Ich ging nochmals in die Schule, um den Kindern beim Schreiben zu helfen. Zum Teil ist es eine Katastrophe, sie können kein e und kein l in Schreibschrift schreiben. Selbst beim i tun sich einige schwer. Sie sind extra heute Vormittag gekommen, weil ich gesagt hatte, ich übe nochmal mit ihnen. Eigentlich ist samstags für sie kein Unterricht. Von 20 Kindern waren 16 anwesend. Ein toller Schnitt, tun sie es doch freiwillig. Am Schluss bekam jedes Kind ein Geschenk, weil sie in die Ferien gehen.
Ich ging nach Hause und fand auf meiner Empore ein „Blütenmeer“. Es waren wohl wieder die Jugendlichen, die mir schon einmal Blüten auf die Treppe gelegt hatten.
Am Nachmittag wie immer Langeweile. Bis auf den kurzen Moment, wo zwei junge Frauen kamen und mir etwas zeigen wollten in meiner Fahrerkabine. Ich verstand erst einmal nichts bis ich mich aus dem Container bewegte und zum Fahrerhaus ging. Sie fanden meinen Teddybären, der mich seit mehr als 35 Jahren begleitet hat. Ich holte ihn heraus, gab in der einen Frau und sie bedankte sich. Ok, eigentlich wollte ich ihn nicht verschenken, aber gut, tu ich eben ein gutes Werk. Eine halbe Stunde später kam eine der beiden zurück und brachte mir einen Schal und ein Armband als Dankeschön. So hatten wir alle etwas von der Begegnung. Danke dafür.
Putz- und Waschtag, nochmal ausnutzen, denn morgen bekomme ich die Wasserlieferung. 10 Euro für 500 liter Wasser, ohne Entsorgungskosten. Gut, dafür bekomme ich es frei Haus geliefert und die Kommunity in Chattado verdient etwas Geld. Besser, als es der öffentlichen Hand zu geben. Ich wundere mich immer wieder über den Sand, der hier hereinkommt. Denn eigentlich hatte es nicht gestürmt und ich bin weit entfernt von den Dünen.
Am Nachmittag fuhr ich mit Aurora in das nahegelegene Dorf, und vorher besichtigten wir es vom Berg aus, den es zu erklimmen galt. Eine schöne Aussicht erwartete uns und ein Dorf, komplett anders als alle Dörfer, die ich vorhergesehen hatte. Hier stehen viele Lehmhäuser und Häuser oder Hütten aus Palmwedel. Leider konnte ich nur die archäologische Seite fotografieren, auch wenn sie nicht groß ist. Und natürlich diese wunderschöne Umgebung mit den Palmen, dem Sand und den Felsen.
Wieder ein Tag im Kindergarten, alles wie gehabt. Die Kinder können die Stifte nicht richtig halten und malen in den vorgesehenen Rahmen geht auch nicht. Gut, kann mein Enkelkind vielleicht auch noch nicht, werde ich mal testen mit ihm. Hab ja jetzt genug Anleitungen bekommen 😊
Am Nachmittag ereilte mich die Nachricht, dass das erste Paket angekommen ist und morgen abgeholt werden soll. Ist zwar nicht das wichtigere, aber immerhin. Wir haben verabredet, dass man mir das Paket am Freitag bringt, weil ein Freund von Antonio sowieso nach Atar fährt und so brauche ich nichts zu zahlen. Das Paket mit der Pumpe soll nächste Woche hier sein.
Am Abend dann bekam ich Besuch, nicht nur von Ali, der mir mein Mittagessen für morgen bringt, sondern auch von Lehbib, dem Polizisten, der mir damals kein Ticket geschrieben, sondern sich nett mit mir unterhalten hat für mein Falschparken. Er machte sich Sorgen und wollte mal sehen, wie es mir geht. Außerdem brachte er eine Tragetasche voller Obst mit. Und wie wir uns so unterhielten kam er auf den Gedanken, eine seiner Freunde anzurufen mit dem Ergebnis, dass ich hier wohl am Mittwoch sowohl mein Visum als auch das Passavant für die Fahrzeuge verlängern lassen kann. Na wunderbar, spart mir eine Fahrt und Hotelübernachtungen in Nouakchott. Ich bin zwar nicht komplett überzeugt, dass das möglich ist, aber er versicherte es mir mehrfach. Also am Mittwoch wollen wir zusammen in die Büros gehen, da er am Mittwoch nicht arbeitet.
Im Kindergarten wurde den Kindern mitgeteilt, dass ich den letzten Tag hier bin. Alle sahen mich sehr traurig an und verabschiedeten mich dann herzlichst. Ich werde die kleinen Rotznasen vermissen. Rotznasen, ja, das ist richtig, denn trotz ständiger Wärme läuft vielen von ihnen dauernd die Nase. Davon war ich ja auch vor drei Wochen krank geworden. Jetzt scheint mein Immunsystem wieder zu funktionieren. Ich gehe davon aus, dass viele Kinder aufgrund der hohen Luftverschmutzung Probleme haben.
Langeweile war angesagt. Trotzdem muss man zwischendurch mal etwas arbeiten, so z.B. die Steuererklärung vorbereiten. Und dabei gelegentlich nachsehen, ob es Neuigkeiten bezüglich der Pakete gibt. Und siehe da, es scheint, dass das zweite Paket ebenfalls eingetroffen ist. Jedenfalls sagt die Sendungsverfolgung dieses. Das wäre ja genial, dann kann Antonio morgen beide Pakete abholen und direkt zum Bus bringen der mir dann die Pakete direkt nach Atar mitbringt. Das ist hier offensichtlich üblich, ich kenne das ja schon aus Nepal und Laos, Kambodscha und Vietnam. Nur muss ich dann mal sehen, wer mit mir zur Busstation geht und das schwere Paket trägt. Alternativ werde ich mir für die 500 m ein Taxi nehmen müssen.
Mein Polizist ging mit mir zum Amt um das Visum verlängern zu lassen. Klar, macht sie, aber erst nächste Woche. Ja, das Visum reicht ja auch noch bis zum 29.3. und die Pakete dürften auf dem Weg sein. Wahrscheinlich kann ich sie heute Abend abholen und morgen dann die Reparatur durchführen. Das wäre perfekt. Mal sehen, was wird.
In jedem Fall aber bin ich heute das letzte Mal in der Schule, denn ab morgen haben die Kinder zwei Wochen Ferien, weil Ramadan heute endet. Ich habe noch einmal mit 5 Schülerinnen gearbeitet, versucht, ihnen zu erklären, sie man den Stift zum Malen und Schreiben hält. Es ist unglaublich schwierig, denn sie haben sich die falsche Haltung angewöhnt. Und auch das Ausschneiden einer Figur fällt ihnen schwer, obwohl sie bereits im zweiten Schuljahr sind.
Auf dem Rückweg sprach ich mit Aurora über ein kleines Mädchen, das ich in der Stadt schon zweimal gesehen hatte. Sie hat die vorderen beiden Zähne im oberen Kiefer waagerecht stehen und kann den Mund dadurch nicht schließen, essen und sprechen dürfte ausgesprochen schwerfallen. Wir sprachen über Zahnärzte hier und sie erzählte mir von einem Projekt, das sie mit zwanzig Frauen durchgeführt haben. Es ist sechs Jahre her und alle zwanzig Frauen haben ihre Zähne gemacht bekommen. Auch Zahlersatz wurde bezahlt. Sie sprach auch davon, welche Kosten angefallen waren. Dann sagte ich ihr, sie möge sich doch bitte darum bemühen, dass dieses Mädchen die Zähne gerichtet bekommt. Ich wäre bereit, die Kosten zu übernehmen. Mal sehen, was daraus wird. Ich werde jedenfalls nachfragen, denn dieses Kind hat ohne einen guten Zahnarzt in ihrem Leben keine Chance. Hoffentlich klappt es.
Die Reparatur ist gelungen, wenn auch mit einer großen Schweinerei. Ich musste dafür meine Garage soweit herrichten, d.h., das Quad herausbringen, das Regal rechts leerräumen, das Regal auf die andere Seite bringen und die Revisionstüren öffnen. Was bin ich froh, dass wir die haben einbauen lassen. Sonst hätte ich hier und jetzt keine Chance auf den Einbau der Pumpe gehabt. Dann wurde die Pumpe getauscht von einem hiesigen Mechaniker, die Tanks aufgefüllt und die Anlage entlüftet. Dabei passierte es dann. Im Fahrerhaus auf der Erde ist das Lenkgetriebe, und da ist ein Ventil, wo die Luft herauskommt bei laufendem Motor und natürlich das Öl ebenfalls. Auf dieses Ventil steckt man einen Schlauch, der dann am anderen Ende in die Tanks geht und so entsteht ein Kreislauf und die Anlage entlüftet sich bei laufendem Motor. Jetzt ist die Pumpe natürlich reichlich am drehen und bewegt das Öl in dem Kreislauf. Und wenn dann der Schlauch von dem Ventil rutscht und das Öl mit Druck aus dem Ventil spritzt bis unter das Dach der Fahrerkabine hat man anschließend reichlich zu tun. Da bin ich dann mal wieder froh, dass nur Blech um mich herum ist und kein Stoff oder sonstige Materialien, die das Öl postwendend aufsaugen würden. Meine Haare und ich waren jetzt jedenfalls in Öl geduscht. Zum Schluss rutschte auch noch der Schlauch aus den Tanks und die zweite Sauerei war da, wenn auch nicht so groß wie die erste. Ich hatte ja den Schlauch extra hoch über die Motortür gelegt. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist den herunterzunehmen, ist für die zweite Sauerei verantwortlich. Wenn man nicht alles selbst macht 😊
Zum guten Schluss war Duschen und dreimal Haarewaschen angesagt. Ali versuchte dann noch mein Passavant für das Fahrzeug zu verlängern, was ihm aber nicht gelang. Man wollte, dass ich mit dem Fahrzeug zu ihnen fahre. Er sagte, ich könne es nicht fahren, es würde gerade repariert. Interessierte nicht, so bekam er keinen Stempel. Daraufhin hat mein Polizist Bilder vom Fahrzeug gemacht, ist zum Amt und siehe da, sobald Uniform kommt geht plötzlich alles. Und das Ganze ohne Kosten.
Am Nachmittag besuchte ich nochmals Leonie im Camp Ground Bab Sahara und wir unterhielten uns. Sie hatte etwas Stress und damit wenig Zeit. Dafür bekommt sie heute Abend eine Flasche Rose von mir, denn sie steht hier was Alk. anbetrifft ziemlich auf dem Trocknen, wenn ihr nicht gelegentlich einige Touristen etwas abgeben. Da ich ja jetzt sozusagen schon mit einem Fuß im Senegal bin und noch genügend habe ist das kein Problem für mich und Leonie freut sich. Sie brauchte mir nicht wirklich helfen, hätte aber jederzeit alles ihr Mögliche gemacht. Und da kann man durchaus mal danke sagen.
Ich fuhr relativ früh los und gleich zur nächsten Tankstelle um aufzutanken. Denn bis nach Nouakchott wäre es knapp geworden. Dann ging es los, allerdings nicht weit. Nach 5 km bildete sich weißer Rauch und ich kam mir vor wie in einer Wolke. Angehalten, Marcel angerufen und ihm das Problem geschildet. Es bildete sich vornehmlich Rauch auf der linken Seite. Er meinte, schnell mal den Vorfilter säubern, könnte sein, dass ich mir Wasserdiesel eingekauft habe. Gemacht, getan, ist ja keine große Arbeit. Der Vorfilter sah relativ sauber aus. Nach dem Einbau fuhr ich die nächsten 10 km um dann wieder stehenbleiben zu müssen. Diesmal qualmte es reichlich, Öl war ausgetreten und ich hatte Schwierigkeiten, den Motor auszustellen. Schließlich klappte es und ein Anruf bei Marcel brachte die Erkenntnis, dass ein Weiterfahren nicht angesagt ist. Ich kontrollierte den Ölstand und stellte fest, dass es sich reichlich vermehrt hatte. Damit war klar, dass da nicht nur Öl in der Ölwanne ist. Die Vermutung lag nahe, dass Diesel von irgendwoher ins Öl gelangt. Und da der Motor auf der linken Seite qualmte vermutete Marcel, dass eine Einspritzdüse defekt ist. Na, hoffentlich habe ich jetzt nicht noch einen größeren Schaden. Wir werden sehen. Natürlich war kein Mechaniker zu bekommen heute, ist ja der große Feiertag nach Ramadan, da arbeitet keiner. Ich meldete mich bei Ali, der immer hilfsbereit ist. Er sagte, er werde einige Mechaniker fragen, hatte aber letztendlich keinen Erfolg und verschob das Ganze auf morgen. Bin gespannt, ob ein Mechaniker von Atar bereit ist mir zu helfen. Solange konnte ich dann Langeweile schieben.
Morgens rief Ali an und sagte mir, er habe keinen Mechaniker gefunden der sich des Problems annehmen will. Hier gibt es nur „einfache“ Schrauber und keine Spezialisten. Folglich blieb nur noch die Möglichkeit Antonio in Nouakchott zu fragen, ob er Mechaniker auftreiben kann. Er tat sein Bestes und fand zwei, die sich am Nachmittag auf den Weg machten und natürlich erst am Abend ankamen. Schrauben war dann nicht mehr angesagt, das verlegten wir auf morgen.
Ali hatte aber am Vormittag noch einen Mechaniker gefunden, der zumindest mal den Ölwechsel vornehmen wollte. Gesagt, getan, und das Problem ist schon mal erledigt und wir müssen uns morgen nicht auch noch darum kümmern. Denn wenn die Mechaniker morgen fertig wird heißt es Abfahrt, 420 km nach Nouakchott.
Den ganzen Tag brauchten die Schrauber, um den Motor halbwegs auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu bauen. Hätte nicht gedacht, dass das so aufwändig ist. So bleibt uns nichts anderes übrig, als nur noch ein Stück zu fahren damit ich morgen nicht den ganzen Weg nach Nouakchott zu fahren habe. Um neun Uhr abends war Feierabend, ich holte noch schnell Brot und Bananen, wir hielten kurz hinter der Stadt an einer ruhigen Stelle an, aßen noch etwas und legten uns schlafen. Auf ein Neues morgen.
Schon gegen Mittag fuhren wir herein in die Hauptstadt von Mauretanien und trafen dort meinen Retter Antonio. Er freute sich, mich zu sehen, und ich freute mich noch mehr, war ich ihm doch einen großen Dank schuldig für das Besorgen der Pakete und das Schicken der Mechaniker. Ich umarmte ihn, sagte reichlich danke und lud ihn zum Mittagessen ein, was er gerne annahm. Da ich wußte, dass er morgen auf große Reise geht, war mich auch klar, dass er andere Dinge im Kopf hat als mich noch durch die Hauptstadt zu chauffieren. So gingen wir in ein Fischrestaurant essen und ich zahlte die Rechnung. Wobei, das war eigentlich falsch. Antonio sagte mir, dass das in Mauretanien anders läuft. Einer läd ein zum Essen. Der Andere bezahlt und so hat man sich den Restaurantbesuch geteilt. Nein, nein, nicht mit mir. Das Bezahlen ließ ich mir nicht nehmen, hatte er doch so viel für mich getan.
Weiter ging es Richtung Grenze, und 40 km davor am Rande des Nationalparks fand ich ein schönes Plätzchen zum Stehenbleiben. Und hier übernachte ich jetzt und warte auf die Dinge, die morgen angesagt sind.
Und schon wieder kam ich nicht an mein Ziel, wo die anderen Reisenden bereits auf mich warten.
Aber eins nach dem anderen. 40 km zur Grenze, bedeutet, 1,5 Stunden fahren, denn es war Schotter- und noch mehr Buckelpiste angesagt. Schön langsam da, wo die Schlaglöcher sind. Denn ich wußte ja, dass mein Stoßdämpfer nicht mehr in guter Verfassung ist. Das ist die nächste Baustelle die ich zu erledigen hab, so dachte ich. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewußt, dass noch was anderes dazwischenkommt. Und so fuhr ich zur Grenze, erledigte die Formalitäten auf Seiten Mauretaniens, wechselte Geld, kaufte eine SIM-Karte und wollte losfahren. Ich fuhr rückwärts, wohl wissend, dass kein PKW hinter meinem LKW steht. Und dann gab es einen Knall. Ich dachte zunächst, ich hätte einen PKW gerammt, stieg aus und da war kein Auto. Mein Stoßdämpfer war noch wie gehabt. Also einsteigen und weiterfahren, und es knallte nochmals. Aber nur, wenn ich eine Linkskurve fuhr. Und da der nächste Grenzübergang geradeaus war fuhr ich erst einmal dorthin um die Einreiseformalitäten für den Senegal zu erledigen. Und dann ging es geradeaus bis zur nächsten Linkskurve, und wieder gab es einen Knall, nur diesmal nicht so laut. So kann ich nicht fahren, stieg aus und sah, dass von der zweiten Achse in der Mitte, da wo die Aufhängung ist, alle Schrauben gebrochen sind. Ich ging zum nächsten Laden und fragte die Männer nach einem Mechaniker, der das Problem beheben könnte. Sie kamen mit, besahen sich den Schaden, fingen an und glaubten, sie könnten die Aufhängung wieder in die richtige Position schieben, stellten fest, dass das blödsinnig ist und bestellten den Mechaniker. Der kam, sah sich den Schaden an und fuhr los, um Schrauben zu kaufen und einen Dreher mitzubringen, der die abgebrochenen Schrauben aus den Halterungen schraubt. Alles dauerte natürlich seine Zeit und nichts ging reibungslos vonstatten. So waren sie mit der Arbeit bei Sonnenuntergang fertig und ich kann mich hier auf einen netten Abend vorbereiten. Gut, dass diesmal die Straße breit genug ist und ich nicht unbedingt mittels Taschenlampen an den Fenstern für meine Sicherheit sorgen muss.
Jetzt habe ich erst einmal genug von Reparaturen und hoffe, dass die nächste auf sich warten läßt. Klar, die Stoßdämpfer müssen getauscht werden, die neuen fahre ich ja inzwischen spazieren. Aber das hat Zeit, bis ich aus Deutschland zurück bin.
Die Strecke waren 233 km, und die fuhr ich soweit es ging, nämlich nur 222 km. 11 km vor Ankunft hörte ich erneut ein Knacken in der Rechtskurve, hielt an wo es ging und schaute nach. Alle Schrauben waren aus der Halterung heraus, die die Mechaniker gestern reingeschraubt hatten. Was lief da gestern falsch? Wieder stand ich am Stadtrand mit der Möglichkeit, Hilfe zu bekommen. Und die kam auch schnell. Es dauerte keine zwei Minuten da war der „Nachbar“ von mir parat, er sprach einigermaßen englisch, fragte, was mein Problem ist und holte einen Mechaniker, der 50 m weiter seine Werkstatt hat. Er kam sofort, sah sich den Schaden an und fing an zu reparieren. Glaubte ich jedenfalls. Er nahm alles soweit auseinander wie er meinte, dass es notwendig sei, baute alles wieder zusammen und bekam die Schrauben nicht wirklich fest. Klar, er hatte ja schief zusammengebaut. Als ich ihn fragte, warum noch Lücken zu sehen sind verstand er, dass ich nicht ganz blöd bin und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Dass er für diese Arbeit kein Geld bekommt war ihm wohl auch sofort klar. Mein sog. Nachbar kam wieder und fragte nach dem Ergebnis und ich erklärte ihm, dass das ja mehr Verschlechtern als Verbessern war, ich dafür nichts bezahle und jetzt einen Mechaniker brauche, der ganze Arbeit leistet, und bitte sein Handwerk versteht. Er sagte, er hat einen LKW-Schrauber an der Hand der weiß, was er tut, er werde ihn gleich mal anrufen. Gesagt, getan, ich erklärte ihm, welche Schrauben wir brauchen und er versicherte mir, dass der Mechaniker morgen früh gegen 10 Uhr hier sein will. Afrikanische oder Deutsche Zeit? Deutsche meinte er, ich lass mich überraschen. Am Abend war ich dann überrascht als ich Besuch bekam. Meine Freunde kamen, brachten mir ein Feierabendbier und etwas zu essen, das ich eigentlich mit ihnen zusammen am Lake Rose essen wollte, allerdings schon heute Mittag und nicht erst heute Abend. Sie fuhren dann auch ein Stück weiter um die Nacht in der Nähe zu verbringen und wollen morgen wiederkommen und meine Papiere abholen, die ja noch nach Dakar müssen um den Stempel abzuholen.
Morgens kamen Carlos, Magy, Christian und Nina, holten mein Carnet, mein Passavant sowie die anderen Papiere in Kopie und fuhren damit nach Dakar, um dort noch zu bleiben. Ich sagte ihnen, dass ich dann ebenfalls nach Dakar kommen würde.
Der Mechaniker kam, allerdings erst um ein Uhr. Er hätte noch die Schrauben besorgen müssen, was er sonst noch gemacht hat bis eins entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe auch nicht nachgefragt. Jedenfalls fingen wir an zu arbeiten, ich musste mithelfen, da er alleine war. Das Ergebnis war, dass er feststellte, dass die Gewinde in den Schraubenlöchern kaputt sind. Klar, hatte man ja vorgestern ausgebohrt und offensichtlich stark beschädigt. Sonst wären ja die Schrauben nicht herausgeflogen. Der Mechaniker sagte, er müsse einen Dreher besorgen, der neue Gewinde einschneidet. Zum Glück hatte er gleich die 14er und 16er Schrauben mitgebracht. Nach Rückkehr vom Dreher sagte er mir, der Dreher würde nicht zu mir kommen, ich müsste dahinfahren. Die Idee fand ich nicht wirklich gut, aber ich habe mal wieder keine andere Chance. Er baute alles zusammen und fixierte alles mit Spanngurten, so dass ich morgen die 10 km zum Dreher fahren kann. Es ist nur eine Rechtskurve, das wird wohl funktionieren.
Meine Freunde teilten mir mit, dass Dakar die „Hölle“ ist und sie keinen Platz für meinen KAT dort, wo sie stehen, hätten. Ich entschloss mich auch aufgrund der Tatsache, dass ich morgen nochmals die Reparatur durchführen lassen muss, nicht nach Dakar zu fahren und fand einen schönen Platz, an den ich, wenn alles fertig ist, fahren werde.
Statt um 8 kam der Mechaniker um 9 Uhr an und wir fuhren gleich los zum Dreher. Nach einiger Kurbelei stand ich so, dass man problemlos die Reparatur durchführen konnte, parallel zur Straße so dass die Fußgänger noch daneben hergehen können. Wir schraubten wieder soweit möglich gemeinsam alles auseinander damit der Dreher die Gewinde auf 16 erweitern kann. Dann mussten die Schrauben eingemessen werden, denn sie waren zu lang. Zwischendurch war beten angesagt, denn es ist ja Freitag und da wartet gegen frühen Nachmittag das Freitagsgebet auf den Muslim. Kein Problem, mach ich auch eine Pause. Gegen drei Uhr war alles geregelt, geschraubt und bezahlt und wir konnten uns für die Abfahrt in den LKW setzen. Der Mechaniker fuhr noch ein Stück mit um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Und es war ok. Ich fuhr dann noch 25 km weiter zu meinem Stellplatz an den Strand den ich dann den anderen Mitreisenden mitteilte. Sie wollen morgen zu mir kommen, weil sie genug haben von Dakar.
Angekommen am Strand kontrollierte ich die Achse, und alles Schrauben waren da, wo sie sein sollten. Hoffentlich bleibt das jetzt mal so. Ich muss jetzt noch einmal ein Stück fahren zum nächsten Campingplatz um von dort aus meinen Urlaub in Deutschland anzutreten.
Ich machte meinen Haushalt indem ich mal wieder beim Bettenabziehen anfing, über Fensterputzen zum Badezimmer mich vorarbeitete und dann noch den Fußboden wischte. Die übliche Hausarbeit eben, so neben dem Wäschewaschen, was auch mal wieder notwendig war. Gegen Mittag trafen die beiden Trucks ein und wir freuten uns, dass wir noch einige Tage gemeinsam verbringen können bevor ich nach Deutschland fliege am Dienstag. So verbrachten wir einen ruhigen Tag zusammen und hatten uns viel zu erzählen.
Auch heute gestaltete sich der Tag ruhig, mit viel Erzählen und Spazierengehen. Letztendlich aber war jeder mit seinem Plan für die nächsten Tage beschäftigt. Ich musste mich auf die Reise vorbereiten und die anderen Reisenden auf die nächsten Tage und die Plätze, die anzufahren sind.
Morgen geht es los, wobei, eigentlich heute Abend, denn der Flug geht um 1 Uhr heute Nacht. Ich fuhr früh los und wollte auf dem Campingplatz noch einige Dinge erledigen wie Wasser tanken und meinen Rucksack für Deutschland packen. Leider war bei Ankunft am Platz dieser besetzt von einer Schulklasse, die Fahrradtraining hatten. So musste ich vor dem Tor warten bis ca. 2.30 Uhr, um hineinfahren zu können. Was macht man in der Zeit ausser essen? Nichts. Dann konnte ich hereinfahren und auch gleich meine Wassertanks auffüllen, damit ich bei Rückkehr sofort losfahren kann. Das Wasser scheint nicht das Beste zu sein, aber besser als nichts. Durch das Wäschewaschen sind die Tanks nur noch weniger als halb voll. Dann Rucksack packen, Abendessen, duschen und auf das Taxi warten, das mich gegen 9 Uhr zum Flughafen bringen will. Hoffentlich kommt es pünktlich damit ich das Flugzeug nicht verpasse. Bei meinem Glück wäre es eigentlich eher wahrscheinlich, dass es zu spät kommt. Wir werden sehen.
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