns zu suchen. Dabei fühlten Nina und ich uns eigentlich ganz wohl, waren wir doch von allen Menschen hier freundlich begrüßt und bedient worden. Zurück zu den Autos war natürlich kein Kind mehr dort und wir konnten in Ruhe, allerdings unter Eskorte der Polizei, in die Wüste fahren. Wir sprachen noch lange über diese Vorkommnisse, denn erstaunlicherweise waren wir ja zur eigentlichen Unterrichtszeit am Wasserhahn und in der Stadt einkaufen. Warum also waren die Kinder aus der Schule so lange Zeit heraus um zu uns zu kommen? Wo waren die Lehrer, wo die Eltern. Klar, sie bettelten und waren sauer, weil sie nichts bekamen. Aber ich habe nicht für mehr als 100 Kinder eine Kleinigkeit parat. Und wie hätten wir das verteilen können, wir hatten keine Chance. Und ob sie damit zufrieden gewesen wären, das ist nicht wirklich sicher. Bei einer Sache waren wir uns allerdings einig, es müssen Fundamentalisten in der Schule unterrichten die die Kinder gegen Christen aufhetzen. Heike wurde gefragt, warum sie kein Kopftuch trägt und Carlos hatte eine knielange Hose an, was die Kinder ebenfalls bemängelten. Dass wir nicht überall mit offenen Armen empfangen werden war uns eigentlich zu Beginn der Reise schon klar, aber mit solch einer Wut habe ich persönlich nicht gerechnet, zumal von Kindern. Das schockiert mich schon ziemlich.

In der Wüste war es dann ruhig und wir konnten den Rest des Tages in angenehmer Stille verbringen.

 




Wir blieben hier, um auf die anderen zu warten, die dann doch erst heute eintreffen wollen. So blieb Zeit, kleinere Reparaturen durchzuführen und Wäsche zu waschen. Gegen frühen Nachmittag meldete sich Norbert und fragte, wo denn die Einfahrt zu uns wäre. Ich schickte ihnen den Standort, aber die Einfahrt fanden sie nicht. So bin ich mit dem Quad zur Straße hin und habe die Truppe aufgelesen und zu unserem Stellplatz gebracht. Wir begrüßten uns herzlich und lernten zwei neue Ehepaare kennen, die wahrscheinlich die nächsten Tage uns begleiten wollen. Ein schöner Nachmittag und Abend war eingeläutet. Morgen werden wir noch hier stehenbleiben, die gerade Angekommenen wollen einen Tag ausruhen von der vielen Fahrerei. Auch gut, also geht es erst übermorgen los.

 

Der Tag zum Ausruhen war dann nicht ganz so ruhig, die Fahrzeuge, die noch Wasser tanken wollten fuhren los und mit ihnen alle, die noch einkaufen wollten. Ich blieb, denn Magy wollte mir mitbringen was fehlte. Wobei, eigentlich fehlt nichts, denn alle Kühlschränke und die Truhe sind voll mit Lebensmittel und die Frischware bleibt hier nicht so lange frisch. Für 10 Tage wird Obst und Gemüse nicht reichen, da muss ich dann aus der Truhe oder der Dose leben. Wir lassen uns auf ein Abenteuer ein, bei dem wir wohl 10 Tage keine bewohnten Häuser sehen werden. Denn wir wollen nicht mehr als 3 bis 4 Stunden fahren und haben 500 km zu bewältigen. Aber wir haben ja Zeit. Leider nicht alle, denn die Truppe, die zu uns gestoßen ist, will schnell noch weiter in den Senegal. Schade eigentlich, denn ich mag sie und würde gerne noch längere Zeit mit ihnen verbringen. Aber so ist das Reiseleben nun einmal.

Nun machen schon fünf weitere Personen Sport, wir treffen uns morgens zur verabredeten Zeit und dann dauert es 45 min. bis wir fertig sind. Alle haben sich heute darauf gefreut und wollen auch morgen wieder mitmachen. Warum auch nicht, hat ja noch keinem geschadet. Dann ging es los, pünktlich, nein, sogar vor der Zeit waren alle fahrbereit und wir fuhren in der abgesprochenen Reihenfolge los. Insgesamt 3,5 Stunden und wir bewältigten 85 km mit Zwischenstopps. Für den Zug mussten wir natürlich auch anhalten, denn wer hat schon einen 3 km langen Zug gesehen mit drei Lokomotiven vorne an und 208 Waggons. Ich nicht. Das von mir gedrehte Video dauert 3 Minuten.

Nach dem Mittagessen war dann noch ein längerer Spaziergang angesagt, bei dem natürlich die Bahnstrecke abgeschritten wurde, zumindest ein kleiner Teil davon. Morgen will uns die neue Truppe verlassen, sie wollen schneller zum Ziel kommen und werden dann wohl auf uns warten. Gerne doch, dann treffen wir sie nochmals wieder.

 























Wir sind wieder alleine und fahren eine halbe Stunde später als die anderen Reisenden. Unser Ziel war ungefähr 70 km weiter zu kommen was wir auch geschafft haben. Die Strecke war nicht schwierig, aber das war ja noch nicht alles.

 



















Wir fuhren schon früh los, weil der Sand natürlich morgens noch weich ist. Und natürlich hatte ich mich festgefahren, weil ich Carlos, der zuerst stecken blieb im Sand, helfen wollte. Anstelle der Strecke links von ihm nahm ich den Weg rechts und blieb im Sand. Viel schaufeln, zwei Sandbleche und eine Stunde später war alles erledigt, ich raus und Carlos ebenfalls. Dank der Sandbleche ging es Stück für Stück ein bisschen weiter, allerdings mussten wir noch zweimal schaufeln.

Dann weiter über Stock und Stein ober Sand und Steinchen, bis wir die andere Truppe wiedertrafen. Sie waren gegen halb zehn heute losgefahren und wollten den Weg bis Ben Amira schaffen. Kurz vor der Truppe steckte ich nochmals im Sand fest, und Carlos ebenfalls. Wir buddelten uns heraus und eine halbe Stunde später ging es weiter. Inzwischen hatten sich auch die anderen wieder freigeschaufelt. Was war passiert? Denn sie waren ja keine 5 km weitergekommen bis wir sie gegen 12.30 Uhr trafen. Ein LKW war im Sand stecken geblieben und beim Versuch, herauszukommen, ist ein Reifen von der Felge gesprungen. Und wenn man mit dem Rad sowieso schon im Sand steckt ist das Loch entsprechend tief zu graben um die Felge von der Achse zu bekommen. Dann muss der Reifen aufgezogen, Luft reingelassen und wieder auf die Achse gebracht werden. Alles in Allem drei Stunden.

Wir fuhren nur noch ca. 15 km weiter bis zu unserem nächsten Camp, die anderen fuhren tatsächlich noch bis Ben Amira. Wir werden morgen folgen, hoffentlich.

 







Früh um 8 Uhr ging es los, denn es erwarteten uns reichlich Dünen, die möglicherweise losen Sand hatten. Und unsere Überlegungen waren richtig, denn einmal musste sich der KAT richtig die Düne hinauf kämpfen, und als ich wieder herunter war zeigte meine Getriebetemperatur rot an. Nicht weiter dramatisch, aber ein kurzer Stopp war sicherlich sinnvoll. Und so zogen sich die 70 zu fahrenden Kilometer hin, nach 3,5 Stunden erreichten wir endlich das Ziel und alle erwarteten uns schon und freuten sich, uns wiederzusehen.

Und weil es Norbert wieder besser ging (er hatte sich eine Magen-Darm-Grippe zugezogen) sind wir am Nachmittag Motorrad bzw. Quad gefahren zu den Skulpturen. Ich nahm noch Nina mit, die das Erlebnis hinter mir auf dem Quad genossen hat, wenn auch mit Kissen im Rücken, damit sie sich nicht dauernd den Rücken an der Kiste stößt. War schon cool mal wieder durch die Dünen zu rasen. Am Abend gab es das große Lagerfeuer und wir verbrannten am Schluss noch unseren Müll. Die große Frage die sich immer wieder stellt ist, sollen wir den Müll in die Dörfer bringen, wo er in der Wüste landet oder lieber gleich verbrennen, damit er die Wüste nicht beschmutzt, dafür in den Himmel verdampft. Ich bin für das Verbrennen, allerdings sind Andere anderer Meinung. Was auch immer richtig ist, ich weiß es nicht, habe aber immer wieder Bauchschmerzen wenn ich vermute, dass mein Plastikmüll, den ich natürlich auch habe, obwohl ich Trinkwasser aus dem Tank nehme und keine Flaschen üblicherweise kaufe, in der Wüste landet und dort Jahrzehnte, Jahrhunderte oder noch länger braucht um zu verrotten.

 















Wir sind wieder alleine, die andere Truppe hat uns um 8 Uhr verlassen, sie wollen schnell durch Mauretanien und dann noch in den Senegal, die Fähre zurück nach Europa geht am 24. März, so dass nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich bin froh, dass ich hier die Zeit in Mauretanien genießen kann, ich freue mich natürlich auf den Senegal, würde aber viele schöne Orte verpassen, wenn ich in dem Tempo reisen müsste. Heute war ansonsten putzen angesagt, damit wenigstens für kurze Zeit mal 90 % des im Wohnraum vorhandenen Sandes raus ist, wenn auch nur für kurze Zeit, denn es ist sehr windig hier, so dass ich alles schließen müsste um einigermaßen sandfrei zu bleiben.

 






Wir planten für heute Abend ein gemeinsames Essen im Dutch-Ofen. Dafür braucht man Gemüse und Fleisch. Beides hatten wir, aber wir wollten trotzdem ins nahegelegene Dorf um zu sehen, ob es dort noch frisches Gemüse gibt. Der erste Laden hatte fast nichts, nur vier Kinder, Größe wie die Orgelpfeifen, standen um uns herum. Ich kaufte für alle eine Tüte Kekse und wir bekamen Tee angeboten. Und natürlich bestaunten alle das Quad und ich fuhr mit jedem Kind eine Runde, auch mit dem Mädchen, das sich nicht scheute, mitzufahren. So war es für die Kinder wahrscheinlich wie Weihnachten. Sie hatten eine Menge Spass und natürlich fehlten die Fotos und Videos nicht, denn sie hatten Handys dabei. Am Abend dann gemeinsames Kochen, ein gußeiserner Topf kommt in die Glut des Lagerfeuers und köchelt ca 1,5 bis 2 Stunden vor sich hin. Lecker war es, zumal noch selbst gebackenes Brot gereicht wurde.

 

















Weiter ging es Richtung Atar, morgen wollen wir den Ort erreichen, wir haben noch 180 km zu fahren, davon mindestens 60 km durch Sand und Dünen. Die Hälfte haben wir heute geschafft.

 
















Atar, wir kommen. Es dauerte, bis wir den Ort erreichten, weil wie noch etwas offroad fahren mussten, die Reifen brauchten höheren Luftdruck und die Asphaltstraße war nicht wirklich gut zu fahren, denn vielfach kaputt. So erreichten wir zum Mittagessen den Ort und gingen natürlich erst einmal in das Restaurant. Dann war Geld holen angesagt. Zwei von uns bekamen Geld, ich selbstverständlich nicht, meine Karte funktionierte nicht oder der Automat war wieder leer. Egal, hatte mich doch der Eigner einer Tankstelle angesprochen und erklärt, er würde Euro gegen einheimische Währung tauschen. Mach ich dann, wenn ich tanken fahre. Jetzt war aber erst einmal Einkaufen angesagt und ich musste Dollar tauschen um Lebensmittel bezahlen zu können. Weil heute Freitag ist haben viele Geschäfte geschlossen. Für mich reichte es, ich bekam, was ich brauchte. Dann ging es auf den Campingplatz, wo wir übernachten wollten. Die Einfahrt war etwas schmal aber mit einigem Hin und Her schaffte ich es auf den Stellplatz. Es standen schon drei Fahrzeuge hier, weitere zwei kamen noch und natürlich unsere Truppe. Alles Deutsche, und ein Ehepaar kannten wir bereits aus Marokko. So gab es am Abend viel zu erzählen. Morgen geht es ein Stück raus aus der Stadt zu einer kleinen Oase mit Fluss, zumindest für drei LKW, Carsten und Heike wollen in der Stadt bleiben.

 Carlos und Christian fuhren noch in die Stadt zum Einkaufen, denn für 4 Tage hatten sie nicht genug Lebensmittel dabei. Ich fuhr etwas später vom Campingplatz, wartete auf die beiden anderen Trucks und dann ging es los, 25 km von der Stadt entfernt in eine wunderschöne Oase. Endlich wieder sattes Grün und Wasser neben Palmenhaine. Und ruhig ist es noch obendrein. Hier bleiben wir bis Mittwoch.

 















Carsten hat seinen Boiler wieder defekt und wir überlegten zusammen, was und wie wir die undichte Stelle herausfinden können. Ich überlegte und kam auf die Idee, dass ich eine meiner Pumpen zur Verfügung stellen kann, meinen Schlauch ab, seinen dran und daran den Boiler anschließen, der sich leicht ausbauen läßt. Gesagt, getan, und schnell war der Fehler gefunden, es tropft am Ausgang des Kabels das für die Heizstäbe zuständig ist. Keine Chance, das zu reparieren. Da muss ein Ersatzteil her, das aus Deutschland geliefert werden muss. Bin gespannt, ob es in Mauretanien ankommt.

Die Landschaft lädt zum Spazierengehen ein und genau das taten wir auch.

 












Waschtag, zumindest zum Teil, denn morgen ist auch noch ein Tag. Einen Teil der Wäsche hatte ich gestern schon gewaschen, heute ist Bettwäsche und Handtücher waschen angesagt. Die erste Maschine Wäsche ist trocken, wenn die zweite Maschine fertig ist. Genial. Und so war ich schnell fertig mit der Hausarbeit und hatte Zeit, die Gegend weiter zu erkunden.

Mit dem Quad fuhr ich zusammen mit Nina in das nahegelegene Valley, Tergit. Nachdem man von der Hauptstraße abgebogen ist muss man noch ca 8 km fahren, dann geht es links weiter und man fährt einen Schotter- und Sandweg zunächst durch einen langgezogenen Ort und dann bis an das Ende des Tracks. Von dort gibt es einen Eingang in die Oase, die sehr gepflegt ist. Ein wunderschöner Ort zum Spazierengehen und verweilen. Mittendrin ist ein kleiner Badesee mit frischem Quellwasser.

Auf dem Weg trafen wir einen Besucher aus Saudi Arabien. Ich fragte mich später, ob er hierhin gekommen ist, weil er ein Tourist ist oder vielleicht hier arbeitet. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Tourist aus Saudi Arabien hier Urlaub macht.

Später dann erkundete ich mit Carsten und Magy noch den hohen Geröllberg um zu sehen, was auf der anderen Seite ist. Klar, war natürlich ein riesiges Plateau aus Steinen. Nichts anderes hatten wir erwartet. 



























 

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