Der Taxifahrer war am 24.8. pünktlich, genauso wie der Regen. Mit dem Regenschirm ging es zum Tor und dann zum Taxi. Damit hatte ich auch noch einen nassen Schirm zu tragen. Auf dem Hinweg kein Problem, denn mein großer Rucksack wog 10,5 kg, der kleine wurde gar nicht gewogen, weil kaum etwas darin war. Auf dem Rückflug war jedes Gramm eigentlich zuviel, denn ich hatte viele Ersatzteile mitzunehmen, u.a. meine Ecke vom Container, die ich mir ja abgefahren hatte. In Deutschland hatte ein Wagenbauer diese Ecke nachgebaut. Dafür musste ich dann anstelle des Rucksacks einen Koffer meines Sohnes mitnehmen. Außerdem waren Gehäuse meiner Wasserfilteranlage mitzunehmen und reichlich Messingverschraubungen. So hatte ich am Ende 20 kg im Koffer und 8 kg im kleinen Rucksack mitzubringen. Gewundert hatte mich, dass man mich nicht, wie bei einem anderen Flug schon einmal, zum Koffer rief um zu schauen, was alles darin ist. Denn hier waren u.a. auch meine Einspritzdüsen für den KAT verstaut. Nur meinen kleinen Rucksack packte man aus, denn dort befanden sich alle Messingverschraubungen. Der Polizist staunte nicht schlecht als er alles herausholte.
Am Ende ging alles gut, der erste Flug hatte etwas Verspätung, der zweite war pünktlich und auch mein Taxifahrer stand am Flughafen zur Abholung bereit. So war es dann Dienstag gegen 1 Uhr, dass ich den KAT wieder erreichte und hier alles ordentlich vorfand wie ich es verlassen hatte.
Ich konnte nicht lange schlafen, obwohl ich eigentlich unglaublich müde und außerdem krank bin. Gegen sechs Uhr war irgendwie die Nacht herum. Ich trank meinen Kaffee, frühstückte, machte mich fertig und fuhr gegen 8 Uhr bereits zu Magy und Carlos. Die hatte noch gar nicht so früh mit mir gerechnet und freuten sich unglaublich mich wiederzusehen. Magy hatte extra für mich einen Zitronencremekuchen für mich zur Begrüßung gemacht. Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Deutschland mit meiner Familie und meinen Freunden. Aber es ist auch schön, wieder hier zu sein.
Später dann besprachen wir die Situation mit den Visa für Guinea, ich habe bis heute noch keins bekommen. So einigten wir uns darauf, dass ich übermorgen nach Dakar fahre und das Visum bei der Botschaft hole. Gegen Geld geht dies normalerweise. Ich hoffe, das klappt.
Eigentlich wäre heute ein guter Tag für Dakar gewesen, aber der Taxifahrer hatte keine Zeit. So fuhren wir zumindest mit den Fahrzeugen zur nächsten Wasserstelle, die Carlos bereits einige Zeit vorher genutzt hatte. Er hatte bezahlen müssen, aber das ist ja auch in Ordnung. So fuhren wir die 8 km mit dem Wissen, dass 1000 l genau 1000 CHF kosten. Carlos füllte zuerst seinen Tank mit ca. 350 l. Dann kam ich an die Reihe. Bereits bei Carlos gab es Diskussionen, wie teuer denn das Wasser sei. Dazu standen zwei Frauen bei uns und ein Mann. Die Frauen sind diejenigen, die das Wasser verkaufen, der Mann übersetzte, er sprach gutes Englisch und Französisch. Carlos erklärte ihm den Preis, den man ihm beim letzten Mal gesagt hatte und dass er für ca 150 l freiwillig 500 CHF gezahlt hätte. Kurz bevor mein Tank fast voll war, was insgesamt ca 30 Min dauerte, fing die Diskussion um den Preis wieder an. Plötzlich sollte 1 l Wasser 10 CHF kosten, dann 100 CHF. Ich hasse solche Diskussionen, und da mein Tank fast voll war brach ich das Betanken ab, sagte ihnen meine Meinung und packte alles ein. Der Mann kam zu uns und verstand die Welt ebenso wenig wie wir. Wobei, wir verstanden sehr wohl, was die Frauen wollten. Nämlich mehr Geld. Genau das war mir einige Minuten vorher beim Einkauf an der Straße passiert. Ich fragte den Preis von Papaya nach, sie sagte, ein Kilo kostet 1.500. Der Preis ist definitiv zu hoch und ich drehte mich um. Postwendend wurden aus 1.500 dann 1.000 per kg. Auch das ist bei Weitem zu viel und ich ging wieder. Ich bin ja durchaus bereit zu bezahlen, auch wenn ich gelegentlich weiß, dass ich Touristenpreise bezahle. Aber diese Situationen heute Morgen waren zu offensichtlich. Carlos war meiner Meinung und wir fuhren zu unserem angestammten Platz zurück.
Leider hatte Carlos einen Platz bereits vorher ausgesucht und ca 2 Wochen hier gestanden, der Eigentum der Kirche war. Das wusste er nicht. Kaum waren wir angekommen kam ein Polizist und erklärte uns, wir würden auf dem Grundstück der Kirchengemeinde stehen und hätten den Pastor zu fragen, ob wir hier stehenbleiben könnten. Carlos erklärte die Situation und Magy und ich mussten uns auf den Weg zum Pastor machen. Dort sprachen nicht wir, sondern der Polizist mit dem Pastor, dieser genehmigte unseren Aufenthalt hier und so brauchten wir uns keinen neuen Platz für die nächsten zwei Nächte suchen.
Das alles passierte schon am Vormittag. Und weil ich so müde, hungrig und durstig war aß ich, trank mir ein Bier und hatte damit die nötige Bettschwere um für zwei Stunden mich meinen Träumen hinzugeben.
Ich musste nach Dakar, weil ich das Visum für Guinea noch nicht erhalten hatte. Mein online-Antrag lag seit dem 13.8. bezahlt bei der Botschaft von Guinea in Deutschland vor, offensichtlich interessierte sich aber niemand dafür. Am 20.8. schrieb ich Mail dorthin und bekam bis heute keine Antwort. Ich hatte den Antrag korrekt ausgefüllt, allerdings nicht den vollständigen Code vom Reisepass eingetragen. Daher auch die Mail.
Ich fuhr mit dem Taxi zur Botschaft und wurde ohne Termin eingelassen. Dort kennt man bereits die Probleme die Touristen neuerdings mit der Visaerteilung haben. Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich zu dem Bearbeiter vorgelassen. Diesem erklärte ich dann meinen Fehler und das Problem, dass ich auf meine Mail keine Antwort erhalten hatte. Er erklärte mir dann, dass das Ganze Prozedere auch bei ihm jetzt eine Weile dauern könne. Er müsste eine Mail zur Botschaft schicken, die Antwort würde normalerweise 2 Wochen dauern und so weiter und so weiter. Zwischendurch bemerkte er dann, dass ich für die Arbeit die er leistet für mich 20.000 CFH benötigt. Ich erklärte mich damit einverstanden, kannte ich doch genau diese Summe bereits. Es dauerte dann zunächst eine Weile, ich bekam zwischendurch eine Mail die er benötigte und dann arbeitete er immer wieder am Computer und am Handy. Und dann machte er mir ein unmissverständliches Zeichen, dass ich jetzt bitte das Geld ihm zu geben hätte. Natürlich ohne eine Quittung zu erhalten. Das Geld landete unverzüglich in der Schreibtischschublade. Dann bekam ich per Mail das Visum, allerdings anstelle des Passfotos befand sich ein Bild von meinem Reisepass darauf. Dies zeigte ich ihm und er musste noch einmal verbessern. Das nächste Visum mit dem richtigen Bild bekam ich dann per Whatsapp. Was auch immer der nette Mensch am Computer und seinem Handy manipuliert hatte, ich habe das Visum und ließ mich guten Mutes zurückbringen.
Wir wollte an den nächsten Strand und mussten dafür 45 km fahren. Zwischendurch war dann Geld am Automaten ziehen angesagt, einkaufen bei Decatlon – ja, das gibt es hier -, im Supermarkt und, ich musste zwei meiner Sitzpolster incl. meinem Campingstuhl zu einem Polsterer bringen. Die Sitzpolster bekommen neues Leder, denn das alte ist abgeschabt bzw. gerissen. Der Stuhl braucht ebenfalls einen neuen Bezug. Alles zusammen ohne Material kostet 110 Euro. Touristenpreise? Ich weiß es nicht, ist letztendlich auch egal, denn es muss gemacht werden und ist preiswerter als in Deutschland.
Am Strand angekommen musste ich mich erst einmal schlafen legen, denn ich spüre nach wie vor, dass ich noch krank bin. Husten und Schnupfen brauchen mindestens 14 Tage, jedenfalls bei mir. Am Abend bekamen wir Besuch von der Guardia Civil aus dem Senegal und Spanien. Die arbeiten auch hier zusammen und wollen verhindern, dass Bootpeople von hier aus nach Spanien fahren. Ob das gelingt wage ich zu bezweifeln, aber es hindert vielleicht den einen oder anderen Flüchtling daran, ins Boot zu steigen. Sie erzählten, dass die Menschen zu 100 in kleinen Booten mit einem Liter Wasser und einem Stück Brot „ausgesetzt“ werden. Ob sie dann ankommen ist den Schleppern egal. Hauptsache, der Preis stimmt.
Ich muss einige Dinge reparieren, heute war aber nicht mein Tag dafür. Irgendwie musste ich mal relaxen, ich kann zur Zeit schlecht schlafen und fühle mich einfach noch müde und krank. Ich fing trotzdem an, meine mitgebrachten Ersatzteile zu sortieren so, dass ich morgen nur noch einbauen muss. Die Wasserfilter müssen erneuert werden, das Ventil um Luft vom Kompresser zu bekommen muss getauscht werden und es werden sich sicherlich noch mehr Sachen zum Reparieren finden. Am Nachmittag war nur ein kurzer Spaziergang am Strand angesagt. Das Dorf hier ist gut zu erreichen und offensichtlich kann man auch hier einige Dinge des täglichen Lebens einkaufen.
Die Filteranlage war relativ schnell ausgetauscht und sie ist dicht. Jedenfalls im Moment. Ich hoffe nur, es bleibt so. Bei der Gelegenheit habe ich gleich die UV-Lichter in den Anlagen getauscht. Die Lampen sollen für 10.000 l reichen, da war ich aber längst drüber. Andererseits zeigten die Signale immer noch grün. Egal, jetzt ist es fertig für die nächsten Monate und ggfl. Jahre. Das Ventil für die Luftentnahme auszutauschen war auch kein Problem, ich hatte gestern ja alles dafür vorbereitet und die Schraube mit Öl eingesprüht damit sie sich heute lösen lässt.
Am Spätnachmittag war wieder ein Spaziergang angesagt, wieder ins Dorf, aber diesmal auf einem anderen Weg zurück. Und wie immer gibt es eine Menge fantastischer Baobabs zu sehen.
Das Gewitter kam bei Sonnenuntergang und wir konnten noch lange draußen sitzen und den Blitzen zusehen. Das letzte Mal als ich ein Gewitter zusammen mit Magy genossen habe saßen wir oben auf dem Fahrerhaus des KAT, weil das Gewitter hinter den Hügeln stattfand, so hatten wir eine bessere Sicht. Ich liebe es, dem Gewittern draußen zuzusehen, zumindest, solange es nicht regnet.
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Um unseren Ausflug vorzubereiten musste ich an meinen Schrank über dem Bett Und da sah ich die Bescherung. Gestern Abend gab es ein Gewitter mit heftigem Regen und das Wasser war in den Schrank gelaufen. Erst einmal sichtete ich alles und legte es zum Trocknen heraus, alles andere folgte dann später nach Rückkehr von unserem Ausflug. Wobei, abdichten werden wir die Stelle erst, wenn wir auf Asphalt stehen. Das ist mir mit der Leiter im Sand zu gefährlich. Einstweilen steht ein Behälter so, dass das Wasser, sofern es wiederkommt, dort hineinlaufen kann. Soviel ist es ja nicht, es wird wohl reichen.
Wir fuhren mit dem Fahrrad ins Dorf und von dort aus zu der riesigen Seenfläche, wo hunderte von verschiedenen Vögeln ihr Revier haben. Eine wunderschöne Landschaft direkt ´hinter dem Strand und mit dem Fahrrad zu erreichen. Leider verabschiedete sich unterwegs die Luft aus meinem Vorderreifen. Zum Glück hatte ich die Luftpumpe dabei und konnte direkt aufpumpen. Zurück am KAT habe ich erst einmal den Schlauch getauscht in der Hoffnung, dass der nächste Schlauch jetzt dicht ist.
Und dann hörte ich die Pumpe laufen und dachte mir, schau doch mal nach den Wasserfiltern. Das war eine gute Idee, denn der Filter mit dem Keramikeinsatz war wieder undicht. Kurzerhand haben wir den Keramikeinsatz ausgetauscht gegen einen zweiten Aktivkohlefilter, jetzt ist alles wieder dicht, auch wenn ich auf den Keramikfilter verzichten muss. So langsam reicht es mit Reparaturen für eine Weile. Allerdings muss ich die Ecke oben links am Container noch anbringen. Möglicherweise ist das die Stelle, wo das Wasser hereingekommen ist. Vorsichtshalber werde ich aber auch alle Sikanähte mit einem Dichtband abkleben, damit ich wieder Ruhe habe.
Das Quad musste mal wieder an die frische Luft, und so fuhr ich mit Magy zu einem riesigen und wie immer heiligen Baobab (Affenbrotbaum). Der ist sicherlich mehr als 1.000 Jahre alt, denn er war begehbar, und das ohne Eintritt zu zahlen. Unglaublich, und das Dorf hat sich wahrscheinlich um den Baum herum angesiedelt.
Am Nachmittag kontrollierte ich meine Wasserfilter, und es tröpfelte wieder. Jetzt ist Schluss damit, denn ich werde die Filter an anderer Stelle einbauen. Derzeit sind sie so verbaut, dass das Wasser bei der Entnahme durchfließt. Jetzt ändere ich alles so, dass bereits bei der Wasseraufnahme die Filter zum Einsatz kommen. Ich werde allerdings den Keramikfilter nicht nutzen, weil der Wasserdruck häufig nicht stark genug ist. Den Einbau verschiebe ich auf morgen früh, denn heute ist es zu heiß und zu drückend.
Die Wasserfilter waren schnell umgeschraubt und jetzt sollte das Problem erledigt sein. Seit mehr als 3 Jahren habe ich Probleme damit, immer wieder bekomme ich die Verschraubungen nicht dicht. Und diesmal waren es komplett neue Gehäuse und Halter. So blieb Zeit für einen langen Spaziergang.
Heute bekam ich auch die Nachricht, dass die Sitzpolster und mein Campingstuhl fertig sind. Die werden wir dann Freitag abholen, denn dann wollen wir langsam Richtung Gambia fahren. Wir haben ja lediglich den Süden vom Gambia River erkundet, der Norden fehlt nach wie vor.
Was sich gestern bereits ankündigte trat heute ein. Es regnet, und das nicht erst seit heute. Gestern am Spätnachmittag fing es an mit heftigen Sturmböen und Gewitter. Ich musste meinen Stuhl noch schnell hereinholen und konnte anschließend duschen gehen, denn ich war komplett gepudert. Die ganze Nacht bis heute Abend war keine Minute ohne Regen. So habe ich das hier noch nicht erlebt.
Da bleibt nichts weiter übrig als den Tag im KAT zu verbringen.
Der Sand musste mal aus dem Fahrzeug entfernt werden. Wird Zeit, dass wir den Strand verlassen und wieder auf anderem Untergrund zu stehen kommen. Inzwischen grünt es überall und der meiste Sand hier ist mit Gras bedeckt. Nur bei mir vor der Tür nicht. Das nutzen inzwischen 3 Hunde, sie buddeln sich ein Loch und legen sich hinein. Und das mitten vor meiner letzten Treppenstufe. Mehrfach schon musste ich die Hunde vertreiben und die Kuhlen mit Sand auffüllen damit ich mich nicht verletze.
Heute regnet es auch nicht mehr, so langsam nähern wir uns dem Ende der Regenzeit.
Mbour war unser nächstes Ziel, wieder einmal, diesmal mit Übernachtung. Ich musste meine Sitzpolster und meinen Campingstuhl abholen, die sollten lt. Aussage des Raumausstatters fertig sein. Waren sie auch, nur dass am Shop niemand zugegen war. Der Chef war im Dakar. Er schickte dann seinen Bruder, der in dem Chaos meine Sachen erst einmal suchen musste. Letztendlich fand sich alles. Ist nicht unbedingt deutsche Wertarbeit, aber annehmbar und besser als vorher mit dem kaputten Leder bzw. Stoff. Im großen Supermarkt Auchan musste noch eingekauft werden. Ich hielt vor dem großen Parkplatz auf einer Freifläche, denn ich wußte nicht, ob ich mit dem KAT auf dem Parkplatz eine Freifläche für mich finde. Die Idee war gut, im Supermarkt war es rappelvoll. War ja auch Samstag, da gehen alle einkaufen. Wir hatten uns vorgenommen, das nicht noch einmal zu machen.
Dann fuhren wir an den ausgesuchten Platz. Vor einem Restaurant befindet sich eine riesige Freifläche die direkt zum Meer geht. Ich fand einen Platz auf einer gepflasterten Fläche und Carlos stellte sich daneben. Nach dem Restaurantbesuch und der Pause machten Magy und ich einen Spaziergang. Ich habe selten so viele Menschen und Boote im Wasser gesehen, leider auch selten so viel Müll wie hier am Strand. Ich kann das nicht verstehen, das macht doch keinen Spass.
Es war eine schreckliche Nacht. Ab drei Uhr konnte ich kaum noch schlafen. Ich meinte, die Einheimischen kennen doch ihre Stadt und den Weg zum Strand. Warum muss man sich dann nachts um drei Uhr im Sand kurz hinter meinem KAT festfahren? Und das nicht nur ein Auto, sondern mindestens dreimal hörte ich die Motoren aufheulen. Ein Fahrzeug hatte direkt neben meiner Leiter geparkt so, dass er gerade noch aus dem Auto aussteigen konnte. Ich meine, auf einer Fläche von mehreren hundert Metern Länge und mindestens 80 Meter Breite sollte man doch einen anderen Platz zum Parken finden. Und erst recht, wenn kaum andere Fahrzeuge zugegen sind.
Am Morgen hörte ich dann schon ab sechs Uhr die ersten Frühaufsteher, die sich offensichtlich am Strand trafen. Ebenfalls zugegen waren die Sportler. Ich staune immer wieder, wieviele Männer hier an den Stränden ihre Figur verbessern indem sie Sport treiben.
Die Fahrt durch Mbour dauerte mal wieder, und auch die restliche zu fahrende Strecke war nicht die Beste. Schlaglöcher, Verkehrsberuhigungen, Spurrillen und langsam fahrende LKW, alles wieder am Start. So dauert dann die Fahrt zum nächsten Platz 1,5 Stunden wenn man 50 km Strecke hat.
Am Vormittag wollten Magy und ich zu den großen Seen laufen. Ein gescheitertes Unterfangen, denn es war Regen angesagt, und der kam dann auch. So brachen wir die Tour vorzeitig ab, leider oder zu unserem Glück. Denn es gab heftige Regenschauer den ganzen Nachmittag bis in den frühen Abend hinein. Danach ging ich die Offroad-Strecke ab, die wir morgen fahren müssen. Es ist nur ein kurzes Stück, aber diesmal muss ich den KAT auf Gras und sandigem Untergrund drehen. Bin gespannt, was das wird.
Das Drehen des KAT klappte hervorragend, war doch unter dem Gras kein Matsch, sondern ziemlich fester Sand. So kamen wir gut heraus ohne größeren Flurschaden anzurichten. Wir fuhren in die Nähe von Kaolack an den uns bekannten Platz. Besser gesagt, in die Nähe, denn da, wo wir vor ein paar Wochen noch gestanden haben wachsen jetzt Erdnussbüsche. Zumindest fast überall, der Rest ist bepflanzt mit Couscous der schon ziemlich hoch steht.
Wir fuhren auf den Sportplatz und stellten uns an den Rand. Leider haben wir hier einigen Flurschaden am Rande des Feldes angerichtet. Es tut mir immer wieder leid, konnte aber vorher nicht sehen, dass hier an einigen kleineren Stellen der Sand sehr weich ist. Das ist hier derzeit für uns LKW-Fahrer ein großes Problem. Wir benötigen Stellplätze wo viele Stellen nass sind vom Regen oder bewachsen mit Farmpflanzen. Man fährt auf eine riesige Stelle mit der Vermutung, es handelt sich um einen festen Untergrund. Ist es dann auch meistens, aber eben nicht immer. Stecken geblieben bin ich nicht, aber ich hinterlasse schonmal tiefere Spuren im Sand bzw. Gras.
Als die Fußballspieler am Spätnachmittag kamen versuchten wir zusammen, die Spuren zu beseitigen damit sie spielen konnten. Kein Problem sagten sie. Ok, dann soll es so sein.
Am Abend dann klopfte es dreimal an der Wand. Offensichtlich Jugendliche, die unterwegs waren. Habe ich keine Lust drauf und Carlos, Magy und ich beschlossen, am Vormittag auf den anderen Platz zu fahren, den Magy und ich schon entdeckt hatten, etwas abseits vom Dorf. Nach dem Frühstück machten wir uns sofort auf und fanden eine Stelle nahe von Bäumen. Hier wollen wir mindestens zwei Tage stehenbleiben.
Da ich heute mit Kopfschmerzen geschlagen war verschoben Magy und ich unsere Shoppingtour auf morgen. So habe ich mich dem Wäschewaschen hingegeben. Da wir bei der Abfahrt nochmals Wasser tanken können beschloss ich, auch das Cover von der Matratze zu waschen. Passt so gerade in die Maschine. Wurde aber Zeit, dass das Oberteil gewaschen wird, denn ich schwitze jede Nacht im Bett. Fünf Maschinen Wäsche waren es am Ende, da ich auch noch zwei Kissen komplett gewaschen habe. Hat sich gelohnt und das Wasser tanken lohnt sich dann auch wieder.
Am Vormittag war dann Schoppen angesagt. Magy und ich fuhren mit dem Quad nach Kaolack und begaben uns in das Getümmel des Marktes. Nicht alles was wir suchten fanden wir auch, aber die Resteküche von H & M war gut vertreten. Hier bekommt man dann einen Slip und einen BH zusammen für 80 Cent. Ok besser, als wenn H & M die Ware vernichten würde. Dafür findet man dann im Müll reichlich second-hand-Ware.
Am Nachmittag fuhren wir noch in das nahegelegene Dorf, dass mich auf dem Hinweg zu unserem Stellplatz schon interessierte. Ein Dorf, das offensichtlich einige reiche Menschen beherbergt, denn wie sonst kann sich ein kleines Dorf eine solche Moschee leisten, die derzeit renoviert wird. Und auch einige wirklich faszinierende Häuser säumen die Straßen. Ein schöner Anblick.
Wir hatten einige Dinge zu erledigen wie Wasser und Diesel tanken, zum Geldautomaten und einkaufen, denn hier in Kaolak ist der letzte Aucham-Laden, ein Supermarkt der fast immer fast alles hat. Der nächste Stellplatz, so unser Plan, war dann ca 44 km vom alten entfernt.
Wir hatten in Kaolak alles schnell erledigt und fuhren los. Der neue Stellplatz sollte ein Platz unter Bäumen sein, zu dem man hinkommt, wenn man von der Hauptstraße ab durch den Ort und dann ein Stück weiterfährt. Zumindest hatte das mal ein LKW geschafft, denn der Inhaber hatte ein Bild vom LKW unter den Bäumen ins Internet gestellt. Wir schafften den Weg nicht, denn aufgrund der Regenzeit war alles zugewachsen. Also mussten wir uns einen anderen Platz suchen. Der war dann noch 35 km weiter und wir fuhren los. Die Hauptstraße war wie immer, teils neue Stücke, teilweise große Löcher und natürlich die Verkehrsberuhigungen auf der Straße. Die letzten 4 km waren nicht asphaltiert und aufgrund des Regens befanden sich reichlich Pfützen hier bei denen man nicht wußte, wie tief und wie matschig sie sind. Egal, der KAT muss dadurch. Carlos allerdings streikte nach kurzer Zeit und wir versuchten unser Glück auf einer Wiese. Natürlich betraten wir diese vorher und befanden sie für gut, denn der Untergrund schien fest zu sein. Wir fuhren drauf und nach 50 m hielt ich an um Carlos zu sagen, dass wir bei Regen wohl Probleme bekommen würden. Er sah das auch so und wir entschieden uns, zurück zu fahren. Dabei hatte ich Carlos dann gleich festgefahren. Vorwärts ging es aber problemlos raus. Ich war froh über die Entscheidung, denn sollte es heute Nacht regnen hätten wir spätestens morgen ein großes Problem. Ich schaffte den Weg rückwärts ohne Probleme und ca 1 km weiter fanden wir ein kleines Stück, auf den wir uns stellen konnten. Wir stehen jetzt zwar an der Nebenstraße, aber bislang hat uns noch keiner gestört. Ich hoffe, das bleibt auch heute Nacht so.
Wir entschlossen uns, noch zu bleiben. Die Nacht war einigermaßen ruhig, nur um 12 Uhr kam ein Mädchen und klopfte an meine Tür. Was auch immer sie wollte, ich verstand sie nicht, und dann verschwand sie. Wir machten einen Spaziergang, denn von hier aus soll man mit dem Boot eine Tour machen können. Geht auch, allerdings nur, wenn man bereit ist, 15 Euro für ca 3 Stunden zu opfern. Das war uns zuviel, und Mangroven habe ich schon häufig gesehen. Folglich verzichteten wir darauf.
Die Nacht war nicht so, wie man sich das vorstellt. Gegen 12 Uhr sah ich Licht draußen und hörte Stimmen. Da ich von Natur aus neugierig bin schaute ich aus meinem Fenster am Bett und sah 5 Männer zwischen unseren Fahrzeugen stehen. Einer hatte eine große Taschenlampe, sah mich und sagte mir, ich solle herauskommen. Ich fragte freundlich nach dem Grund. Sie seien von der Polizei und ich möge herauskommen, war die Antwort. Ich fragte nach der ID-Karte, die mir einer der Männer dann auch präsentierte. Gleichzeitig fuhr ein dunkelblauer Pickup zwischen die beiden Trucks mit der Aufschrift „Gendarmerie“. Ich verlangte die ID-Karte, die man mir aber nicht gab. Ich erklärte ihnen, dass ich ohne die ID-Karte kontrollieren zu können nicht aus dem Fahrzeug käme. Daraufhin stiegen alle in den Pickup und fuhren weg. Ich dachte mir schon, dass die Nummer noch nicht zu Ende ist und wartete quasi, dass sich etwas tut. Es dauerte nicht lange, da kam das Polizeiauto zurück, zusammen mit den Polizisten, die jetzt in voller Montur incl. Waffen aus dem Auto stiegen. Jetzt war klar, ich musste mich ankleiden, was ich dann auch tat. Ich nahm gleich meinen Reisepass mit, denn genau diesen wollten sie kontrollieren. Leider sprachen sie fast kein Englisch und ich immer noch kein Französisch, so dass sich unsere Konversation in Grenzen hielt. Mein Reisepass war in Ordnung und dann musste Carlos seinen und den Pass von Magy zeigen. Carlos sagte den Polizisten das Gleiche, was ich auch schon gesagt hatte. Man kann uns ja gerne kontrollieren, aber warum bitte mitten in der Nacht und nicht am Tag. Die Antwort war simpel, einfach nur, weil sie gerade auf einem Kontrollgang waren. Und dabei hatten sie offensichtlich nichts Besseres zu tun, als uns zu kontrollieren.
Wir fuhren frühzeitig los, man weiß ja nie, was an den Grenzen so los ist. War aber auch diesmal kein Problem, weniger als eine Stunde und alles war an beiden Grenzen erledigt. Viele freundliche Beamte halfen und die Fixer, die Geldtauscher und SIM-Kartenverkäufer ließen uns mehr oder weniger in Ruhe. Wir luden unsere SIM-Karten noch auf, ich hatte meine vom letzten Besuch in Gambia noch, und somit waren wir schnell mit allem fertig. Dann ging es in die Stadt Barra, wo wir neben dem Fort Bullen stehen wollten. Die Straße führt direkt von der Grenze geradeaus zu Stellplatz. Leider sind die letzten 500 m keine Asphaltstraße mehr, sondern Sand- und Matschpiste. Es hatte geregnet und das Wasser stand noch in großen Pfützen auf der Straße. Ich fuhr vorweg, so dass ich das große Dilemma sah. Ich war mir nicht sicher, ob wir dadurch fahren sollen und sich am Ende der Straße ein einigermaßen trockener Stellplatz befindet. So hielt ich an und sondierte die Lage. Dies bekamen eine Gruppe von drei Männern mit die uns sagten, es sei kein Problem, am Ende ist ein Stück trocken, direkt neben dem Fort. Wir könnten die Straße nutzen. Ich besprach die Situation mit Carlos und wir entschieden uns, bis zum Fort zu fahren und zu sehen, was und dort erwartet. Selbstverständlich begleiteten uns die Männer, teilweise liefen sie im Laufschritt neben uns her. Am Ende angekommen stellten Carlos und ich uns hin und entschieden, hier zu bleiben, denn es ist ein ausgesprochen schöner, einigermaßen sauberer Platz fast direkt am Meer. Gleich fragte einer der Männer, wie lange wir denn bleiben wollen. Ich sagte, voraussichtlich zwei Nächte. Er antwortete, das würde 20 Euro zusammen kosten. Ich handelte dann herunter auf 10 Euro und fragte nach einem Ticket. Das würde er mir dann geben, er würde für das Fort arbeiten. Ich gab ihm 5 Euro und sagte ihm, wenn ich das Ticket bekäme würde ich die restlichen 5 Euro bezahlen. Daraufhin gingen wir in Richtung Hafen, nach einer kurzen Weile bekam ich einen handgeschriebenen Zettel als Ticket und gab ihm 5 Euro. Wir hatten aber schon gleich ein komisches Gefühl dabei. Nach dem Mittagessen gingen wir zurück zu den Fahrzeugen und machten eine kleine Mittagspause. Magy und ich wollten dann ein Stück spazieren gehen als uns ein Mann mit einem Shirt entgegenkam, auf dem Security stand. Ich fragte ihn, ob er für das Fort zuständig sei und er bejahte. Daraufhin erzählten wir ihm die Geschichte von den Männern und dass wir bezahlt hätten. Er hatte die drei gesehen wie sie zusammen mit unseren Fahrzeugen zu unserem Stellplatz kamen und war entsetzt, dass sie von uns Geld verlangt hatten. Er ging mit uns dorthin, wo wir die Männer getroffen hatten und siehe da, einer kam sofort auf uns zu, nämlich der, der das Ticket geschrieben hatte. Wir verlangten unser Geld zurück und nach einigem Hin und Her und Androhung, die Polizei zu holen, bekamen wir es schließlich wieder. Ich sagte ihm dann noch, sofern wir heute Nacht Stress bekämen wäre er morgen bei der Polizei, dafür würde ich sorgen. Er beschimpfte mich dann noch als Verrückt, aber damit kann ich gut leben. Es geht nicht um die Menge des Geldes, sondern um das Prinzip. Wir hatten die Männer nicht gebeten uns zu begleiten. Und wenn wir das getan hätten wären wir immer bereit, einen Betrag zu bezahlen für die Dienste. Aber bitte, nicht so. Wir bekamen dann noch von unserem Helfer Abdullah die Telefonnummer und waren sicher, dass die nächste Nacht ruhig verläuft.
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