Donnerstag, 17. September 2026

Senegal ab 2.8.2026

 Es ging mir wieder soweit gut, dass ich heute mit Magy mit dem Quad zum Vogelpark fahren konnte. Die Strecke sind 17 km durch die Felder und Ebenen, eine tolle Fahrt. Am Ende angekommen war uns klar, dass wir nicht in den Park gehen, da er zu teuer ist. Trotzdem sind wir bis an den Eingang gegangen, denn vorgelagert war ein großer See mit vielen Vögeln, die wir fotografieren wollten. Dann wurden wir eingeladen von einem Mitarbeiter hereinzukommen. Er erklärte uns, was wir alles sehen würden, machte aber keine Anstalten uns zur Bootsfahrt zu überreden. Die hätte ca. 40 Euro gekostet, das ist mir definitiv zu viel. Wir wurden herumgeführt und stellten fest, dass die Rezeption in einer alten Hotelanlage ist. Auf Rückfrage erklärte man uns, dass das Hotel aufgrund von Corona schließen musste. Jetzt verrottet alles, viele Einbauten wurden herausgerissen und oder zerstört. Schade drum, denn ich glaube, das war eine wirklich schöne Anlage an einem sehr interessanten Punkt im Senegal. Wir bekamen noch eine Kokosnuss „geknackt“ und hatten einen schönen Vormittag mit vielen Bildern von Vögeln in der Umgebung. Wahrscheinlich hätten wir im Park noch mehr gesehen, aber wir sind ja erst am Anfang von Afrika und ich gehe davon aus, wir werden noch reichlich Tiere sehen in der freien Wildbahn.

Am Nachmittag war dann Bilder aussuchen angesagt. Von den vielen hundert Bildern bleiben am Ende nicht viele übrig. Ich bin immer wieder froh, dass wir nicht mehr mit Rollfilmen arbeiten müssen.

 













































Wieder mussten wir einkaufen, irgendwie fehlt hier immer irgendwas. Andererseits bekommt man ja auch nicht immer alles, wie z.B. die Tomaten heute, nur ein paar waren zu haben, und die waren nicht wirklich mehr schön, quasi zum Sofortverzehr geeignet. Und Mangos gab es heute nur an zwei Stellen, beim letzten Mal war noch alles voll. So langsam geht die Zeit der Mangos dem Ende zu. Ich hoffe, dass alternativ Papaya zu bekommen sind, die mag ich nämlich genauso gerne.

Dann musste noch die Luftleitung zu einer Sperre repariert werden und alles war erledigt für heute. Wird Zeit, dass mal wieder mehr passiert.

 












Wasser konnten wir heute unterwegs bei einer Tankstelle bekommen. Erst wollte der nette Mensch umgerechnet 14 Euro haben für angesagten 200 l, dann einigten sich Carlos und der Chef auf 4 Euro. Geht doch, wahrscheinlich haben die hier sowieso einen Brunnen und müssen für das Wasser nicht zahlen. Dann fanden wir einen schönen Platz etwas abseits der Straße und fußläufig zum nächsten Fluss. Wir müssen jetzt immer schauen, dass wir notfalls auch bei Regen den Platz wieder verlassen können. Denn wie die Vergangenheit gezeigt hat regnet es zwar nicht häufig, aber immer wieder zu Zeiten, die nicht im Wetterbericht angekündigt werden. Und wenn dann mal Regen angesagt ist kommt keiner. Auf nichts ist heutzutage mehr Verlass, nicht einmal auf das Wetter

 






















Wir blieben heute noch hier stehen, denn der Platz war schön, wir wollten noch spazieren gehen und den Tag genießen. Daher standen wir gegen sieben Uhr auf zum Sport, gegen 8.30 Uhr waren wir fertig für den Spaziergang. Soviel zum „genießen“. Aber später ist es so warm, dann kommt Carlos nicht mehr mit. Und der wollte doch auch mal was anderes sehen als den Truck von innen. Nach zwei Stunden war es denn genug und wir gingen zurück, war aber ein schöner Gang, entlang des Flusses.

Kurz danach telefonierte ich und hörte ein brummendes Geräusch. Es dauerte nicht lange und ich identifizierte es als meine Pumpe, die im Dauerbetrieb lief. Da war was faul, und richtig, der Keramikfilter hatte ein Problem. Kurz nachgeschaut und das Problem entdeckt. Das Filtergehäuse hat einen Überwurf, mittels dessen das Gehäuse befestigt wird. Der war gebrochen. Und zwar nicht längs wie man vermuten könnte, sondern quer. Der Versuch, einen anderen Überwurf zu nehmen schlug dann ebenfalls fehl. Es war am Ende der Halter, der das Problem hatte. Aber den zu tauschen hatten wir erst einmal nicht die Idee. Die Lösung war zunächst, das Filtersystem komplett herauszunehmen, denn es handelte sich nur um den Aktivkohle- und Keramikfilter für die Segmente, nicht um die UV-Filter. Die sind wichtiger. Das Wasser, das wir tanken können, hat üblicherweise die Qualität von Trinkwasser, so dass ich mir erst einmal keine Sorgen machen muss.

So verbringt man den Tag mit Dingen, die man nicht haben will.

 

















Wir wollten zur nördlichsten Stadt des Senegal, Podor. Und genau dahin fuhren wir auch. Nur 50 km Wegstrecke, dann hatten wir den Platz erreicht. Beim Öffnen meiner Eingangstür erreichte mich die nächste Überraschung. Glassplitter auf dem Boden. Wo kamen die her? Beim Hochsehen war schnell klar, die Innenscheibe eines Fensters war gebrochen. Was für eine Scheiße. Schnell kam ein Senegalese von der nahegelegenen Bar, hatte ein Glas mit Gin in der Hand, erklärte uns, dass es an der Bar Bier gäbe und, nachdem er mein Problem erfaßt hatte, ging er mit mir zu den Glasereien. Der erste Glaser hatte keine Idee, der zweite war nicht im Shop und konnte erst am Abend vorbeikommen, der dritte kam sofort mit und hatte auch eine Lösung parat. Nicht die beste, aber eine, mit der ich leben kann. Normales Fensterglas, 5 mm dick, sollte reichen, da es sich nur um die Innenscheiben handelt. Die Außenscheibe war heile. Grund: Ein Zweig hatte sich zwischen Rahmen und Glas geschoben und das Fenster nach innen gedrückt. Der Rahmen, der das Glas hält, ist herausgeflogen und die Scheibe innen explodiert. Relativ schnell war der Schaden behoben. Kostenpunkt 30 Euro incl. Glas und Silikon. Danke dafür.

Am Nachmittag dann Musik von der Bar, betrunkene Männer, die draußen herumsaßen und nichts Besseres zu tun hatten als weiter zu trinken und Musik zu hören. Am Abend wurde ich dann noch gestört von dem Mann, der mir morgens geholfen hatte. Er war jetzt sturzbetrunken, stellte sich unter mein Fenster und begann zu quatschen. Erst beim zweiten Mal hat er begriffen, dass ich ihn nicht brauche und verschwand.

 

Ich hörte heute von Carlos, dass mein spezieller Freund auch an seiner Tür gestanden und „Carlos“ gerufen hatte. Carlos hatte fast die ganze Nacht nicht geschlafen wegen der Musik, der betrunkenen Gäste und weil sie mal wieder Wassereinbruch hatten durch den Regen. So beschlossen wir, den Platz zu verlassen und uns wieder auf den Rückweg Richtung Saint Louis zu machen. Nach dem Einkauf ein kurzer Besuch der Burg hier und schon ging es los, 50 km zurück in die Nähe des Platzes, auf dem wir zwei Tage zuvor schon gestanden hatten. Nur dass wir diesmal die andere Seite bevorzugten, denn die hat Steine und keinen Sand und Matsch. Denn es soll weiterhin regnen, klar, ist ja Regenzeit. 













 

Ein Spaziergang und wir fanden den Platz, von dem aus die National Road Nr. 2 gebraut wurde, finanziert zum Großteil von den USA. Hier ist heute nichts mehr los, also, ein Lost Place wie man so schön sagt. Manchmal wundere ich mich darüber, wofür Geld ausgegeben wird. Gebäude, ein riesiger Platz, drei riesige Tanks für Teer die hier einfach in der Ecke stehen, ein Trecker, der auseinandergebaut wurde, weil keiner mehr hier Verwendung dafür hat. Dabei hätte man den sicherlich auch noch in der Landwirtschaft nutzen können.

Weil es hier ruhig ist und wir nicht von Einheimischen umlagert wurden beschlossen wir, noch einen weiteren Tag zu bleiben.

 





















Ein heftiges Gewitter erreichte uns wieder in der Nacht, lt. Wettervorhersage vorerst das letzte Mal, dass es regnet. Leider stimmt die Vorhersage nicht immer. Mal sehen, was wird.

Auch heute kam keiner zu Besuch, mit Ausnahme eines Hundes sowie ein paar Esel. Aber die laufen sowieso überall herum, scheinen wieder reichlich wilde Esel dabei zu sein. So konnte ich denn in Ruhe meine Wäsche waschen und einige Wartungsarbeiten erledigen. Ölstände gecheckt und festgestellt, dass der KAT derzeit kein Öl verbraucht. Warum auch immer. Den Luftkessel entleert, kein Wasser vorhanden. Die Wasserabscheider scheinen sauber zu arbeiten. 













 

Am Abend schien es wieder regnen zu wollen, stattdessen kam ein Sandsturm. Regen ist mit bedeutend lieber, da kann ich die Fenster geöffnet lassen, bei Sandsturm gibt es keine Alternative als alles zu verschließen und dann kommt trotzdem noch feiner Staub herein an der einen oder anderen Stelle.

 Wir wollten an die uns bekannte Stelle nahe Saint Louis, weil Carlos in der Stadt einen Termin gemacht hat zum Bremsen wechseln. Unterwegs reichlich Wasser auf den Feldern, und das nicht, weil die Felder bewässert wurden, sondern weil das Regenwasser so schnell nicht ablaufen kann. Wir hatten schon Sorgen, dass wir unseren Stellplatz nicht erreichen. Haben wir letztendlich auch nicht, denn wir fuhren ein Stück die Piste entlang zu unserem angestammten Platz und stellten fest, dass auch auf der Piste Wasser steht. So hielten wir es für eine gute Idee den nächsten möglichen festen Platz anzufahren und uns dorthin zu stellen. Heute ist Sonntag, folglich müssen wir bis morgen hier stehenbleiben und dann zum Termin fahren. Soll wohl gehen, solange es nicht regnet.

 Wir entschieden, heute noch einen Tag hierzubleiben, denn es war ruhig und das Thermometer stieg nicht mehr so hoch wie in Podor. Und wir hatten jetzt eine Strecke von 50 km vor uns bis Saint Louis, und ob heute oder morgen die Bremsen gewechselt werden dürfte keine Rolle spielen.

 Auf nach Saint Louis, wir erreichten schon gegen 9 Uhr die Werkstatt, nicht anwesend war allerdings der Chef. Der wurde angerufen und kam die afrikanischen 10 min. später, also nach einer halben Stunde. Egal, Hauptsache, er wechselt jetzt die Bremsen an Carlos Fahrzeug. Sie besprachen alles und machten einen Preis aus. Magy und ich fuhren derweil mit dem Taxi zum Supermarkt Auchan, um die fehlenden Lebensmittel einzukaufen. Zurück am Truck sage Carlos mir, dass der Mechaniker jetzt noch Geld für das Vernieten der Beläge wolle, das wäre im Preis nicht inbegriffen. Carlos war sehr aufgebracht und wir riefen unseren Freund Ajun an. Es dauerte keine 5 Minuten und Ajun war bei uns und verhandelte mit dem Mechaniker. Am Schluss musste Carlos dann anstelle der 80.000 nur 60.000 Senegalesische Franken bezahlen. Immerhin 30 Euro weniger. Vorher allerdings hatte der Mechaniker noch ein Problem mit den Federn, er hatte kein Werkzeug um die Federn an die richtige Stelle zu bringen, und so hantierten sie am ersten Rad 20 min. um die Beläge an die richtige Stelle zu bringen. Beim zweiten Mal sollte alles einfacher gehen, der Mechaniker zerbrach allerdings die Feder und kam auf die Idee, diese schweißen zu wollen. Da hatte er allerdings die Rechnung nicht mit Carlos gemacht, der sehr aufgebracht war. Die gleiche Feder ist hier natürlich nicht zu bekommen, lediglich eine, die gleich lang ist. Die muss jetzt erst einmal halten. Anschließend verlangte der Mechaniker für die Feder noch Geld, das jedoch sah Carlos gar nicht ein und zahlte nur die 60.000.


Ajun kam uns am Abend noch besuchen, da wir nur 7 km von der Stadt entfernt standen und er den Platz schon kannte. Wir hatten einen netten Abend.

 Wir fuhren weiter an die schöne Stelle am Strand, wo wir schon einmal ein paar Tage verbrachten, nahe Mboro. Hier werden wir bis Montag ausharren in der Hoffnung, dass es von den Temperaturen angenehmer ist und der Wind uns kühlt. Es hatte nicht geregnet, und so kamen wir gut an, nachdem wir Wasser getankt und alle Hindernisse, die sich üblicherweise hier auf der Straße befinden, überwunden haben. Leider gibt es hier außer der Erhöhungen (Verkehrsberuhigungen) noch dicke Taue, die über die Straße gespannt werden. Ich kann ja durchaus verstehen, dass man in den Dörfern langsam fahren soll. Aber bitte, wenn rechts und links Autos stehen in der Stadt, die Esel- und Pferdewagen fahren, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger unterwegs sind auf engen Straßen, wie könnte ich da mit dem Truck schneller als 25 km/h fahren? Der Platz war frei, wir stellten uns zum Meer hin und bekamen gleich den ersten Regen am frühen Abend ab. Wir sind weiter südlich und damit nähern wir uns immer mehr dem Regen.

 







Am Vormittag hatte es geregnet. Irgendwie hatte ich mir Regenzeit anders vorgestellt. Gut, dass meine Vorstellungen nicht mit den tatsächlichen Begebenheiten übereinstimmen.

 Heute Nacht war ein Gewitter, so habe ich Gewitter selten erlebt. Der Himmel schien gar nicht mehr dunkel werden zu wollen so heftig blitzte es. Und es schüttete wie aus Eimern. Carlos erzählte mir heute Morgen, dass ein Blitz ca 100 m vom Truck eingeschlagen sei. Zum Glück hat er unsere Trucks verpasst. Ich hatte mir schon ein paar Sorgen gemacht.

Wieder war Einkaufen angesagt, da man im Auchan nicht immer frisches Obst und Gemüse bekommen. 6 km mit dem Fahrrad, eigentlich kein Problem. Der Sand war einigermaßen fest, aber es ging meistens bergauf, mit meinem Fahrrad kein schönes Fahren. Ich schaffte es trotzdem und wir kamen in der Stadt an, wo der Schlamm noch auf der Straße war. Die Geschäfte hatten geöffnet, auch wenn man um sie zu erreichen durch Matsch und Schlamm laufen musste. Nach 12 km Fahrradfahren war ich erst einmal erledigt. Ist eben kein ebike, ich muss alles manuell machen, durch Sand, Schlamm und über Stock und Stein.  Trotzdem ging ich am Spätnachmittag ein Stück am Strand spazieren.


Einige Kleinigkeiten waren zu erledigen, aber eigentlich hatte ich nichts zu tun und so nahm ich mein Buch und las. Eine sehr interessante Geschichte „Dreihundert Männer“ von Konstantin Richter. Die Geschichte der Industrie in den letzten 150 Jahren. Wer mit wem und wenn ja warum Gut recherchiert, da wird man über Verflechtungen und Zusammenhänge aufgeklärt, die mir lange schon schleierhaft waren.

 

Da denkt man, man hat abends seine Ruhe hier, denn die Senegalesen verlassen den Strand üblicherweise kurz nach Sonnenuntergang, weit gefehlt. Gegen 11 Uhr hörte ich draußen Stimmen, ich sah aus dem Fenster und sah in ca 100 m Entfernung zwei Taschenlampen leuchten. Ok, ist ja so ungewöhnlich nicht dachte ich mir. Es dauerte nicht lange, da hörte ich, dass ein Mann mit Carlos und Magy, die neben mir stehen, sprach. Und dann bekam ich eine Nachricht von Carlos, ich solle die Polizei anrufen. Es schien mir aber nicht, dass Carlos in Bedrängnis war, so nahm ich mein Telefon, zog mich an und ging heraus. Was ich dann sah bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Der Mann, der mit Carlos sprach, hatte offensichtlich einen Kampf überstanden. Dabei war ihm wohl mit einem Messer der kleine Finger der rechten Hand soweit herunter abgeschlagen worden, dass der gesamte Finger inkl. des Mittelhandknochens nur noch am sog. „seidenen Faden“ hing. Zum Glück konnte er mit der linken Hand noch telefonieren und seinen Freunden und seiner Familie Bescheid geben. Ich suchte derzeit mein Verbandszeug zusammen, davon habe ich zum Glück einen Handkoffer voll mitgenommen, und verband die Hand ohne mir das genauer anzusehen. Trotzdem sind die Bilder in meinem Kopf gespeichert und jetzt, wo ich alles aufschreibe, sehe ich wieder die Hand, die Kopfwunde, die Rückenverletzung. Ich sprach die ganze Zeit mit ihm, auch wenn er mich nicht wirklich verstehen konnte, denn er sprach kein Englisch. Seinen Namen konnte er mit trotzdem sagen. Ibrahim. So versuchte ich, ihn wach zu halten. Ob das richtig ist weiß ich nicht, ich hatte das seinerzeit im Erste Hilfe Kurs so gelernt. Jedenfalls kam dann die Hilfe, die Familie fuhr mit einem Auto vor und setzte den Verletzen hinein, um ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Nach einer halben Stunde kamen Geschwister von ihm und holten das Motorrad ab. Sie informierten Carlos darüber, dass Ibrahim jetzt medizinisch versorgt wird. Ich hoffe und wünsche mir, dass alles gut verläuft und er die Operationen gut übersteht. Ich würde mich freuen, wenn wir noch Nachricht bekommen.

 

Ok, das hatte ich heute Vormittag geschrieben. Wir haben bis heute Abend keine Nachricht erhalten und auch die Polizei war nicht hier. Schade eigentlich.


Wir fuhren nach Thies, weil Carlos meinte, hier Handwerker zu finden die seine Sitze im Wohnbereich neu beziehen würden. Eigentlich wollten wir in der Nähe übernachten, aber da war es matschig und wir trauten uns nicht hinein in den Wald. Zurück an den Stadtrand von Thies fanden wir ein Grundstück mit einer Zufahrt, im Hintergrund eine Mangoplantage und im Vordergrund ein großes Stück freie Fläche mit Sand und kleinen Steinen. Dahin stellten wir uns und gingen zur Plantage. Dort fanden wir den Besitzer der uns erlaubte, hier zu stehen und zu übernachten. Mit dem Taxi ging es dann in die Stadt, zunächst zum Geldautomaten und dann zu einem nahegelegenen Restaurant. Ein etwas Vornehmeres, hier konnten wir auch ein Bier trinken. Und so verweilten wir einige Zeit. Dann hörten wir, was draußen los war. Ein heftiges Gewitter hatte Thies erreicht und innerhalb von Minuten standen die kompletten Straßen unter Wasser. Ein Durchkommen war erst einmal nicht möglich, und so tranken wir gemütlich unseren Kaffee, teilweise im Halbdunkeln, weil der Strom ausfiel. Wir versuchten dann, ein Taxi zu bekommen. Es misslang, und wenn dann tatsächlich mal eins anhielt sollten wir den dreifachen Preis zahlen. Dazu waren wir nicht bereit, und so versuchten wir, zum nächstgelegenen Supermarkt zu laufen. Kurz davor stand das Wasser so hoch auf der Straße, dass die Fahrzeuge sich nicht trauten dadurch zu fahren. Wir kehrten um und liefen zum anderen Supermarkt, ca. 1.5 km entfernt. Dort kauften wir dann in aller Ruhe ein und bekamen auch postwendend ein Taxi zu unseren Fahrzeugen. Der Taxifahrer wollte nicht auf das Feld fahren, was ich gut verstehen konnte. Was wie Sand aussah hatte sich durch den Regen in eine Schlinderbahn verwandelt. Ich rutschte natürlich aus und konnte mich so gerade noch auf dem Knie abstützen ohne dass ich mit meinen Taschen und dem Rucksack komplett auf der Erde lag. Damit war Saubermachen angesagt. Am Abend war alles noch genauso nass wie am Nachmittag. Trocknen geht offensichtlich anders.


Der Boden war bei Weitem nicht mehr so nass wie gestern Nachmittag und wir hätten, wenn wir denn gewollt hätten, fahren können mit den Fahrzeugen. Wir wollten allerdings noch einen Tag bleiben und uns nach einem Lederwarengeschäft und Handwerker für das Nähen der Sitze umsehen. Nach einigem Suchen fanden wir ein Geschäft, das Leder verkaufte in der Qualität, wie wir es brauchten. Der Handwerker ließ 1,5 Stunden auf sich warten, so lange dauern afrikanische 5 Minuten. Er kam mit uns zu den Fahrzeugen und schaute sich an, was Carlos wollte. Der Preis entsprach den europäischen Preisen und wir lehnten dankend ab. So verbrachten wir den Nachmittag dann unverrichteter Dinge. Heute Abend bekamen wir Besuch von einem Polizisten, der eigentlich aus Mali stammt, jetzt aber mit seiner Familie im Senegal wohnt. Sicherlich friedlicher hier für ihn.

 Das kommt davon, wenn man Whatsapp-Nummern weitergibt. Man bekommt Herzchen geschickt und Nachrichten: I love you. Nett, aber, der kannte mich gerade einmal eine Stunde und wir konnten nicht miteinander sprechen, weil er kein Englisch kann und ich kein Französisch spreche. Aber nett gemeint.

Heute hatten wir vor, in Dakar auf den Campingplatz zu fahren und von dort mit dem Zug nach Dakar herein. Der Weg war wie immer eine Katastrophe, die Straßen schlecht und immer wieder diese Verkehrsberuhigungen drauf, so dass man permanent schalten muss. Letztendlich kamen wir dort an und mussten zunächst einmal sehen, ob ich mit dem KAT überhaupt den Zufahrtweg fahren kann. Das alleine stellte sich schon schwieg dar, und der Campingplatz selbst war die schiere Katastrophe. Und dafür sollten wir dann Geld bezahlen. Ich hätte nur an einem Platz stehen können, und nicht einmal annähernd gerade, Carlos hätte den Haupteingang benutzen können, wenn da nicht gerade ein Auto gestanden hätte. Und sein Platz wäre im Grunde direkt hinter der Einfahrt, also mitten auf dem Weg sein sollen. Danke, dass brauchen wir nicht, und schon gar nicht für Geld. Wir entschlossen und kurzerhand nach Popenguine auf den asphaltierten Parkplatz zu fahren. Hier muss ich sowieso am Sonntag hin, weil ich den KAT zum Campingplatz bringen und am Montag nach Deutschland fliegen will. Und von hier aus haben wir dann ein Taxi für Freitag klar gemacht, das uns nach Dakar bringen wird.

 

Keine besonderen Vorkommnisse, ausser, dass ich Migräne hatte. Der ganze Vormittag hielt der Regen an. Am Nachmittag dann Wetterbesserung, und auch meine Migräne besserte sich etwas. Hoffentlich komme ich morgen klar, denn wir haben eine lange Fahrt nach Dakar. Sind eigentlich nur 70 km, aber bei den Straßenverhältnissen hier weiß man nie.

 






Früh schon kam das Taxi wie bestellt. Der Fahrer stand uns den ganzen Tag zur Verfügung. So brachte er uns zuerst zu einem Geschäft in Dakar, wo wir Leder kaufen wollten. Meine Sitzgarnitur muss teilweise erneuert werden. Das Stück, das im Iran erneuert wurde ist nur mit Kunstleder bezogen und ich habe einige Risse im Bezug. Und auch die Rückenlehne vor dem Bett hat inzwischen ziemlich gelitten, weil ich beim Aufstehen natürlich immer darübersteigen muss. Und bei diesen Temperaturen hier ist man gerne mal nassgeschwitzt. Dagegen kann man das Leder nur schützen, wenn man ein Tuch darauflegt. Das gefällt mir aber nicht. Wir haben also uns umgesehen und ich habe ein riesige Stück Leder für 80 Euro erstanden und als Geschenk noch Stoff bekommen für meinen Stuhl, den ich draußen immer nutze. Auch da muss der Bezug erneuert werden. Dann ging es für mich zur Fähre nach Ile de Goree, der Sklaveninsel. Leider habe ich das Museum nicht gefunden, aber die Insel ist wunderschön. Natürlich, eine Touristeninsel und entsprechend da, wo die Touristen laufen, sauber. Die Stellen, an denen der Müll dann abgeladen wird, sieht man nur, wenn man hinter die Kulissen bzw. alten Häuser schaut. Habe ich getan und war erschrocken. Ein riesiger Müllberg. Soviel zum Thema „wir sorgen mit Deiner Taxe für eine saubere Insel“.

Ich musste dann Carlos und Magy noch finden und wir wurden zurückgefahren. Wir hatten Glück, denn die Autobahn war in unsere Richtung frei. So waren wir, wenn auch durchgeschwitzt, schneller wieder an den Fahrzeugen als erwartet.

Carlos und Magy haben inr Visum für Guinea Conakry bekommen, bin gespannt, ob meins jetzt auch ausgestellt wird. Das musste ich online beantragen. Wenn das nicht funktioniert muss ich auch noch nach Dakar um es abzuholen.

 





























Fenster putzen war mal wieder fällig, weil alles voll Sand ist nur die Fenster nicht mehr alle problemlos schließen. An den entsprechenden Punkten habe ich mal WD40 gesprüht in der Hoffnung, dass es dann wieder besser geht. Das Türschloss musste ich auch schon mit Öl bearbeiten und reinigen, ich bekam den Schlüssel nur noch schlecht reingesteckt. Der Staub hier macht alles kaputt.

Gegen Mittag kam Bernd wieder, er war in Deutschland und ist gestern zurückgeflogen um heute auf unserem Parkplatz zu erscheinen. Magy hat ihm zur Begrüßung einen Kuchen gebacken. Welch Freude für ihn. Es kommt wohl nicht alle Tage vor dass er einen Kuchen gebacken bekommt. Gut, er ist auch noch nicht so lange bei uns und kennt unsere Gepflogenheiten noch nicht so gründlich.

 Soweit war alles fertig, die Wäsche gewaschen, der Haushalt erledigt. Blieb nur noch Rucksack packen und zum Campingplatz fahren. Dort sollte ich gegen fünf Uhr hinkommen. Wir verabschiedeten uns und ich fuhr los. Gerade auf dem Weg fing es an zu regnen. Es regnete cats und dogs wie der Engländer so schön sagte und ich wurde komplett nass, da ich aussteigen und das Tor vom Campingplatz öffnen musste. Dieser Platz wird derzeit nicht wirklich genutzt, weil die Saison noch nicht angefangen hat. Auch Stefan der Eigentümer wurde bis auf die Haut durchnässt. Ich fuhr den KAT an in die hintere Ecke mit der linken Seite in den Matsch. Ließ sich nicht anders machen, denn ich hätte nur den Acker noch mehr durchwühlt. So muss ich dann wohl mit der Schieflage zurechtkommen. Nach dem Duschen und Abtrocknen ist jetzt warten auf die Nacht und den Morgen angesagt. Der Wecker klingelt um 3.45 Uhr, Abholzeit ist 4.30 Uhr. Ich hoffe, der Taxifahrer ist pünktlich.