Früh ging es los, weg von diesem wunderschönen grünen Stellplatz hinein in die Stadt. Erst einmal Diesel tanken, dann Wasser tanken, danach die Vorräte bis zum Rand füllen, denn es geht für 14 Tage in die Wüste. In Atar gibt es alles noch zu kaufen, und entsprechend viele Taschen hatte ich gefüllt mit Obst, Gemüse, Milch, Joghurt und was man sonst noch so braucht. Alles etwas teurer hier, denn die meisten Lebensmittel müssen eingeführt werden. So gibt es z.B. Zwiebeln aus Holland.
Beim Wasser tanken machte ich Bekanntschaft mit einem Polizisten, Habib, 27 Jahre alt und unverheiratet. Grund seines Erscheinens: Ich stand mit dem Truck auf der Straße, und dann noch auf der falschen Seite. Klar, war für mich der beste Platz um Wasser zu tanken und nahe der Zapfstelle zu sein. Ok, ich hätte auch auf den Acker fahren können, aber da war das Kabel im Weg. Und genau das sagte ich ihm, als er meinte, ich müsste jetzt eine Strafe zahlen, weil ich gegen die Gesetze verstoßen hätte. Ich erklärte ihm, dass ich das nicht gerne mache und ich ja keine andere Chance hätte als hier zu stehen. Nach einigem Hin und Her meinte er, wir könnten ja auch Freunde sein und er würde jetzt bei mir bleiben, bis meine Tanks gefüllt sind. Klar doch, wenn ich dann keine Strafe zahlen muss. Und so unterhielten wir uns noch bis zu meiner Abfahrt. Als Gegenleistung wollte er gerne noch meinen Wohnraum sehen, gut, auch das war schnell erledigt.
Außerhalb von Atar an der Einfahrt zur Piste warteten schon zwei von fünf Fahrzeugen, denn wir haben Zuwachs bekommen. Carsten und Marlies mit ihrem Iveco 4x4. Wir waren alle etwas skeptisch ob der Iveco die Strecke meistern kann, letztendlich müssen die Beiden das entscheiden. Wir jedenfalls hatten uns darauf eingelassen, wohl wissend, dass wir uns weitere Probleme damit aufladen, denn der Iveco hat keine wirklichen offroad-Reifen und wenig Bodenfreiheit. Außerdem hängt das Reserverad hinten unter dem Fahrzeug. Wir werden sehen, was wird.
Nach dem Mittagessen fuhren wir noch ein Stück in die Wüste, ca. 12 km, Dauer eine Stunde, hier verbringen wir jetzt die erste Nacht.
Auf ging es gegen 10 Uhr, oder, eigentlich etwas später, denn Carsten musste noch seine Anhängerkupplung montieren. Dann aber ging es los und die ersten Schwierigkeiten kamen relativ schnell, Carlos war eine Nebenstrecke gefahren und der Sand und die dicken Steine begegneten uns schneller als wir erwartet hatten. Und der Iveco blieb dann auch das erste Mal stecken. Mit Schaufeln, Sandblechen, Seilwinde und Power ging es dann doch zügig raus aus dem Tiefsand und weiter durch den Sand und über die Steine hin zu unserem Stellplatz. Nicht schön der Platz, aber eine unendliche Weite und kein Licht am Horizont. Leider ist der Mond kurz davor, sich ganz zu zeigen. Damit ist nichts mit Sternenhimmel, zumindest nicht so lange, wie der Mond noch am Himmel ist.
Wer früher losfährt ist schneller am Ziel, so war der Plan. 9 Uhr Abfahrt auf der Schotterpiste. Irgendwann kam dann der Sand und ein Dorf, das mit einem Zaun umgeben war. Klar, da will man nicht durch, also fuhren wir weiter bis zu einer Stelle, an der erst einmal gecheckt werden musste, ob ein Durchkommen möglich ist. Carlos wollte sich das ansehen und blieb nach 10 m im Sand stecken. Der Versuch, alleine herauszukommen, schlug fehl, und so musste ich ihn herausziehen. Dann also doch zum Dorf, und natürlich gab es ein Tor das geöffnet werden konnte. Denn die Dörfer zäunen sich ein, damit die Tiefe nicht in die freie Wildbahn laufen. Und am Ende des Dorfes das Gleiche nochmal. Weiter ging es durch die Salzwüste, hier gab es einen festgefahrenen Weg, den man besser nicht verläßt, denn was dann passiert konnte man hinreichend sehen, tiefe Spuren pflügten die Umgebung. Damit war klar, dass wir nicht hier stehenbleiben konnten und erst nach Ende der Salzwüste einen Stellplatz anfahren sollten. Gesagt, getan, es fand sich ein schöner Platz vor den Bergen, die zwar erkundet, aber später nicht erklettert werden konnten.
Am Abend dann teilte uns Carsten mit, dass Heike fiebert und Durchfall hat. Möglicherweise können wir morgen nicht weiterfahren, Wir werden sehen.
Einen Tag werden wir mindestens hierbleiben, weil Heike krank ist. Ich hatte Zeit, Christian einige Dinge am KAT zu erklären und er säuberte unter meiner Anleitung die Ölschleuder. Beim nächsten Mal wird er es alleine können. Meine muss auch mal sauber gemacht werden, aber ich hatte dazu gerade keine Lust. Ob es morgen weitergeht werden wir sehen.
Die Strecke war nicht lang heute, ca 45 km, dann kamen die Dünen und wir beschlossen, zwischen den Dünen und Felsen zu verweilen. Ein wunderschöner Platz, leider kann Heike den nicht wirklich genießen, denn sie ist krank. Vor dem Parken der Fahrzeuge fuhr sich Carsten fest, eigentlich wollte er nur einen großen Bogen fahren, wir anderen standen schon auf ziemlich festem Untergrund, denn hier gibt es verschiedene „Bahnen“, neben den Dünen ist feiner Sand und Tiefsand, daneben feiner Schotter, dann grober Schotter und dann die hohen Plateaus. Leider hatte Carsten den Sand nicht als solchen erkannt und musste sich zweimal mittels Sandbleche befreien bevor er den Schotter erreichen konnte. Am Spätnachmittag ging es dann auf die riesige Düne hier, ein faszinierender Ausblick erwartete uns.
Wir bleiben noch einen Tag hier, denn Heike muss erst wieder zu Kräften kommen. Außerdem sind wir 40 km vor El Bayedh, es drängt also nichts. Ein schöner Tag, warm, kein Wind und somit nichts auszusetzen.
Nachdem wir gestern die Düne erklommen hatten kamen heute die Felsen an die Reihe, leider konnte man nicht bis hoch auf das Plateau, aber auch so hatten wir eine schöne Aussicht.
Weiter geht es nach El Beyedh, wo uns gleich eine Gruppe Frauen und Kinder begrüßt und uns bittet, doch in ihrem Camp zu übernachten. Das Problem ist, dass es hier zwei Camps gibt. Zunächst gab es gar nichts außer einem privaten Museum mit Funden aus der Steinzeit, Mammutzähnen und weiteren interessanten Dingen. Dann kam das erste Camp, das jedoch nicht zum Museum gehörte. Als klar war, dass man damit Geld verdienen kann, wurde von der Familie, der das Museum gehört, ein weiteres Camp errichtet. Seitdem gibt es Streit. Schlauer wäre es ja, sich zusammenzutun. Aber soweit reicht die Liebe hier scheinbar nicht. Insgesamt wohnen hier 30 Familien, allerdings ziehen sie im Sommer in die Stadt, weil es dann in der Wüste zu heiß ist. Offensichtlich liebt man aber das Leben in der Wüste. Wir entschieden uns, in das Camp ohne Museum zu gehen, denn das Museum nimmt Eintritt, und so verdienen beide Familien an uns. Wir verbrachten hier einen interessanten Tag, umringt von den Kindern, die nach der Schule natürlich erst einmal sehen wollten, wer zu Besuch ist. Der Lehrer kam und bat uns, seine Schule zu besichtigen. Die Kinder bekommen morgens eine Mahlzeit bestehend aus Reis, Sardellen, Öl und Vitaminpräparaten. Alle Kinder im schulfähigen Alter gehen zur Schule, diese kostet nichts. Allerdings müssen die Eltern für Hefte und Stifte sorgen. Hier machen das die Touristen, die der Schule etwas geben. Und natürlich gaben auch wir.
Zum Mittagessen backte man uns Brot und zum Abend bekamen wir Cousous mit Linsen. Das Brot schmeckte nach Rauch, weil es im Feuer gebacken wurde, im Couscous war außer Linsen offensichtlich auch Sand, aber es schmeckte hervorragend. So genossen wir den Abend und natürlich den Sternenhimmel, denn der Mond ging heute später auf.
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Nach dem Bezahlen und Verabschieden fuhren wir insgesamt 20 km mit Zwischenstopps, denn hier gibt es Felsenmalereien aus der Historie. Die mussten natürlich fotografiert werden. Weiter ging es auf der Suche nach dem See, der von den Bewohnrn von El Beyedh zu Fuß erreicht wird. Klar, wir waren offensichtlich zu weit gefahren. Macht nichts, denn wir stehen jetzt hier an einem wunderschönen Flecken und bleiben hier auch zwei Nächte.
Am Nachmittag gingen wir die Gegend erkunden und siehe da, wir fanden einen See. Sicher nicht den, der von den Frauen beschrieben wurde, macht nichts, denn dieser hier war auch interessant.
Am Abend wie immer das Lagerfeuer, das, wenn möglich, nicht fehlen darf.
Morgens Sport draußen, dann Wäsche waschen und ein Spaziergang mit Picknick. Wir gingen wieder zum Teich, diesmal allerdings zunächst auf die Anhöhe, damit wir das Wasser von oben sehen konnten. Gemütlich saßen wir oberhalb des Sees als wir eine große Schafherde mit zwei Eseln und einem Schäfer vom Plateau nach unten gehen sahen. Das wird also auch unser Weg herunter sein, denn nochmal den Hinweg zurück laufen um dann den steilen Abstieg machen zu müssen hielten wir für die schlechtere Idee. Folglich mussten wir darauf warten, dass die Schafe genügend getrunken und den Platz verlassen haben. Dann ging es wieder abwärts.
Ich bekam langsam Kopfschmerzen, brauchte aber noch keine Medikamente. Mal sehen, wie es morgen ist.
Natürlich war meine Idee, keine Tabletten zu nehmen, die schlechtere Wahl. Denn nachts musste ich schon aufstehen und die ersten Ibu zu mir nehmen. Am Morgen vor der Abfahrt dann die nächsten, damit ich die Fahrt einigermaßen überstehe. Wir fuhren nur ca. 20 km, aber die hatten es in sich. Über reichlich Steine und durch enge Kurven musste ich den KAT fahren um auf das Hochplateau zu kommen. Wir brauchten für diese 20 km 3 Stunden. Schlechter Schnitt, ich weiß, aber besser länger und dafür sicher ankommen als uns die Reifen kaputtfahren. Ich habe sowieso schon einen Stoßdämpfer undicht und muss mal sehen, wie und wo ich das Problem lösen kann.
Da wir immer nur bis zum Mittagessen fahren bleibt am Nachmittag Zeit für einen Spaziergang. Diesmal zum Rand der Klippen um uns die Strecke anzusehen, die wir gefahren sind. Und wir fanden eine andere Strecke, die für die großen LKW wesentlich einfacher gewesen wäre. Der Iveco hätte hier allerdings große Schwierigkeiten gehabt. So war die Entscheidung, den für mich schwierigeren Weg zu nehmen, sicherlich die richtige.
Wir fuhren über das Hochplateau um zum Auge von Africa oder auch zum Auge der Sahara zu kommen. Und natürlich ist das eine Tiefebene, zu der man herunterfahren muss. 5 Stunden und 45 km weiter fanden wir einen wunderschönen Platz an einer Baumgruppe, wie es scheint, die einzigen Bäume weit und breit. Die 45 km hatten es wieder in sich. Diesmal war es keine 180 Grad Kurve, sondern nur eine 90 Grad, aber die war so eng, dass wir zunächst reichlich Steine, mit denen die Strecke markiert war, aus der Kurve schaffen mussten. Auch die nächsten 4 km waren nicht einfach zu fahren, denn rechts und links lagen dicke Steine die den Weg begrenzen sollten. Wozu das gut ist? Weiß ich nicht, hab keine Antwort darauf gefunden. Ein Overlaender, der Bücher über diese Region geschrieben hat, meinte, man könne mit einem 8x8 nicht herunterfahren. Ich habe bewiesen, dass es geht, allerdings mussten wir einige größere Steine aus dem Weg räumen, sonst wäre ich nicht um die Kurven gekommen. Danke an das Team für die Hilfe.
Morgens nach dem Frühstück packten wir unser Mittagessen und Getränke ein und wanderten zum „Eye of Africa“, dass man so nicht beschreiben kann. Aus dem Flugzeug sieht es aus wie ein riesiger Krater mit drei Ebenen, wenn man in die Mitte geht bzw. sich die Mitte von einem Berg aus betrachtet sieht es aus wie ein riesiger runder Fleck, umgeben von Hügeln. Ein schöner Anblick. Und selbstverständlich gab es Nomaden, die hier Tee und selbst Gebasteltes verkaufen wollten. Sie kommen nur sonntags, denn dann scheinen die meisten Touristen sich hierhin zu verirren. Als wir ankamen waren dort zwei kleinere Gruppen die mit einem Toyota Hilux hier hingefahren wurden. Ein kleines Camp gab es auch, mit 4 Nomadenzelten, in denen man übernachten konnte. Man bot uns an, abends für uns zu kochen, das Angebot lehnten wir aber ab. Wir wollten nicht schon wieder Couscous mit Sand essen.
Schnell mal nach Quandane, so dachten wir. Sind ja nur 45 km insgesamt. Leider kann man hier die Pisten nicht wirklich einschätzen. Wir fuhren gegen 9 Uhr los und es fing mit Sandstrecken an, dann folgten Steinpisten und, was man vorher nie einschätzen kann, wieder Sand, und zwar bergauf. Carlos kam gut durch, ich ebenfalls, obwohl ich mit 5 Bar in den Reifen fuhr, dann kam Carsten aus Hamburg mit seinem Iveco. Er hatte den Reifendruck nicht komplett reduziert und auch keine Sperre eingelegt, so dass er bei der ersten Möglichkeit stecken blieb. Er reduzierte den Reifendruck und kam noch ein Stück weiter, bis er sich das zweite Mal festfuhr und hier, auch, weil er in Schräglage geriet, nicht mehr alleine herauskam. Zunächst musste geschaufelt und dann rückwärts gezogen werden. In der Zwischenzeit hatten Heike und Carsten einen anderen, wesentlich einfacheren Weg hoch gefunden. Stand allerdings auf keiner Navi-Karte. Jedenfalls musste der Iveco dann wenden, herunterfahren und die andere Strecke nehmen. Die Alternative wäre gewesen in hochzuziehen mit einer Seilwinde von oben, der Seilwinde vom Iveco und entsprechend viele Abschleppseile dazwischen. Gut, den Aufwand mussten wir nicht betreiben. Zu unserem Glück.
Das nächste Beduinendorf wartete auf uns mit reichlich Souveniers die sie natürlich an der Straße auf kleinen Tischen anboten. Wir hielten nicht an, denn man kann nicht immer und überall einkaufen, und diese Art von Souveniers, so liebevoll sie auch gemacht sind, braucht man nicht wirklich.
Ein Spaziergang am Nachmittag zeigte uns dann, was uns die nächsten Kilometer noch erwartet. Sand, Sand und nochmals Sand.
Sand, Sand und nochmals Sand. Ich hatte zum Glück meinen Reifendruck heruntergelassen auf 3,3 bar, sonst wäre ich durch diesen Sand nicht problemlos durchgekommen. Es waren nur 20 km und wir haben nicht lange gebraucht, weil niemand im Sand stecken geblieben ist. So erreichten wir den Campingplatz ziemlich früh am Vormittag und konnten auch direkt Wasser auffüllen, das es hier am Campingplatz kostenlos gibt. Klar, wir müssen natürlich für die Übernachtungen zahlen und morgen Abend auch für das Abendessen. Um sonst gibt es eben nichts. Nach dem Mittagessen ging ich in die Stadt zum Einkaufen. Nun ja, die Läden waren teilweise nicht größer als mein Wohncontainer, entsprechend war Mangelware angesagt. Morgen soll es frisches Obst und Gemüse geben, bin ganz gespannt.
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Um 8 Uhr gingen wir los, damit wir von dem wenigen Angebot etwas mitbekommen. Ich konnte Tomaten, Bananen und Joghurt kaufen, und natürlich wieder ein frisches, noch warmes Brot. Köstlich. Im nächsten Ort soll das Angebot größer sein, wir werden sehen, jetzt reicht es erst einmal wieder für drei bis vier Tage.
Danach war Altstadt besichtigen angesagt, wobei, eigentlich ist es nur ein riesiger Steinhaufen, weil die Häuser zusammengebrochen sind. Einige wurden aufgebaut und sind heute bewohnt, die Moschee wurde notdürftig fertig gestellt ohne Dach, die Wege wurden soweit möglich gesichert. Man kann sich aber gut vorstellen, wie das Leben hier früher war. Wenn ich mir das genau betrachte hat sich wohl nicht wirklich viel verändert im Laufe der Zeit. Nun, ich bin froh, dass ich hier nicht leben muss sondern das nur mit dem touristischen Auge betrachten darf.
Für den Abend hatten wir das Essen bestellt. Gegen halb acht war es fertig. Vorher kam noch eine Reisegruppe mit italienischen Touristen in Pickups an. Die bekamen ihr Essen im Zelt serviert, wir waren im Restaurant. Danach gab es dann eine Musikveranstaltung, Einige Frauen aus dem Dorf spielten Trommel und sangen dazu, die Männer tanzten. Natürlich sollten die Gäste mittanzen. Ist nichts für mich, und so verabschiedete ich mich relativ schnell.
Die Fahrt nach Chinguetti soll zwei Tage dauern. So sagte uns Carlos, denn der hatte die Strecke vor neun Jahren in zwei Tagen geschafft. Leider schafften wir heute wesentlich weniger als beabsichtigt, denn wir fuhren uns fest. So mussten meine Sandbleche das erste Mal herhalten. Anschließend stellten wir fest, dass wir vom Weg abgekommen sind. Egal, jetzt wird erst einmal übernachtet und dann sehen wir weiter.
Wir wollten Strecke machen, mussten aber erst noch den richtigen Track finden, der ca. 2,5 km von uns entfernt war. Leider fuhren wir die Sandpiste anstelle der Steinpiste, so hatten wir bis zum Mittagessen unter Aufbietung all unserer Kräfte nur ca. 3 km geschafft, denn wir alle hatten uns festgefahren, der Iveco gleich mehrere Male. Und nur mit Seilwinden, Abschleppseilen, vielen Steinen und viel Graben konnten wir ihn befreien. Er war mit der Hinterachse auf einem Stein aufgesetzt, so dass wir zunächst die Hinterachsen freimachen mussten, um dann die Räder mit Steinen zu unterfüttern. Gleich zweimal war diese Nummer angesagt, denn beim ersten Mal funktionierte es nicht und er setzte nochmal auf weil ein weiterer Stein im Weg lag. Nach dem Mittagessen ging es weiter, und diesmal fuhren wir erst am Spätnachmittag einen Platz zum Übernachten an. Gefahrene km: ungefähr 5 bis 6. Mal sehen, wie es morgen weitergeht. Jedenfalls haben wir unseren Track wieder.
Wir fuhren heute bereits um 8 Uhr los, weil es sich im kalten Sand besser fährt. Heute hatte ich die Niete gezogen, insgesamt hatte ich mich vier Mal festgefahren. Eigenartigerweise habe immer ich den Tiefsand erwischt. Und so mussten die Sandbleche wieder herhalten. Damit komme ich jedes Mal gut heraus, aber es ist immer ein Aufwand. Die Luft im Reifen beträgt nur noch 2,5 Bar. Heute haben wir allerdings vor dem Mittagessen Halt gemacht und sind auch danach nicht mehr weitergefahren. Mir reichte es auch, denn Sand schaufeln ist nicht mehr so eben zu machen in meinem Alter. Ich merke meine Schultern und meinen Rücken. Wir haben jetzt die Hälfte der 106 km geschafft, mal sehen, wie es morgen weitergeht. Hoffentlich bleibt diesmal ein anderer LKW stecken und nicht schon wieder ich.
Was für ein Tag. Ich bin auch stecken geblieben, aber das war die wirklich kleinere Nummer. Zunächst ging alles perfekt zu fahren, kleinere und größere Sandflächen, mal Steinflächen dazwischen und wir kamen gut weiter. Eine kurze Rast und wir freuten uns schon auf das Mittagessen in Chinguetti, waren es doch nur noch 25 km weiter zu fahren. Nach dem Stopp dann eine Düne und schon der Weg nach unten war ziemlich gefährlich zu fahren, weil man eine Kurve nehmen musste und es hier Tiefsand gab. Dann eine gerade Strecke mit Tiefsand und dann eine Schräge hoch. So der Plan. Ich stoppte beim zweiten Tiefsand, was sich als eine gute Idee herausstellte. Auch der Iveco stoppte, der Mercedes kam schon gar nicht mehr zu uns durch, er war nach der Schrägen stecken geblieben und mit dem Verteilergetriebe aufgesetzt, die denkbar schlimmste Stelle hatte Christian mit dem KAT erwischt, er hatte Schräglage zur Seite. Carlos kam und sah sich das an und befürchtete, wir würden hier drei Tage stehen und versuchen, die Fahrzeuge aus der Katastrophe zu befreien. Nachdem wir dreimal versucht hatten den KAT zu befreien und er immer wieder nach unten hin abrutschte kam Carlos eine Idee. Er hatte von den Berbern gelernt, dass man die Sandbleche wie ein V in den Sand stecken muss, damit sie vom Sand gehalten werden und damit das Fahrzeug nicht abrutschen kann. Und genau so funktionierte es, zumindest mit Christians KAT. Dann befreiten wir Carstens Truck mit viel Schaufelei, denn fast der komplette Unterboden lag auf. Er schaffte es schließlich mit dem ersten Anlauf sich zu befreien und an anderer Stelle wieder hoch zu fahren. Leider weit weg von Christians Stelle, der am Schluss alleine seine Strecke fahren musste. Carsten gesellte sich zu Carlos, der ja noch oben stand. Der nächste war der Iveco, er hatte sich noch nicht festgefahren und konnte somit alleine zu der Stelle fahren, an der er die Düne wieder hochfahren konnte. Mittlerweile war es durch langwierige Diskussionen Mittag geworden, die Sonne stand hoch, der Sand wurde heiß und weich und zusätzlich legte der Sandsturm los bevor ich überhaupt im KAT saß. Und so kam es dann, dass der Sand für meine Auffahrt nicht mehr fest genug war und ich auf den letzten 10 m die Kuppe nicht mehr schaffte. Zwei Anläufe waren notwendig, 4 Sandbleche, die anschließend völlig verbogen waren und natürlich wieder Schaufeleinsatz, bevor ich über die Kuppe hinauskam. Dann war alles wieder einzupacken incl. der Sandbleche, die Carlos morgen richten will mit seinen Hydraulikstempeln. Wir fuhren noch ein Stück über die Düne, dann an anderer Stelle wieder herunter und schlugen unser Lager für heute auf. Aufgrund des Sandsturms war dann der Nachmittag im Fahrzeug angesagt. Abends legte sich der Sturm und wir konnten noch eine Weile draußen sitzen und den Tag Revue passieren lassen.
Der letzte Tag auf der Piste, es waren ja nur noch 25 km zu fahren. Wir suchten uns zunächst den Truck was sich als nicht leicht herausstellte, weil durch den Sandsturm alle Fahrspuren zugeweht waren. Am Schluss erreichten wir nach 2,5 Stunden und einer „Schlittenfahrt“ über den Sand den Campingplatz von Chinguetti, wo uns Christian und Nina freudestahlend erwarteten. Kurze Absprache, Wäsche waschen und dann ging ein Mitarbeiter des Campingplatzes mit uns zum Mittagessen und am Nachmittag zeigte er uns eine der vielen Bibliotheken hier und die Altstadt, die inzwischen Fördergelder bekommt damit sie erhalten bleibt. Der Guide erklärte uns, dass Chinguetti bereits zweimal wieder aufgebaut wurde. Die erste Stadt ist fast völlig unter dem Sand verschwunden, die jetzige Altstadt versandet immer mehr und auch in der Neustadt befüchtet man, dass diese irgendwann unter den Dünen verschwindet.
Das Abendessen nahmen wir im Restaurant des Campingplatzes ein, es gab reichlich, und es war lecker.
Heute war ein ruhiger Tag, musste auch mal sein nach der Anstrengung der letzten Wochen. Dafür war Reifendruck hochsetzen und putzen angesagt. Überall Sand, der muss erst einmal entfernt werden so gut es geht. Klar, ich werde auch in 5 Jahren noch Sandkörner finden, aber augenscheinlich ist es jetzt erst einmal soweit sauber.
Am Vormittag besuchten wir das hiesige Hospital, gesponsert von vielen Spaniern und der spanischen Regierung, heute von den hiesigen Ärzten – soweit es welche gibt – betrieben. Eine ältere Ärztin arbeitet und wohnt hier seit sieben Jahren, sie kommt aus der Schweiz. Operiert wird hier nur selten, weil Ärzte und Anästhesisten fehlen. So wird getan was möglich ist, letztendlich ist es zu wenig. Wir brachten Brillen und Spielzeug für die Kinder mit in der Hoffnung, ein bisschen getan zu haben für die kranken Menschen hier.
Morgen geht es zurück nach Atar um aufzutanken und die Vorräte für die nächsten zwei Wochen einkaufen. Dann werden wir wieder offroad unterwegs sein zu den Krokodilen von Mauretanien. Ich hoffe, sie flüchten nicht wenn sie uns sehen.
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